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Merkur. Helligkeit 1 ,m76, Durchmesser 10,42" (25.5.2016 3:10 MESZ)
Venus. Helligkeit -3 ,m93, Durchmesser 9,64" (25.5.2016 3:10 MESZ)
Mars. Helligkeit -2 ,m05, Durchmesser 18,49" (25.5.2016 3:10 MESZ)
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INHALTSVERZEICHNIS Ausgabe 196 vom 12.9.2013
 
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AKTUELLE EREIGNISSE
 

Wichtige Astronomische Ereignisse vom 12.9.–27.9.2013

12.9.11:00 MESZ(324) Bamberga in Opposition
12.9.19:08 MESZMond Erstes Viertel
12.9.22:15 MESZMond bedeckt φ Oph 4 ,m5
14.9.21:01 MESZMond bedeckt ρ1 Sgr 3 ,m9
18.9.17:55 MESZVenus bei Saturn (Venus 3,5° südlich)
19.9.13:13 MESZVollmond
21.9.2:14 MESZMond bedeckt ε Psc 4 ,m3
22.9.22:44 MESZHerbstanfang
27.9.5:57 MESZMond Letztes Viertel
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 

Der australische Amateurastronom Terry Lovejoy ist am 7. September mit einem 200mm-Weitwinkelteleskop und einer CCD-Kamera auf seinen vierten Kometen gestoßen, der – nachdem die frohe Kunde unter Kometenfans längst die Runde gemacht hatte und er schon viel beobachtet wurde – zwei Tage später die offizielle Bezeichnung C/2013 R1 (Lovejoy) erhalten hat. Die aktuelle Helligkeit liegt bei 13–14 Größenklassen, aber der Komet ist auch noch zwei Astronomische Einheiten von Sonne wie Erde entfernt. Das wird sich sehr ändern: Das Perihel ist nach der ersten Bahnanalyse am 25. Dezember zu erwarten, in 0,88AE Sonnenabstand – und die Erdnähe schon am 23. November mit sogar nur 0,41AE. Entsprechend sollte die Helligkeit des neuen Lovejoy noch um gut einen Faktor 100 ansteigen und er mit vielleicht 8. oder 7. Größe seine maximale Helligkeit Ende November erreichen.

Dies ist ziemlich genau jener Tag, an dem Komet ISON (inzwischen übrigens planmäßig auf 12. Größe geklettert, von einem Staubschweifchen zunehmender Länge geschmückt und bei langer Belichtung schon mit simplen Teleobjektiven zu erhaschen) durch den sonnennächsten Punkt seiner extremen Bahn gehen wird. Die Bedingungen könnten unterschiedlicher nicht sein: ISON nur wenige Grad neben der Sonne, mit vermutlich negativer Helligkeit, Lovejoy dagegen zirkumpolar im Großen Wagen mit 80° Sonnenelongation! Auch sonst bleibt er während seiner besten Sichtbarkeit der Sonne am Himmel fern – und bietet sich damit bei öffentlichen ISON-Beobachtungen als bequemes »Zweitobjekt« an. Dies z.B. auch schon früher im November: Um den 9.11. reihen sich am Morgenhimmel die Kometen Encke (tief, mit vielleicht 6m), ISON (vielleicht 7m) und Lovejoy (vielleicht 9m) zusammen mit den Planeten Mars und Jupiter wie an einer Schnur auf.

Daniel Fischer

 

Blickt man am Abend des 18.9. kurz nach Sonnenuntergang gegen 19:30 MESZ in Richtung Südwesthorizont, kann man in etwa 10° Höhe die Planeten Venus und Saturn sehen, die sich im westlichen Bereich des Sternbildes Waage bis auf 3,5° nahe kommen. Dabei dominiert Venus mit einer Helligkeit von –3,m5 über den mit +0,m7 deutlich schwächeren Saturn.

