AKTUELLE AUSGABE
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Merkur. Helligkeit -2 ,m04, Durchmesser 5,10" (4.7.2016 11:10 MESZ)
Venus. Helligkeit -3 ,m90, Durchmesser 9,73" (4.7.2016 11:10 MESZ)
Mars. Helligkeit -1 ,m33, Durchmesser 15,95" (4.7.2016 11:10 MESZ)
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INHALTSVERZEICHNIS Ausgabe 207 vom 21.2.2014
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
MITTEILUNGEN AUS DER REDAKTION
 
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 

Wichtige Astronomische Ereignisse vom 21.2.–4.3.2014

22.2.1:36 MEZMond bei Saturn (Saturn 2,2° nord­westlich)
22.2.18:15 MEZMond Letztes Viertel
26.2.5:30 MEZMond bei Venus (Venus 0,6° nördlich)
1.3.9:00 MEZNeumond
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 
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Venus am Morgen des 26. Februar neben dem Mond. Okularanblick mit 1° Gesichtsfeld. [F. Gasparini, interstellarum]
 

In der letzten Februardekade kann man beobachten, wie sich der Mond am Morgenhimmel Tag für Tag immer weiter nach Osten bewegt und den Morgenstern, die Venus, einholt. Am frühen Morgen des 26. Februar kommt der Mond dabei unserem inneren Nachbarplaneten sehr nah. Der Abstand zwischen Venus und dem Mondrand beträgt dabei nur noch knapp 20'. Zu diesem Zeitpunkt besitzt die Venus eine Helligkeit von –4,m6 und die Mondsichel leuchtet drei Tage vor Neumond mit –8m. Daher sind trotz Dämmerung und geringer Distanz zum Horizont beide Himmelskörper bei freier Horizontsicht Richtung Südosten problemlos auffindbar.

Bewegt man sich geografisch weiter Richtung Süden, kommt der Mond der Venus immer näher. In West- und Zentralafrika, Indien und Indonesien bedeckt dann der Mond die Venus sogar. In Mitteleuropa müssen wir uns für eine solche Venusbedeckung allerdings noch bis zum 6. April 2016 gedulden.

André Knöfel

 
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Schattenpfad des von (9) Metis am 7. März (a) sowie der Ort der Sternbedeckung im Sternbild Waage (b). [a) Steve Preston, interstellarum | b) Frank Gasparini]

Im Laufe eines Jahres bewegen sich einige Kleinplaneten auf ihrem Lauf um die Sonne von der Erde aus gesehen vor Sternen und bedecken diese. Dabei wird in einem Finsterniskorridor, dessen Breite dem Durchmesser des Kleinplaneten entspricht, der Stern für wenige Sekunden unsichtbar. Häufig handelt es sich um schwache Sterne, so dass diese Ereignisse nur mit relativ großen Teleskopen beobachtet werden können. Sehr selten werden auch hellere Sterne bedeckt und noch seltener verläuft dann der Finsterniskorridor über Zentraleuropa. In den Morgenstunden des 7. März ist dies wieder einmal der Fall: Der Kleinplanet (9) Metis, der zu diesem Zeitpunkt eine Helligkeit von 11,m1 aufweist, bedeckt für maximal 24,5s den 7,m8 hellen Stern HIP 78193.

Da es sich bei Metis mit etwa 190km Durchmesser um einen relativ großen Kleinplaneten handelt, ist auch der Finsterniskorridor entsprechend breit. Er verläuft von Großbritannien, Nordfrankreich und Belgien kommend über das südwestliche Deutschland und die Schweiz, Norditalien und Österreich zum Balkan bis in die Türkei. Aber auch außerhalb des Finsterniskorridors sind Beobachtungen dringend erforderlich: Es ist möglich das Metis einen Mond besitzt, der dann den Stern für nur wenige Sekunden bedecken könnte. Auswertungen von Lichtkurven deuten auf solch einen Begleiter hin – bislang konnte ein solcher Mond aber noch nicht nachgewiesen werden.