Die Annäherung der Venus an Saturn kann man bereits einige Tage vorher beobachten. Beide Planeten bewegen sich scheinbar in östlicher Richtung. Dabei ist Venus mit 1,14°/d sehr viel schneller als Saturn mit 0,096°/d unterwegs und überholt diesen am 18.9. um 17:55 MESZ südlich. Venus ist in einem Phasenwinkel von knapp 68° beleuchtet und besitzt eine Winkelausdehnung von 16,7". Nur etwa eine Bogensekunde kleiner erscheint Saturn im Fernrohrokular.

André Knöfel

 

Der Verdacht bestand seit seiner Entdeckung vor 30 Jahren: Die stark elliptische Bahn von (3552) Don Quixote, die sich der der Erde von außen nähert aber auch bis über die Jupiters hinaus reicht wie auch die geringe Albedo machten es sehr wahrscheinlich, dass dieser vermeintliche Amor-Kleinplanet in Wirklichkeit ein Kometenkern ist, der nur eben inaktiv geworden ist.

So schien es – bis jetzt: Mit dem Infrarotsatelliten Spitzer konnten nun eine Koma und ein Staubschweif nachgewiesen werden. Jetzt muss der drittgrößte erdnahe Kleinplanet in eine andere Schublade der Kleinkörper des Sonnensystems verschoben werden, und es dürfte nicht der letzte versteckte Komet sein.

Daniel Fischer

 

Nur auf 48,5AE oder 7,3 Mrd. km kommt der etwa 300km große Himmelskörper 2010 GB174 an die Sonne heran, während die große Halbachse seiner hochelliptischen Bahn etwa 300AE beträgt: Lediglich die – wesentlich größere – Sedna bleibt mit mindestens 76,2AE oder 11,4 Mrd. km der Sonne noch ferner.

Andererseits sind auch zwei Verwandte des neuen Fundes mit nur etwas geringeren Periheldistanzen bekannt: Mit 2010 GB174 ist damit der vierte Vertreter der »inneren Oortschen Wolke« (IOC) dingfest gemacht, die den Übergang zwischen dem zerzausten Außenrand des Kuipergürtels jenseits der Neptunbahn und der kugelförmigen Oortschen Kometenwolke am Rand des Sonnensystem bildet. Aus der Tatsache seiner Entdeckung und deren kuriosen Umständen – als Abfallprodukt einer systematischen Durchmusterung des Virgohaufens mit dem Canada-France-Hawaii Telescope – lässt sich hochrechnen, dass es rund 11000 IOC-Mitglieder seines Formats geben sollte.

Daniel Fischer

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
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Die zeitliche Abfolge von 18 helleren Kreutz-Kometen in Sonnennähe in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts: Kumulative Kurven für Kometen heller als 3. (oben) und 2. Größe. Sie steigen am schnellsten Ende 2010/Anfang 2011, d.h. damals trafen besonders viele Kometen ein. [Sekanina & Kracht]

Seit vor mehreren Jahrtausenden ein gewaltiger Kometenkern zerbrach, dessen Bahn sehr nahe an die Sonne heran führte, spielt sich im Sonnensystem Erstaunliches ab: Seine Bruchstücke zerfallen allmählich weiter, und ein beständiger Strom sehr kleiner Kerne stürzt in die Sonne, hin und wieder aber auch von großen oder gar gewaltigen Kometen begleitet. Die kleinen, häufigen Vertreter dieser »Kreutz-Kometen« haben die Sonnensatelliten SOHO und STEREO im Blick, die seltenen großen können dagegen zu spektakulären Himmelserscheinungen werden und haben unter den »Großen Kometen« ihren festen Platz. Der Große Komet von 1106 gehört eben so dazu wie der Septemberkomet von 1882 – der mit –17m heller wurde als jeder andere – oder der imposante Ikeya-Seki von 1965. Eine kleine, aber für Beobachter auf der Südhemisphäre immer noch beeindruckende Ausgabe des letzteren wurde Ende 2011 der Komet Lovejoy (C/2011 W3) – dessen Erscheinen ein Schwarm mittelheller Kreutz-Kometen in den Jahren zuvor vorausgegangen war: Das legt erst einmal nahe, dass sie sozusagen Lovejoys konkrete Vorboten waren.

Die Häufung dieser mittelhellen Kreutz-Kometen war beachtlich: Bis Ende 2010 und Anfang 2011 – ein Jahr vor Lovejoys Ankunft – hatte sich ihre jährliche Rate um ein Mehrfaches auf 4,6 Kometen von mindestens 3. (oder 4,3 von mindestens 2.) Größe erhöht, dann ging sie wieder zurück und dürfte 2014 wieder das ursprüngliche Niveau erreichen. Und doch stimmte etwas nicht: All diese kleineren Kometen hatten nämlich ähnliche Bahnen, die der eines Kometen von 1843 entsprachen – aber Lovejoys Bahn lag deutlich anders im Raum, auch wenn seine Kreutz-Natur außer Frage steht. Mithin ist ihm ein Schwarm von Fragmenten eines kurz zuvor zerbrochenen anderen Subkerns des Ursprungskörpers vorausgeeilt, der mit ihm aber direkt gar nichts zu tun hatte: ein kurioser Zufall! Der aber deutlich macht, wie komplex die Struktur der Kreutz-Gruppe mit ihrem »kaskadierenden« Zerfall bereits geworden ist. Dies zeigt auch zugleich an, dass ein für das 21. Jahrhundert vorausberechneter Schwarm besonders großer Kreutz-Kometen tatsächlich im Anflug zu sein scheint: Seine ersten Vertreter waren Lovejoy und ein anderer Kern ähnlicher Größe – nur war letzterer vor seiner Sonnenankunft bereits in den Schwarm der mittelhellen Kometen zerfallen, während Lovejoys Kern bis kurz nach dem Perihel standhielt.

Daniel Fischer

 

Das Innenleben der Sonne bleibt dem direkten Blick in allen Wellenlängen verschlossen: Der Stern ist »optisch dicht«, und an der Photosphäre endet abrupt der Blick. Trotzdem sind erstaunlich detaillierte Aussagen über den inneren Aufbau der Sonne und Bewegungen ihrer Materie weit innerhalb der Photosphäre möglich: Sie lassen sich durch »Inversion« von langen Messreihen der Schwingungen der ganzen Sonne gewinnen, wenn diese nur gut genug sind. Das beste Messinstrument für derartige Helioseismologie – Sonnenbebenforschung sozusagen – ist derzeit der Helioseismic and Magnetic Imager (HMI) auf dem Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA, dessen erste zwei kontinuierlichen Messjahre nun ausgewertet und insbesondere von entscheidenden Störeffekten bereinigt worden sind. Die Laufzeit von Schallwellen durch das Sonneninnere, die auf der Photosphäre ein schwaches aber charakteristisches vertikales Muster produziert, das sich wiederum über den Dopplereffekt verrät, liefert dabei die entscheidenden Informationen – und die haben Überraschungen parat.

Schon lange war bekannt, dass das Gas der Sonne in der Nähe der Photosphäre langsam aber stetig aus der Nähe des Äquators polwärts strömt, doch der Rückweg im Sonneninneren blieb unklar. Nun zeigen die HMI-Daten, dass diese meridionale Strömung zu den Polen mit 15m/s erfolgt und bis in 0,09 Sonnenradien oder 63000km Tiefe reicht, während die Strömung zurück unerwartet flach bereits zwischen 0,09 und 0,18 Radien Tiefe – und mit 10m/s – erfolgt. Aber in mehr als 0,18 Radien Tiefe strömt es wieder polwärts, d.h. es gibt mindestens eine weitere Zirkulationszelle unter der bekannten und vielleicht sogar mehr. Dies ist nicht nur eine kosmetische Korrektur des Bildes vom Sonneninneren sondern hat weitreichende Folgen: Insbesondere die Modelle ihres Dynamos, der das Magnetfeld der Sonne auf- und zyklisch umbaut, stehen vor einer Revision, denn der magnetische Fluss wird durch die meridionalen Strömungen transportiert. Die Sonnentheoretiker wundern sich nun nicht mehr, warum sie sich mit der Vorhersage schon des nächsten Maximums der Sonnenaktivität so schwer tun.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1303.5774
Weitere Infos:
cfht.hawaii.edu/en/news/FirstTrojanUranus
 