André Knöfel

 

Ein Kleinplanet »so groß wie mehrere Fußballfelder« wäre »beinahe« auf die Erde gestürzt – und dann sei er auf mysteriöse Weise vom Himmel verschwunden: Gar Seltsames stand Mitte Februar über den Kleinplaneten 2000 EM26 in zahlreichen Artikeln zu lesen. Die Realität war indes reine Routine: Weil er im Jahr 2000 nur wenige Tage lang beobachtet wurde, war die Bahn von 2000 EM26 ziemlich ungenau geblieben – gut genug zwar um sicherzustellen, dass es keine Chance für einen Impakt auf der Erde in mindestens 100 Jahren gibt, aber viel zu schlecht, um ihn bei seiner Erdpassage 2014 in rund 3 Mio. km Distanz wiederzufinden.

Die Unsicherheit der Position am Himmel lag bei größenordnungsmäßig 100°: Daher hatte es auch keinen Sinn, einen öffentlichen Webcast mit Livebeobachtungen anzupreisen – und erst recht war es absurd, danach staunend zu verkünden, 2000 EM26 sei nicht aufzufinden gewesen. Der Körper hat überdies auch eher 150m denn 300m Durchmesser.

Daniel Fischer

 
 
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Das detailreichste Video:
www.youtube.com/watch?v=WvFT4Ycfq08
Eine Analyse:
www.satobs.org/seesat/Feb-2014/0131.html
 

Zum ersten Mal seit Jahren ist der vorher angekündigte Wiedereintritt eines alten Satelliten in die Erdatmosphäre direkt beobachtet und auch in zahlreichen Handy-Videos festgehalten worden: So geschehen im Morgengrauen es 16. Februar, als der 1980 gestartete sowjetische Kosmos 1220 über Saudi-Arabien verglühte.

Der allmähliche Zerfall eines Satelliten – viel langsamer über den Himmel ziehend als ein typischer Meteor – in mehrere glühende Fragmente wurde vom Erdboden aus lange nicht mehr so gut dokumentiert. Die Identifikation des von zahlreichen Augenzeugen bestaunten Himmelsphänomens mit dem Ende von Kosmos 1220 steht Dank einer Mitteilung der amerikanischen Weltraumüberwachung außer Zweifel, konfusen russischen Meldungen eines Wiedereintritts erst einen halben Tag später zum Trotz.

Daniel Fischer

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
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Veröffentlichung zur Rotation der LMC:
hubblesite.org/newscenter/archive/releases/2014/11/full
Pressemitteilung zur LMC:
arxiv.org/abs/1305.4641
Veröffentlichung zur Rotation von M 33:
adsabs.harvard.edu/abs/2005Sci...307.1440B
 
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So rotiert die Große Magellansche Wolke: die Vektoren der Bewegung von Sterngruppen in den nächsten 7,2 Mio. Jahren, beginnend an dicken Punkten und endend mit einem Viereck, das die Ungenauigkeit widerspiegelt (bei den blauen Vektoren dank besserer Daten besonders gering); die noch größere Eigenbewegung der LMC im Ganzen – der Vektor unten links, der rund 2 Millibogensekunden pro Jahr entspricht – wurde jeweils subtrahiert. Eindeutig dreht sich die kleine Galaxie im Uhrzeigersinn. [van der Marel et al.]

Die Große Magellansche Wolke (LMC) dreht sich am Himmel im Uhrzeigersinn, einmal etwa alle 250 Millionen Jahre – und das Hubble Space Telescope schaut dabei zu: Die präzise Positionsmessung hunderter Einzelsterne des kleines Begleiters der Milchstraße über Jahre hinweg hat ein klares Muster zu Tage gefördert. Dass Galaxien rotieren, ist zwar schon lange nachgewiesen: durch den spektralen Dopplereffekt, wenn sich die eine Seite auf den Beobachter zu- und die andere fortdreht. Aber erst vor rund zehn Jahren gelang bei Messier 33 die erste direkte Beobachtung galaktischer Rotation, durch die aufwendige radioastronomische Verfolgung zweier Quellen darin. Die Datengrundlage bei der Großen Magellanschen Wolke ist nun um ein Vielfaches größer: 22 Gruppen von Sternen, deren Positionen auf Bildern des Weltraumteleskops bis zu 7 Jahre lang mehrmals neu vermessen wurden, im Vergleich zu jeweils einem fernen und unbeweglichen Quasar in ihrer Nähe.