Die Entdeckung des ersten Quasi-Trojaners des Planeten Uranus, 2011 QF99, der zeitweilig in dessen Bahn gefangen ist und in weiten Schleifen um den Lagrangepunkt L4 des Uranus-Sonne-Systems wandert, ist nur die Spitze eines Eisbergs.

Wie Simulationsrechnungen wie auch konkrete Entdeckungen zeigen, sind 0,5% der zwischen Jupiter und Neptun driftenden Centauren temporäre Gefangene des Uranus (auf Trojaner-ähnlichen oder auch anderen Bahnen) und gar weitere 1,9% zeitweise an den Neptun gebunden. Letzterer dürfte sogar mehr Trojaner als der Jupiter besitzen (der seine auch nie wieder loslässt), während der Saturn wohl leer ausgeht: Bei ihm sind keine koorbitalen Bahnen kleiner Himmelskörper möglich oder jedenfalls noch instabiler als beim Uranus, der seinen aktuellen Trojaner in spätestens einer Million Jahren wieder verlieren wird.

Daniel Fischer

 
 
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ESO-Veröffentlichung mit Originalarbeit:
www.eso.org/public/germany/news/eso1337
Das Lithium-Problem:
www.skyandtelescope.com/news/Sun-Loses-Lithium-with-Age-221836221.html
 

Seine chemische Zusammensetzung ähnelt derjenigen der Sonne stärker als bei jedem andere bekannten »Sonnenzwilling« bisher: HIP 102152 fällt damit aus dem Rahmen, denn bei 85% der Sterne mit Spektraltyp, Masse und Leuchtkraft der Sonne weicht die Chemie im Detail deutlich ab. Vermutlich liegt dies daran, dass in den terrestrischen Planeten der Sonne viele schwerere Elemente »verbaut« wurden, die sonst in den Sternen selbst landen.

Ob dies auch bei HIP 102152 die Erklärung ist, ist (noch) nicht bekannt, wohl aber sein hohes Alter von 8,2 Mrd. Jahren: Er zeigt gewissermaßen die ferne Zukunft der Sonne. Dabei fällt auf, dass er von allen Sonnenzwilligen das wenigste Lithium enthält: An dessen im Laufe eines Sternlebens ständig schwindender Menge kann man offenbar recht gut das Alter eines Sonnenzwillings ablesen.

Daniel Fischer

 

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 

Termine vom 12.9.–27.9.2013

DatumVeranstaltungAnsprechpartner
14.9.3. Mitwitzer Sternennacht, 96268 Mitwitz (Ausweichtermin 28.9.)Matthias Steinert, 09266/991813, fotosteini@t-online.de
14.9.8. Internationale Astronomiemesse AME, 78056 Villingen-Schwenningenwww.astro-messe.de
22.9.Tag der Luft- und Raumfahrt, DLR-Gelände, 51147 Köln-Porzwww.dlr.de
27.9.–29.9.21. Österreichischer CCD-Workshop, A-8630 MariazellGünther Eder, 0043/676/5233070, astroteam.mariazell@gmx.net, ccdeder.freewebspace.com/ccdws2002/indexws03.htm
27.9.–29.9.7. Ravensburger Teleskoptreffen (RATT), Teufelsberg, 88263 Horgenzellwww.ratt-rv.de/ratt-infos.html
 
Das MeoSport 8×25 von Meopta weist eine dicke Gummiarmierung und groß dimensionierte Augenmuscheln auf. [ICS]

Ferngläser mit 25mm Öffnung sind wegen der vergleichsweise geringen Öffnung nicht gerade die erste Wahl, wenn es um die astronomische Nutzung geht. Aber sie sind einfach klein, leicht, lassen sich unbeschwert den ganzen Tag tragen und sind daher sehr vielseitig nutzbar, durchaus gelegentlich auch für die Astronomie. So wie neulich, als der Autor während des Urlaubs die Meldung von der Nova im Sternbild Delphin über den interstellarum-Newsletter erhielt: Ein mitgeführtes 8×25 Fernglas half bei der ersten Sichtung und Identifizierung des Objekts.

Die Firma Meopta hat ein neues Glas genau dieser Größe vorgestellt, das MeoSport 8×25. Es ist das erste Glas einer neuen Baureihe des tschechischen Herstellers, der bisher mit den Modellen der MeoPro- und MeoStar-Serien am Markt vertreten ist. Das Gehäuse des kleinen Dachkant-Glases ist gummiarmiert und bis 5m druckwasserdicht. Das tatsächliche Gesichtsfeld beträgt 6,3° bzw. 110m Sehfeld auf 1000m. Die herausdrehbaren und in verschiedenen Positionen rastbaren Augenmuscheln sind recht groß dimensioniert und sollen damit eine klare Positionierung am Auge und eine gute Abschattung von Streulicht erlauben. Der Hersteller gibt den Pupillenabstand mit 18mm an, als Naheinstellgrenze werden 3m genannt. Der Dioptrienausgleich von ±3dpt wird am rechten Tubus an einem Einstellring vorgenommen. Das 390g leichte und 120mm × 112mm × 38mm messende Glas wird in der Farbe Grün für 148€ angeboten.

Frank Gasparini

 

Die Sonde ist klein (248kg plus Treibstoff) und ihre Aufgabe exotisch, aber Start des Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer (LADEE) der NASA kurz vor Mitternacht Ortszeit am 6. September hat Aufsehen wie selten erzeugt – und das auch ganz buchstäblich. Dabei halfen das weithin klare Spätsommerwetter an der US-Ostküste und detaillierte Beobachtungshinweise in den Medien: Noch aus großer Distanz wurden das Aufsteigen der Minotaur-V-Rakete von der Insel Wallops vor dem US-Bundesstaat Virginia aus und ihre Stufentrennungen am Himmel beobachtet. Aber das war erst der Anfang: Auf gleich drei Weisen sind die Öffentlichkeit – bzw. Teilgruppen davon – nun explizit aufgerufen, sich an der vorerst letzten Mondmission der NASA aktiv zu beteiligen. Dabei dürften die meisten bis zum Start von LADEE noch nicht einmal gewusst haben, dass der Mond überhaupt so etwas wie eine Atmosphäre – technisch korrekt: eine Oberflächen-Grenz-Exosphäre, d.h. freigesetzte Moleküle kollidieren anschließend kaum miteinander – und eine komplizierte Staubumgebung besitzt.

Die erste »Aufgabe« richtet sich an Schüler (nicht nur) in den USA, die über ein Radioteleskop die ungewöhnliche Bahn von LADEE zum Mond – Ankunft erst am 6. Oktober – über Frequenzmessungen am Funkträger verfolgen können. Wenn dann die wissenschaftlichen Beobachtungen des Orbiters mit seinen drei Instrumenten weitere 40 Tage später beginnen, sind Amateurastronomen rund um den Globus gefragt! Zum einen wird darum gebeten, möglichst lückenlos mit größeren Teleskopen (8 bis 14 Zoll) und Videokameras Impakte auf dem Mond aufzuzeichnen. Wer dazu nicht die nötige Ausrüstung besitzt, möge mit einfach(st)en Mitteln Meteore in der Erdatmosphäre zählen: Beides würde den LADEE-Auswertern Hinweise auf Schwankungen der Quellstärke für Gas und Staub auf der Mondoberfläche oder gar Freisetzungen größerer Mengen bei markanten Impakten geben. Die Kampagne dauert allerdings nur rund 100 Tage, dann ist der Treibstoff von LADEE verbraucht: Die mit 50km × 150 km Höhe sehr niedrige Bahn wird dann rasch instabil und ein Absturz unvermeidlich.