Für 10 der Sternfelder gibt es Positionsmessungen der Sterne zu drei Zeitpunkten über die vollen sieben Jahre hinweg, von 12 weiteren nur zwei Messungen, die zwei Jahre überdecken. Zwar decken die Felder – wegen des winzigen Gesichtsfelds von Hubble – zusammen nur einen winzigen Teil der viele Quadratgrad großen Galaxie ab, aber sie sind gut über ihre Fläche verteilt. Da es von der Großen Magellanschen Wolke zudem auch umfangreiche Dopplermessungen an 6790 Sternen gibt, ist ihr Bewegungsmuster nun in allen drei Dimensionen erfasst: Im Wesentlichen ist sie eine flache rotierende Scheibe, deren Parameter nun eindeutig bestimmt sind und dazu kommen noch manche aufschlussreichen Detaileffekte. Das ist besonders interessant, da an dieser besonders nahen Galaxie eine Fülle astrophysikalischer Prozesse exemplarisch studiert werden, die sich dank der verstandenen Kinematik nun besser einordnen lassen. Es wird bereits daran gearbeitet, auch die Rotation der Kleinen Magellanschen Wolke in entsprechender Weise zu vermessen.

Daniel Fischer

 

Im zweiten Anlauf hat es "PLAnetary Transits and Oscillations of stars" geschafft: Die Europäische Weltraumbehörde hat jetzt endgültig entschieden, den PLATO abgekürzten Satelliten in etwa zehn Jahren zu starten, als dritte Mission der mittelteuren M-Serie im Rahmen ihres Langzeitprogramms Cosmic Vision. Der im vergangenen Jahrzehnt entstandene Wettlauf zwischen ESA und NASA um die effizienteste Jagd nach Exoplaneten mit der Transitmethode aus dem Weltraum geht damit immer weiter: Dem inzwischen ausgefallenen europäischen CoRoT folgt bereits bald (allerdings nur zum Nachbeobachten anderweitig entdeckter Planeten) der kleine CHEOPS, während dem angeschlagenen aber gerade wiederbelebten Kepler der NASA der Satellit TESS folgen soll. PLATO, der sich zuletzt gegen vier ganz andere Missionsideen durchsetzen konnte, soll dann ab 2014 mindestens sechs Jahre lang mit 34 Teleskopen bis zu einer Million Sterne am halben Himmel überwachen: mit einer Suchstrategie, die besonders auf Planetensysteme analog zu Sonne und Erde getrimmt ist.

Die PLATO-Mission konzentriert sich ganz auf näher gelegene und damit hellere Sterne – deren physikalische Eigenschaften ebenfalls erkundet werden – und kleine Planeten, deren Transits nur geringe Helligkeitseinbrüche erzeugen. Die Helligkeit der Zielsterne erlaubt dann spektroskopische Nachbeobachtungen, und über den Radialgeschwindigkeitseffekt ergeben sich eindeutige Massen (und dank der Transitlichtkurven auch Dichten) der gefundenen Planeten: Dies dürfte viel systematischer gelingen als es beim großen Exoplanetensammler Kepler der Fall war: Rund 18000 kleine Planeten im Transit um helle Sterne sollte PLATO finden, über 100-mal mehr als von Kepler oder auch anderen Transitprojekten zu erwarten sind. Man rechnet mit insgesamt etwa 85000 genau beschriebenen Exoplanetensystemen, wobei über Asteroseismologie – Schwingungen eines Sternkörpers lassen dessen Helligkeit leicht schwanken – auch detaillierte Erkenntnisse über die jeweiligen Sterne gewonnen werden. Die 34 Teleskope PLATOs haben jeweils 120mm Öffnung und bedienen in diversen Betriebsarten insgesamt 136 CCD-Chips mit einer kombinierten Fläche von 0,9m². Die wissenschaftliche Leitung des Gesamtprojekts hat die deutsche Planetenforscherin Heike Rauer.