Daniel Fischer

 
 
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Tag der Offenen Tür (PDF):
3-03_HoherList.pdf
Mittlerweile gestoppter Ausverkauf:
www.oculum.de/newsletter/astro/100/90/3/193.cu1ex.asp#10
 

Nach der Schließung des Observatoriums Hoher List und der geplanten Abgabe der Teleskope besteht nun doch wieder etwas Hoffnung den Beobachtungsbetrieb in der Vulkaneifel zumindest in Teilen wieder aufzunehmen. Bis Ende September wurde mit der Universität Bonn ein Moratorium erreicht, das den Ausverkauf der Geräte erst einmal stoppt.

Nach Mitteilung von Harald Simon hat die Astronomische Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List e.V. (ehemals Förderverein Observatorium Hoher List der Universität Bonn) mit der Universität Bonn ab 1. September 2013 einen 1-jährigen Untermietvertrag abgeschlossen, der die Nutzung des 1m-Teleskops und der angeschlossenen Räume für Vorträge und Ausstellungen ermöglicht. Ab 11. September sind dann wieder für interessierte Besucher jeden Mittwoch ab 14:00 Uhr Führungen durch das Gebäude vorgesehen. Es soll auch wieder – wie früher einmal monatlich – an einem Abend ein wissenschaftlicher Vortrag gehalten werden.

Darüber hinaus findet zur Wiedereröffnung am 14.September ab 14:00 Uhr ein Tag der Offenen Tür statt, mit Führungen, Himmelsbeobachtung am 1m-Teleskop und Sonnenbeobachtung, wenn es das Wetter zulässt. Amateure mit ihren Teleskopen sind dazu auch herzlich eingeladen. Weitere Informationen: digital.simon@gmx.de

Frank Gasparini

 
 
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Zukünftige Simon-Marius-Webseite:
www.simon-marius.net
Nürnberger Astronomische Gesellschaft:
www.nuernberger-astronomische-gesellschaft.de
Infos über Simon Marius:
www.pl-visit.net/index.php?hauptnav=wissenschaft&unternav=simonmarius
 

Simon Marius (1573–1624) entdeckte in Ansbach zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde, publizierte seine Ergebnisse aber erst in Nürnberg 1614 im Mundus Iovialis, der damit im Jahr 2014 auf 400 Jahre zurückblicken kann.

In genau 157 Tagen [gerechnet vom Samstag 14.9.] wird deshalb das Marius-Portal eröffnet. Der markgräfliche Hofastronom wird damit erstmals vollständig dokumentiert. Alle Werke, Sekundärliteratur, Presseberichte, Vorträge und Internetseiten werden unter der Adresse www.simon-marius.net nachgewiesen und, wo zulässig, angezeigt. Eröffnet wird das Marius-Portal am 18. Februar 2014 im Staatsarchiv Nürnberg mit einer Pressekonferenz um 10 Uhr.

Die Nürnberger Astronomische Gesellschaft hat daher mit ihren Partnern in Ansbach, Bamberg, Erlangen, Gunzenhausen, Ingolstadt und Nürnberg das »Simon-Marius-Jubiläum 2014« ausgerufen. Vorbereitet werden Vorträge, eine Tagung, Publikationen und insbesondere ein zentrales 16-sprachiges Portal, das die Literatur von und über Marius zusammenführt und der internationalen Wissenschaft wie auch interessierten Bewohnern der Region verfügbar macht.