Daniel Fischer

 

Wie der Kollaps des Kerns eines massereichen Sterns zu einer Supernova-Explosion (des Typs II) führt, ist immer noch nicht klar: Weder simple mechanische noch exotische Neutrinoprozesse schaffen es in Modellrechnungen zuverlässig, den Materiesturz nach innen in eine gewaltige Bewegung nach außen zu verwandeln.

Jetzt hat der NASA-Röntgensatellit NuSTAR im Falle der jungen Supernovaschale Cas A eine neue Art von Hinweis auf die Physik in den kritischen Sekunden geliefert: Er sichtete radioaktives Titan-44, das die Supernova erzeugte - und die harten Röntgenstrahlen (die sonst kein Satellit abbilden kann) sind chaotisch im Supernovaüberrest verteilt. Das spricht gegen einen geordneten Prozess mit gebündelten Materiestrahlen, wie er schon postuliert wurde, sondern eher für chaotische Konvektionsbewegungen vor dem Einsetzen der Expansion.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1311.3541
CSIRO Pressemitteilung:
www.csiro.au/en/Portals/Media/Rocks-around-the-clock.aspx
 

Direkt beweisen lässt sich der vorgeschlagene Mechanismus zwar nicht, aber die gelegentlichen Veränderungen des Strahlungsmusters des Pulsars PSR J0738-4042 passen genau zu den berechneten Folgen eines Kleinplanetensturzes auf einen Neutronenstern.

Zwar würde der Kleinplanet dessen Oberfläche nie erreichen, weil ihn die starke Strahlung des Pulsars vorher zerstören würde – aber die in dessen Magnetosphäre hängenbleibenden Trümmer würden doch einen spürbaren Effekt auf den Emissionsprozess der Radiostrahlung haben. Die angenommenen Kleinplaneten könnten bei der Supernovaexplosion entstanden sein, die den Neutronenstern hinterließ: Auch dafür gibt es plausible Modelle.

Daniel Fischer

 

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 

Termine vom 21.2.–4.3.2014

DatumVeranstaltungAnsprechpartner
24.1.–23.3.Nach den Sternen greifen, Museum der Universität Tübingen, Schloss Hohentübingenwww.unimuseum.uni-tuebingen.de/ausstellungen.html
 
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Die EXOS-2 GoTo-Montierung ist mit Antriebsmotoren und einer neuen Handsteuerung ausgerüstet. [Bresser]

Die Firma Bresser stellt aktuell die überarbeitete Version der EXOS-2-Montierung vor. Die Montierung ist – wie das Vorgängermodell – für Optiken bis 13kg (visuell) bzw. 10kg (fotografisch) ausgelegt. Der wesentliche Unterschied des neuen Modells ist die Bedienung über die neue StarTracker-Handsteuerbox – eine Eigenentwicklung der Firma Bresser. Die Steuerung der Montierung geschieht vollständig über die Handbox, bis hin zur GoTo-Funktion zu einem der über 100000 abgespeicherten Objekte.

Der Antrieb erfolgt mittels DC-Servomotoren mit Rotations-Encodern über Schneckenantriebe mit 144:1-Übersetzung. Die Stromversorgung wird extern über 12V Gleichstrom sichergestellt oder über ein Batteriefach für acht Stück D-Zellen. Die maximale Geschwindigkeit der Antriebe wird mit 2° pro Sekunde angegeben, als Nachführgeschwindigkeiten stehen stellar, solar und lunar zur Verfügung. Die Montierung ist mit einem Polsucher und einem ST-4 kompatiblen Autoguider-Anschluss ausgerüstet, dessen Ansprechverhalten direkt steuerbar ist. Im Lieferumfang sind ein 4,5kg Gegengewicht und ein Stahl-Dreibeinstativ enthalten. Der Preis der Montierung inklusive Zubehör beträgt 729€.

Frank Gasparini

 
 

Innerhalb nur einer Woche hat die International Dark-Sky Association (IDA) gleich zwei Regionen in Deutschland die begehrten Auszeichnungen als »Dark Sky Places« verliehen: Der Naturpark Westhavelland in Brandenburg wurde am 12. Februar zum International Dark Sky Reserve und der Nationalpark Eifel in Nordrheinwestfalen am 17. Februar zum International Dark Sky Park, letzterer allerdings nur provisorisch. Die beiden Kategorien der IDA für Schutzzonen des dunklen Nachthimmels (es gibt noch eine dritte) unterscheiden sich deutlich: Ein Dark Sky Park ist ein Stück öffentliches Land, möglichst nur von einer Einrichtung verwaltet, in dem es so gut wie kein künstliches Licht gibt, ein Dark Sky Reserve dagegen eine Region mit privaten wie öffentlichen Grundstücken, wo viele Parteien die Einhaltung strenger Lichtreduktion garantieren. Dabei gibt es ein besonders dunkles Kerngebiet, im Falle des Westhavellandes – bei Gülpe – 40km² groß, um das sich eine ausgedehnte rücksichtsvolle Pufferzone erstreckt: insgesamt 750 km². Die Himmelsqualität im Zentrum hat dabei immerhin die mittlere Klasse »Silber« erhalten: beachtlich angesichts der Nähe – nur 70km – zur Millionenstadt Berlin; kein anderes Dark Sky Reserve liegt so nahe an einem solchen Bevölkerungszentrum.

Das Westhavelland hatte den vollen Dark-Sky-Status im zweiten Anlauf erreicht, beim Nationalpark Eifel ging man andere Wege: Hier wurde erst einmal eine provisorische Anerkennung als Dark Sky Park erreicht, noch bevor alle Kriterien erfüllt waren, aber die IDA sah einen eindeutigen Weg zum Ziel mit dem vollständigen Status in höchstens einigen Jahren. Der gesamte Nationalpark – 111 km² – ist nun eine ausgewiesene Dunkelzone, astronomisch allerdings begrenzt nutzbar, da in deutschen Nationalparks Fahrverbot herrscht. Doch es wird bereits an einer Erweiterung geplant: Langfristig soll der Dark Sky Park zum Kerngebiet eines sehr viel größeren Dark Sky Reserve werden, das auch das Hohe Venn einschließt und sich bis nach Belgien erstreckt. Eine solche Doppellösung gibt es auf dem ganzen Planeten noch nicht. Nach jahrelangen Vorarbeiten und manchen Rückschlägen hat Deutschland plötzlich in der internationalen Dark-Sky-Szene Fuß gefasst. Aber deren Aktive sehen auch ein Risiko: Viele ausgewiesene Dunkelzonen könnten den Eifer erlahmen lassen, flächendeckend – und auch in den Städten – gegen unnötige oder schlechte Beleuchtung vorzugehen.

Daniel Fischer

 

Vor genau 400 Jahren veröffentlichte der Ansbacher Hofastronom aus Gunzenhausen Simon Marius ein dickes Buch über das Jupitersystem, in dem er die unabhängige Entdeckung der Jupitermonde beschrieb – Galilei witterte ein Plagiat, und die nächsten drei Jahrhunderte überwog diese Einschätzung, bis nach einer detaillierten Analyse von Marius' Angaben ab 1903 ein Umdenken einsetzte.

Zur Ehrenrettung des »fränkischen Galilei« ist nun ein Web-Portal mit umfangreichen Originaldokumenten eingerichtet worden, und auch zahlreiche Veranstaltungen in der Region erinnern an seine Beiträge zum Aufbruch der Astronomie in die Moderne.

Daniel Fischer

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom 21.2.–4.3.2014 (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung
23.2. 5:25 ZDF Frag den Lesch: Der Mensch und sein Klima 15min.
24.2. 0:45 BR-alpha alpha-Österreich: Energie und Physik: Weltraumbeobachtung: Rosetta – Höhepunkte einer Kometenjagd 45min. 24.2.: 9:30
2:55 ZDF Frag den Lesch: Große Nasen, Tachyonen und Schwarze Löcher 15min. 26.2.: ZDF neo: 6:00
26.2. 22:45 BR-alpha alpha-Centauri: Wer sind unsere kosmischen Nachbarn? 15min. 27.2.: 1:30, 10:15, 28.2.: 11:45
3.3. 1:50 ZDF Frag den Lesch: Bernstein: Ein Urzeitlexikon 15min. 4.3.: ZDF neo: 6:00
4.3. 19:00 BR-alpha Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Niels Bohr und sein Atommodell 15min.
5.3. 22:45 BR-alpha alpha-Centauri: Was ist eine Supernova? 15min. 6.3.: 1:30, 10:15, 7.3.: 11:45

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
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Know-how:
www.interstellarum.de/knowhow.asp
 

Seit Heft 86 hat interstellarum ein neues Gesicht und einen neuen Look. Wir möchten auch Sie als Leser mit einbinden: Grundlage unserer neuen Rubriken Praxis Kow-how und Technik Know-how sind die Fragen und Anregungen unserer Leser an die Experten Uwe Pilz (Praxis) und Stefan Seip (Technik).

In jeder Ausgabe werden daraufhin ganz konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Astropraxis und zur Astrofotografie vorgestellt. Zum Beispiel das Zeichnen von Sonnenflecken bzw. die Herstellung dreidimensionaler Himmelsaufnahmen.

Wenn Sie konkrete Fragen oder Vorschläge zur Praxis und Technik der visuellen Beobachtung und Fotografie haben, dann lassen Sie uns es wissen!

Hinweis

Senden Sie uns Ihre Frage, optional mit dazu gehörender Abbildung:

www.interstellarum.de/knowhow.asp

Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung!

 
 
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Atlas der Großen Kometen:
www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=85
Inhaltsverzeichnis:
www.oculum.de/oculum/download/atlasdergrossenkometen-inhalt.pdf
 

Die 30 größten Kometen in Wissenschaft, Kunst und Kultur: Kometen haben seit jeher die Menschheit fasziniert, besonders jene Schweifsterne, die unübersehbar wie helle Fackeln am Himmel stehen. Der Bevölkerung galten sie als Unheilverkünder und Todesanzeiger, Zornruten und Bußzeichen. Die Kunst nahm dieses Motiv wiederholt auf und stellte es auf vielfältige Weise dar. Die Wissenschaft schließlich entschleierte Kometen als besonders aktive Kleinkörper des Sonnensystems.

Dieser beeindruckende Bildband zeigt in bisher unerreichter Fülle an historischen Zeichnungen, Grafiken, Flugblättern und Fotografien die 30 größten Kometen der Neuzeit. Die historischen Dokumente verdichten die Empfindungen der Menschen, die Irrungen und Wirrungen von Aberglauben und Wissenschaft, über einen Zeitraum von mehr als 500 Jahren. Das in aufwändiger Recherche ermittelte Bildmaterial wird von informativen Texten begleitet. Zu jedem Schweifstern wird ausführlich über Bahn und Sichtbarkeit, Entdeckung und Beobachtungen sowie die Aufnahme in der Öffentlichkeit und den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn berichtet. Insgesamt entsteht ein vollständiges Bild dieser spektakulären Himmelsschauspiele.

Atlas der Großen Kometen – Die 30 größten Kometen in Wissenschaft, Kunst und Kultur

Ronald Stoyan

224 Seiten, Hardcover, 32,5cm × 25cm, durchgehend farbig

ISBN 978-3-938469-70-5

Erscheinungstermin: 20. November 2013

49,90 Euro

 

Hinweis

Verschaffen Sie sich schon jetzt einen ersten Eindruck auf einigen Beispielseiten.