Pierre Leich

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom 12.9.–27.9.2013 (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung
15.9. 6:00 ZDF neo Das Universum – Eine Reise durch Raum und Zeit: Der Urknall 45min. 16.9.: 5:50, 19.9.: 2:20
16.9. 2:05 ZDF Frag den Lesch: Wohin mit dem radioaktiven Müll? 15min. 16.9.: 4:20
20.9. 23:15 ZDF neo Reiseführer durch die Galaxie: Jupiter 45min. 21.9.: 12:45, 22.9.: 2:00
21.9. 0:00 ZDF neo Reiseführer durch die Galaxie: Neptun und Uranus 45min. 21.9.: 0:00, 13:30
22.9. 6:00 ZDF neo Das Universum – Eine Reise durch Raum und Zeit: Galaxien 45min. 26.9.: 2:20
23.9. 2:25 ZDF Frag den Lesch: Fracking: Die Methode und die Folgen 15min. 24.9.: ZDF neo: 6:15, 26.9.: ZDF neo: 5:50
25.9. 22:45 BR-alpha alpha-Centauri: Was ist ein Schwarzes Loch? 15min. 26.9.: 1:30, 10:15, 27.9.: 11:45

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
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interstellarum 90 (Oktober/November 2013) ist ab dem 13.9. am Kiosk und in unserem Shop erhältlich. Sie lesen dort unter anderem:

• Faszination Polarlicht: Experten-Fototipps für Nordlicht-Reisen
• Hintergrund: Neues aus der Polarlichtforschung
• Deep-Sky: Galaxien aller Typen im Teleskop
• Fotowettbewerb: Die Sieger 2013
• ISON: Riesen-Komet oder Riesen-Flop?

 

Hinweis

Verschaffen Sie sich schon jetzt einen ersten Eindruck vom neuen Heft und nutzen Sie einfach die Blätterfunktion.

 
 
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AME 2013:
www.astro-messe.de
interstellarum
Deep Sky Atlas:
www.deepskyatlas.de
 
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Die 8. AME – die inter­nationale Astro­nomie-Messe – fin­det am 14.Sep­tem­ber in Villingen-Schwenningen statt und der Oculum-Verlag ist natürlich wieder dabei. Die AME bietet der in­ter­essier­ten Astro­nomie-Welt die passende Platt­form: für alle Trends und Themen, die Amateurastronomen bewegen und die Zukunft bestimmen; für alle Neuheiten und Produkte, die Menschen und Märkte erreichen.

Ein Höhepunkt der Messe stellt der Fotowettbewerb von Astrosysteme Austria (ASA) und interstellarum dar. ASA und interstellarum hatten unter dem Motto »Astrofotograf des Jahres 2013« zu einem astronomischen Fotowettbewerb eingeladen. Mehr als 1500 Fotos gingen in diesem Zeitraum ein und wurden von einer prominent besetzten Jury geprüft, sortiert und ausgewählt. Und am 14. September ist es nun soweit: Die Gewinner werden öffentlich gekürt.

Das astronomische Highlight für den Oculum-Verlag stellt die Präsentation des neuen Deep Sky Atlas dar. Erleben Sie den interstellarum Deep Sky Atlas in seiner Normal- und wasserfesten Premiumausgabe live an unserem Stand und informieren Sie sich gerne vorab unter www.deepskyatlas.de.

 
 
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Know-how:
www.interstellarum.de/knowhow.asp
 

Seit Heft 86 hat interstellarum ein neues Gesicht und einen neuen Look. Wir möchten auch Sie als Leser mit einbinden: Grundlage unserer neuen Rubriken Praxis Kow-how und Technik Know-how sind die Fragen und Anregungen unserer Leser an die Experten Uwe Pilz (Praxis) und Stefan Seip (Technik).

In jeder Ausgabe werden daraufhin ganz konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Astropraxis und zur Astrofotografie vorgestellt. Zum Beispiel das Zeichnen von Sonnenflecken bzw. die Herstellung dreidimensionaler Himmelsaufnahmen.

Wenn Sie konkrete Fragen oder Vorschläge zur Praxis und Technik der visuellen Beobachtung und Fotografie haben, dann lassen Sie uns es wissen!

Hinweis

Senden Sie uns Ihre Frage, optional mit dazu gehörender Abbildung:

www.interstellarum.de/knowhow.asp

Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung!