<% @ LANGUAGE=VBScript LCID=1031 %> <% Option Explicit %> <% Dim Nummer, Beginn, Ende, BeginnOhneJahr Dim objNLCon, strNLCon, objLastCon, strLastCon Dim objNLRS, strNLSQL, objLastRS, strLastSQL Dim Beginncdate, Endecdate Nummer = 187 Beginn = "3.5.2013" Ende = "17.5.2013" %> interstellarum – Astronomie-Newsletter <% Response.Write Nummer %> 20 And minute(now) <= 40 Then Response.Write("style='background-image: url(../../../../../interstellarum/images/bg/bg2.jpg);'") Else Response.Write("style='background-image: url(../../../../../interstellarum/images/bg/bg3.jpg);'") End If %> onload="startList()"> <% =NLBannerTop %> <% =NLBannerRight %>
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Wichtige Astronomische Ereignisse vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %>

Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 
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Die Finsternis mit einer Flugzeugsilhouette im Vordergrund. 22:10 MESZ, 1000mm-Teleobjektiv bei f/10, Canon EOS 1100D, ISO 400, 1/400s. [Ignacio Llorens]

Manch einer mag sich vor dem 25. April gedacht haben, man würde kaum etwas von einer Mondfinsternis sehen, bei der der Vollmond nur Bogenminuten weit und für gerade einmal 27 Minuten in den Kernschatten der Erde eintreten würde – umso größer dann die Überraschung, wie auffällig der Effekt für das bloße Auge einerseits und für Fototechniken jedweder Art andererseits tatsächlich war. Bei der Beobachtung im Fernglas oder Teleskop war die Verfinsterung allerdings weniger auffällig. Der nicht bedachte Grund, warum die Mondfinsternis unterschätzt wurde: Auch der innere Bereich des Halbschattens der Erde ist bereits ziemlich dunkel, so dass sich selbst vor und natürlich während der Partialität ein ausgeprägter Schatten über einen viel größeren Bereich des Vollmonds legte als was letztlich in den Kernschatten geriet! Und das war mit der »Vergrößerung 1׫ des unbewaffneten Auges eben besonders deutlich zu erkennen, genau so wie mit kontrastreich arbeitender Fotografie.

Diese Mondfinsternis gehört zu einem Trio aus drei Finsternissen in Zweiwochenrhythmus: Als nächstes folgt am 9./10. Mai eine ringförmige Sonnenfinsternis, die nur bei Sonnenaufgang in Australien Land berührt, und am 25. Mai gibt es eine weitere Mondfinsternis, gegen die diejenige vom April sogar groß war: Dann wird der Mond nur eine halbe Stunde lang den Außenrand des Halbschattens der Erde streifen, was eine allenfalls mit aufwendigen Fototricks nachweisbare minimale Verdunklung verspricht, und das im Wesentlichen auch nur für Südamerika.

Daniel Fischer

 
 
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Meteorstromkalender (PDF):
www.imo.net/files/data/calendar/cal2013.pdf
 
 
TIPP DER REDAKTION
interstellarum 83, Hauptartikel
Sternschnuppen-Schnappschüsse – Tipps zur Fotografie von Meteoren
www.interstellarum.de/ausgabe.asp?Nummer=83
 
Meteore – Eine Einführung für Hobby-Astronomen
von Jürgen Rendtel und Rainer Arlt
www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=62
 
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Radiantendrift der η-Aquariden im April/Mai 2013 [F. Gasparini, interstellarum]

Im Spätwinter und Frühling sind in unseren Breiten keine Meteorströme aktiv, die sonderlich hohe Meteorraten erzeugen. Die Lyriden mit ihrem Maximum am 22.4. litten unter dem fast vollen Mond, in dieser Hinsicht etwas günstiger zu beobachten sind die η-Aquariden Anfang Mai.

Die η-Aquariden, deren Ursprungskomet wie bei den Orioniden im Oktober 1/P Halley ist, sind im Zeitraum vom 19.4. bis 28.5. aktiv. Sie fallen durch vergleichsweise schnelle Meteore auf. Das Maximum ist relativ breit und zieht sich über mehrere Tage hin, dabei kommt es immer wieder zum kurzzeitigen Anstieg der Meteoraktivität. Die stündliche Zenitrate (Radiant theoretisch im Zenit, Grenzhelligkeit bei 6,m5) liegt in diesem Zeitraum immer über 30. Das Maximum wird für die frühen Morgenstunden des 6.5. angegeben, wobei die Höhe der Aktivität von Jahr zu Jahr variiert.

Der Radiant der η-Aquariden geht in Mitteleuropa erst gegen 3:00 MESZ auf und erreicht zum Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont) nur eine Höhe von rund 20° über dem Ostsüdosthorizont. Daher wird – bei einer stündlichen Zenitrate von 30 zum Dämmerungsbeginn – real nur ein Drittel der möglichen Meteore sichtbar sein, also etwa 10 pro Stunde.

André Knöfel

 

In den Tagen rund um die Opposition (28.4.) strahlten die Saturnringe erheblich heller als sonst, während sich die Flächenhelligkeit des Planeten selbst nicht veränderte: Dieses nach seinem Entdecker oft Seeliger-Effekt genannte und schon lange bekannte Phänomen ist immer noch Gegenstand intensiver Forschung. Mindestens drei Prozesse (die z.B. auch den Vollmond extra hell aufleuchten lassen) tragen zu der Aufhellung bei: Die Eisteilchen in den Ringen schatten einander aus Erdsicht weniger ab, in den Teilchenoberflächen selbst verschwinden ebenfalls alle Schatten, und es kommt wellenoptisch zu kohärenter Rückstreuung des Sonnenlichts.

Selbst das Hubble Space Telescope wurde bei vergangenen Saturnoppositionen schon bemüht, um diese Effekte zu trennen: Bei den A- und B-Ringen dominiert demnach die kohärente Rückstreuung den Oppositions-Effekt, beim C-Ring ist es die geringer wirksame gegenseitige Abschattung.

Daniel Fischer

 

Der Mirastern im Hals des Sternbilds Schwan (Cygnus) hat Ende April 4,m0 erreicht und ist gut mit freiem Auge zu sehen. Die Helligkeit von χ Cygni kann gut mit η Cygni (3,m9) verglichen werden. Das Maximum ist für den 23.5.2013 vorherberechnet, aber Unregelmäßigkeiten im Lichtwechsel von einigen Wochen kommen vor.

Die Rekordhelligkeit von 3,m3 wird diesmal wohl nicht erreicht werden, aber der Stern ist jedenfalls nur selten so hell wie jetzt. Der Lichtwechsel von χ Cygni hat eine Periode von 408 Tagen. Der Stern ist im Minimum nur 13m bis 14m hell und nur mit guten Karten im Sterngewimmel der Milchstraße im Schwan zu identifizieren.

Wolfgang Vollmann

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
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Pressemitteilung der MPG zur Entdeckung:
www.mpg.de/7103891/extrasolare_planeten
Theoretische Analyse:
arxiv.org/abs/1304.5058
Kritik an Übertreibungen:
www.smallerquestions.org/blog/2013/4/23/bursting-the-bubble-around-water-worlds-kepler-62e-and-62f.html
 

Die Schlagzeilenerfinder für Pressemitteilungen waren kaum zu bremsen gewesen: »Zwei Wasserwelten zum Preis von einer« glaubte etwa die Hardvard-Universität verkünden zu können, bislang »aussichtsreichste Kandidaten für lebensfreundliche Exoplaneten« sah das MPI für Astronomie, »zwei neue Erden« gar die Max-Planck-Gesellschaft. Die Realität ist nüchterner aber noch spannend genug: Wieder einmal hatte der Kepler-Satellit ein System mit mehreren Planeten entdeckt, die allesamt vor dem Sternscheibchen herziehen – und die beiden äußeren der fünf befinden sich in der »habitablen Zone« des K-Sterns mit 70% der Sonnenmasse und 60% des Sonnendurchmessers. Bekannt sind aber lediglich die Durchmesser – vom 1,61- bzw. 1,41-fachen des irdischen – von Kepler-62e und -62f, ihre Umlaufszeiten von 122 und 267 Tagen und wie viel Strahlung sie von ihrem Stern erhalten: 120% bzw. 40% der Strahlung, die die Erde von der Sonne erhält. Statistisch lässt sich ferner noch überzeugend demonstrieren, dass es sich wirklich um Planeten des Sterns handelt, dessen periodische Helligkeitsabnahmen keine andere Ursache haben als ihre Transits, aber mehr Informationen gibt es nicht: Insbesondere konnten die Massen der beiden Planeten auf keinem Wege bestimmt werden.

Damit sind freilich auch ihre Dichten völlig unbekannt und alle Schlüsse über ihre Beschaffenheit reine Theorie! »Wir wissen nicht, ob Kepler-62e und -62f eine felsige Zusammensetzung, eine Atmosphäre oder Wasser besitzen,« heißt es denn auch eindeutig in der wissenschaftlichen Arbeit zur Entdeckung der Planeten: »Bis wir kein brauchbares Spektrum ihrer Atmosphären haben, können wir nicht bestimmen, ob sie wirklich habitabel sind.« Mit ihren Durchmessern nur 40% bzw. 60% größer als die Erde sind diese Super-Erden aber immerhin die kleinsten Planeten im Transit, die Kepler bisher in der habitablen Zone eines fremden Sterns entdeckt hat. Nur Kepler-62f befindet sich allerdings sicher in der neuerdings definierten »engen« habitablen Zone, -62e (wie auch -22b) dagegen in einer breiteren unter optimistischen Annahmen. Vermutungen über die Natur von Kepler-62e und -62f lassen sich zum einen über die Analogie mit anderen Exoplaneten ähnlichen Durchmessers wie Kepler-10b und CoRoT-7b anstellen, deren hohe Dichten direkt bestimmt wurden und die eindeutig felsig sind. Kepler-62e und -62f sind somit zumindest »die ersten gangbaren Kandidaten« für komplett von flüssigem Wasser bedeckte Exoplaneten, wie es in einer unabhängigen theoretischen Arbeit heißt: Insofern wieder ein weiterer aber nicht entscheidender Schritt hin zur Entdeckung der ersten »fremden Erden«.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0012821X12006012
 
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Übersicht der globalen Vulkanverteilung auf Io (gelbe Dreiecke). Wie sich herausstellt, befindet sich die überwiegende Anzahl von ihnen an Orten, an denen es sie nicht geben sollte. Nimmt man an, dass sich die Vulkane über den stärksten inneren Hitzequellen befinden, verwundert es, dass die vulkanischen Aktivitäten durchschnittlich 30° bis 60° östlich der zu erwartenden Positionen auftreten. [David Williams, Arizona State University]

Der innerste der vier großen Jupitermonde Io ist neben der Erde der einzig bekannte Körper des Sonnensystems mit aktivem magmatischen Vulkanismus. Die Mondoberfläche zeigt sich im Wesentlichen sehr eben mit Höhen­unter­schieden von weniger als einem Kilometer, aber es sind auch Erhebungen von bis zu 9km Höhe bekannt, die nicht vulkanischen Ursprungs sind und vermutlich durch tektonische Prozesse entstehen. Für einiges Erstaunen sorgte die Feststellung, dass sich einige hundert heiße Stellen (Hotspots) auf der Oberfläche nicht dort befinden, wo sie sein sollten. Mit den Vorhersagen der gängigen thermodynamischen Tiefenmodelle lassen sich weder die Abweichungen, noch die dazu führenden Gründe schlüssig nachvollziehen.

Die vulkanische Aktivität auf Io wird durch Gezeitenkräfte verursacht, die den Mond regelrecht durchkneten und dadurch aufheizen. Allein die Auswirkungen der Gezeitenkräfte Jupiters auf Io sind mehr als 6000-mal stärker als die des Erdmonds auf die Erde. Die zusätzlichen Gezeitenkräfte von Europa und Ganymed liegen noch immer in der Größenordnung der des Mondes auf die Erde. Durch die gebundene Rotation von Io ist jedoch nicht die absolute Stärke der Gezeitenkräfte des Jupiters entscheidend, sondern nur ihre Änderung. Io wird durch einen Resonanzeffekt mit den Monden Europa und Ganymed, deren Umlaufzeiten im Verhältnis 1:2:4 zueinander stehen, auf eine leicht elliptische Bahn um Jupiter gezwungen, so dass die Variation der Gezeitenkräfte des Jupiters allein durch die Variation des Abstandes noch 1000-mal so groß ist wie der Einfluss der Gezeitenwirkung des Mondes auf die Erde. Aufgrund des geringen Abstandes zu Jupiter führt diese Libration in Länge des Satelliten zu periodisch wandernden Gezeitenbergen von bis zu etwa 300m Höhe. Die entsprechenden Deformationen der Erdkruste betragen lediglich 20cm bis 30cm. Wenn die Umlaufbahn von Io kreisförmig wäre, dann wären ihre Gezeitenberge unbewegt und es gäbe auf dem Jupitermond vermutlich keinen Vulkanismus.

Die genauen Auswirkungen dieser Aufheizung auf das Mondinnere sind noch nicht gänzlich verstanden. Allerdings erfreuen sich zwei Szenarien jüngst verstärkter Beliebtheit: zum einen die Aufheizung des Mondes bis tief in den Kern hinein, zum anderen die leicht favorisierte Ansicht, dass die aufgeheizte Zone lediglich eine relativ flache und plastisch verformbare Schicht unterhalb der Kruste – die sogenannte Asthenosphäre – bildet. Durch Vergleich der Positionen bekannter heißer Stellen mit den Vorhersagen verschiedener Tiefenmodelle zeigte sich ein systematischer Versatz zwischen beobachteten und vorhergesagten Vulkanpositionen, der nicht mit den derzeitigen Gezeitenmodellen in Einklang zu bringen ist. In der Regel finden die vulkanischen Aktivitäten 30° bis 60° östlich der erwarteten Positionen auf.

Neue Erklärungsansätze reichen von einer unbekannten inneren Struktur, die es der Magma ermöglicht, deutliche Distanzen zwischen den Punkten höchster Erhitzung bis zu den Regionen zurückzulegen, in denen sie die Kruste durchbrechen kann, über eine höher als erwartete Rotationsgeschwindigkeit des Mondes, bis hin zu einer fehlenden Komponente in den bestehenden Gezeitenheizungsmodellen. Eine solche Komponente könnte auf Io der Eintrag (Tiden) eines unterirdischen Magma-Ozeans sein. Ios Ozean wäre allerdings nicht wie ein Ozean auf der Erde zu verstehen. Anstatt einer komplett flüssigen Schicht ist der Magma-Ozean wahrscheinlich mehr mit einem Schwamm zu vergleichen, der mindestens 20% Silikatschmelze innerhalb einer Matrix aus langsam deformierbarem Gestein aufweist.

Lars-C. Depka

 

Die ersten Aufnahmen des mit Spannung erwarteten Kometen C/2012 S1 (ISON) mit der WFC3-Kamera des Hubble Space Telescope am 10. April geben zwar keinen Aufschluss über dessen künftiges Verhalten, haben aber eine wichtige Information über dessen Kern geliefert: Sein Durchmesser scheint mit weniger als 4km – was in Pressemitteilungen nicht korrekt angegeben wird! – verblüffend klein für einen Kometen, der bereits in Jupiterabstand von der Sonne einige Aktivität (Komadurchmesser 5000km, Schweiflänge 90000km) zeigt.

Es gibt sogar schon einen ausgeprägten Staubjet in der Koma, doch andererseits steigen deren Gesamthelligkeit und ihr Durchmesser seit Monaten nur sehr langsam an, was immer wieder Sorgen um seine weitere Entwicklung bis zum Jahresende auslöst.

Daniel Fischer

 

19 Jahre ist es jetzt her, dass der Komet Shoemaker-Levy 9 in zwei Dutzend Fragmente zerbrochen auf den Planeten Jupiter stürzte und zunächst auffällige dunkle Wolken hoch über dessen Wolken hinterließ. Die sind schon lange wieder verschwunden, aber der Infrarotsatellit Herschel – dessen Betrieb übrigens am 29. April zu einem Ende kam – hat nun starke Indizien dafür gefunden, dass sich weiterhin Wasser aus den Kometenkernen in der Planetenatmosphäre befindet.

Denn deren Wasseranteil erweist sich als ausgesprochen asymmetrisch, mit dem größten Vorkommen genau in jener Breitenzone, in die die Kometenkerne stürzten, und dort wiederum hoch in der Stratosphäre. Kein bekannter meteorologischer Effekt kann zu solch einem Bild geführt haben, und es gibt auch keine andere plausible kosmische Quelle für das Atmosphären-Wasser.

Daniel Fischer

 

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
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Astronomie im Norden:
www.astronomie-nord.de
Sternfreude Oldenburg:
www.avos.org
 

Rund 60 Sternfreundinnen und Sternfreunde aus dem norddeutschen Raum kamen am Vormittag des 27. April 2013 in die Hansestadt an der Ostsee zusammen, um im Vortragsraum der dortigen Sternwarte die neuesten Astrofotos anzuschauen und Ergebnisse zu diskutieren. Hauptthemen des Treffens waren der Venustransit vom 6. Juni letzten Jahres und der Komet PANSTARRS. Gleich mehrere Teilnehmer hatten Filme und Animationen über den Venustransit dabei, die in der Regel aus Einzelaufnahmen zusammenaddiert waren. Besonders beeindruckend war dabei die Schilderung von Carsten Jonas, der am »Kometenflug« am 16. März 2013 teilgenommen hatte. Die Begegnung von PANSTARRS mit M 31 war von vielen fotografiert worden. Jost Jahn auf Amrum und Marco Ludwig in Neumünster hatten nahezu zeitgleich beide Objekte aufgenommen und dabei einen durchziehenden Satelliten erwischt. Der Vergleich beider Bilder zeigten einen deutlichen Versatz in der Bahn des künstlichen Himmelskörpers.

Weitere Höhepunkte waren ein Vortrag von Erik Wischnewski über fotografische Sternspektroskopie mit einem Blazegitter und einer von Bruno Mattern über extrem langbelichtete Galaxienaufnahmen, die z.B. bei M 51 gigantische Materiebögen zeigten. Erste Einblicke in die neue »Magic Lantern«-Firmware für Canon EOS-Kameras, Aufnahmen aus dem lichtverseuchten Hamburger Stadtteil Altona von Jupiter, einem seiner Monde und Uranus oder das Zustandekommen von Fulldome-Zeitrafferfilmen mittels Fisheyeobjektiv sowie ein Mosaik des Vollmondes waren weitere Programmpunkte.

Nach etwa fünf Stunden war das Treffen mit vielen Aufnahmen, die wieder einmal die Möglichkeiten moderner Astrofotografie vor Augen führten, schon wieder vorbei. Das Herbsttreffen wird möglicherweise in Wardenburg bei Oldenburg stattfinden, Offizielles wird noch bekannt gegeben.

Manfred Holl

 
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Die ersten 786 Exoplaneten und unser Planetensystem im selben Maßstab. Exoplaneten gibt es genug, wie diese Visualisierung (deren dargestellte Durchmesser oft nur Schätzungen sind) andeutet – ob und wie sie mit klangvollen Namen versehen werden könnten, ist eine ganz andere Frage. [xkcd, unter CC2.5-Lizenz]

»51 Pegasi«, »Corot-7b« oder nun (s.o.) »Kepler-62e«: Schon diese simplen Katalognummern lösen bei Kennern der Exoplanetenforschung aufregende Assoziationen aus, nämlich vom ersten zweifelsfrei entdeckten Planeten eines anderen Hauptreihensterns als der Sonne, dem ersten vermutlich felsigen Exoplaneten und dem vielleicht »erdähnlichsten« bis heute. Aber würde die breite Öffentlichkeit mit diesen – und tausenden anderen mehr oder weniger sicher nachgewiesenen – fernen Welten, deren aufwendige Suche sie schließlich bezahlt, nicht eine innigere Beziehung pflegen, wenn sie »richtige« Namen hätten, wie sie schließlich auch jedem winzigen Kleinplaneten zustehen? Leider sind viele – gerade auch besonders interessante – fremde Planeten nur »teilweise« entdeckt: Oftmals ist ihre schiere Existenz nicht restlos sicher, und meist fehlen über ihre physikalischen Eigenschaften entscheidende Informationen wie eine genaue Masse, geschweige denn über ihre Beschaffenheit und direkt abbilden lässt sich praktisch keiner. Aus diesem Grund hat es bislang auch weder seitens der Planetenentdecker noch der Internationalen Astronomischen Union (IAU), deren Regeln für Namensfragen im Kosmos weithin Anwendung finden, nennenswerte Schritte hin zu einem System der Planetentaufe gegeben – doch das ändert sich jetzt.

Bis diesen Herbst möchte die für Exoplaneten zuständige IAU-Kommission 53 nach sorgfältiger Überlegung ein Schema präsentieren, bei dem – wie der Autor erfahren hat – den eigentlichen Entdeckern der fernen Welten eine ähnlich zentrale Rolle wie bei den Kleinplaneten zuteil werden dürfte. Die Regeln für die Namensvergabe sollen dabei von Anfang an so stabil sein, dass peinliche Überraschungen aller Art vermieden werden. Ganz sicher fernhalten wird man sich von einer gelinde gesagt umstrittenen amerikanischen Firma, bei der neuerdings Exoplanetennamen gewissermaßen »gekauft« werden können, auch wenn neuerdings nur noch von einer »Adoption« die Rede ist (und auch »bis zur Hälfte« des Profits in Forschungsförderung abfließen soll). Exakt 994,99 US-$ kostet derzeit ein Planet, nämlich 4,99$ für die »Nominierung« plus 1000 Stimmen à 0,99$ dafür, die aber alle gleich selbst abgegeben werden können. Bevor dieses teure Internetspielchen entsprechend geändert wurde, hatte schon jemand den (keineswegs sicher existierenden) Alpha Centauri Bb auf genau letztere Weise für 742,50$ »erworben« und nach seinem verstorbenen Großvater »benannt«. Welches Verfahren auch immer die IAU einführen mag, um einzelnen Exoplaneten zu allgemein akzeptierten Namen zu verhelfen: Noch ungeeigneter kann es schwerlich sein.

Daniel Fischer

 
 
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Bringing Down the Universe:
www.universedowntoearth.org
Einrichtung des OAO:
www.iau.org/science/news/168
 

Ohne viel Aufhebens ist kürzlich die erste Version einer neuen Webseite des erst letztes Jahr eingerichteten Office for Astronomy Outreach der Internationalen Astronomischen Union online gegangen: Wie die Leiterin des OAO, Sarah Reed, gegenüber interstellarum erklärt, soll hier eine »Web Community« für alle Amateurastronomen geschaffen werden, die sich im Internationalen Jahr der Astronomie als ideale Multiplikatoren erwiesen hätten.

Ein möglichst vollständiges öffentliches Verzeichnis der astronomischen Vereinigungen weltweit ist daher das erste Ziel, als Ansprechpartner für die Profiastronomie wie zur Vernetzung untereinander: Das Eintragen neuer Vereine in eine Maske ist einfach. Auch andere Teile des Projekts sind schon jetzt nützlich, etwa ein Verzeichnis gemeinsamer astronomische Projekte (»Pro-Am«) von Profi- und Amateurastronomen.

Daniel Fischer

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %> (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
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Drehbare Himmelskarte:
www.himmelskarte.oculum.de
Featureliste:
www.oculum.de/oculum/seiten.asp?Nr=79&Thema=1
Ausführliche Anleitung:
www.oculum.de/oculum/download/drehbare-anleitung.pdf
 

Gerne kopiert – aber nie erreicht: Die Drehbare Himmelskarte von Oculum hat neue Maßstäbe gesetzt. Die 29cm große Karte wurde in der neuen 4. Auflage weiterentwickelt und verbessert. Diese Karte ist gleichzeitig für den Einsteiger leichter handhabbar und bietet für den Sternfreund mehr Informationsgehalt als andere drehbare Sternkarten.

Über 700 Sterne und fast 250 Himmelsobjekte sind auf der Karte verzeichnet – dabei sind Objekte, die mit einem Fernglas oder einem Teleskop lohnenswert zu beobachten sind, eigens gekennzeichnet. Die Farben sind auf die nächtliche Beleuchtung mit einer roten Taschenlampe abgestimmt, um die Anpassung der Augen an die Dunkelheit nicht zu stören. Anders als die meisten Sternkarten, deren Bezugspunkt mit 50° Nord und 15° Ost außerhalb des deutschen Sprachraums liegt, ist die Oculum-Himmelskarte für 10° Ost ausgelegt. Einzigartig ist eine spezielle Korrekturskala, mit deren Hilfe man ohne Rechnen die Korrektur für den Längengrad seines Beobachtungsorts einstellen kann. Die Drehbare Himmelskarte ist darüber hinaus ein vielseitiges himmelsmechanisches Werkzeug: Sonnenauf- und untergänge, Dämmerungszeiten und die Position von Mond und Planeten sind leicht zu bestimmen.

Die Rückseite erklärt den Gebrauch und gibt weitere Tipps zur Beobachtung sowie Daten zu ausgewählten Himmelsobjekten und eine Vorschau auf wichtige astronomische Ereignisse. Die Positionen von Sonne, Mond und Planeten, die aufgrund ihrer Bewegung nicht auf der Karte verzeichnet sein können, sind auf himmelskarte.oculum.de immer aktuell verfügbar.

Drehbare Himmelskarte – Zu jeder Stunde wissen, wo die Sterne stehen

Michael Feiler, Stephan Schurig

wasserabweisende Oberfläche, 29cm × 29cm, durchgehend farbig, (4. verbesserte Auflage)

ISBN 978-3-938469-66-8

14,90 Euro

 

Hinweis

Verschaffen Sie sich schon jetzt einen ersten Eindruck auf einigen Beispielansichten.

 
 
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ATT in Essen:
www.att-boerse.de
 

In gut einem Monat ist es wieder soweit: Die größte bundesdeutsche Astronomiemesse ATT lädt wieder hunderte von Interessierten nach Essen. Alle namhaften Astrohändler werden mit den von ihnen vertriebenen Produkten vor Ort sein und geben den Messebesuchern Gelegenheit, Teleskope und Zubehör in die Hand zu nehmen und käuflich zu erwerben. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Astrovereine, die mit ihren Ständen auf sich aufmerksam machen.

Auch der Oculum-Verlag ist wieder mit einem eigenen Stand und jeder Menge Neuheiten vertreten: Neben der Vorstellung des »Reiseatlas Mond« sind unter anderem auch die neusten Bücher der Astropraxis-Reihe – »Meteore«, »Galaxien« und »Kometen« – dabei. Außer dem gesamten Verlagsprogramm finden Sie auch wieder viele attraktive Angebote zu unserer Zeitschrift interstellarum.

Im Rahmen der interstellarum-Sternstunde senden wir erneut live von der Messe direkt ins Internet! Moderator Paul Hombach und Daniel Fischer als »rasender Reporter« führen Interviews mit Ausstellern, Organisatoren und Besuchern und vermittelt Ihnen Eindrücke von der Veranstaltung. Die genauen Sendezeiten und Links zum Livestream geben wir in einem Sondernewsletter vor dem ATT-Wochenende bekannt. So sind Sie direkt dabei, auch wenn Sie nicht vor Ort sein können.

Über Ihren persönlichen Besuch freuen wir uns natürlich am meisten.

 
 
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OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ ods-galerie.asp
Fotos einsenden:
www.interstellarum.de/ ods.asp
Zeichnungen und Beschreibungen einsenden:
www.interstellarum.de/ ods.asp?Maske=2
 

Die Objekte der Saison (OdS) laufen als Beobachtungsprojekt zum Mitmachen für alle Leser ununterbrochen seit interstellarum 1 (1994). In Heft Nr. 83 wurden die Offenen Sternhaufen M 25 und M 26 vorgestellt. Ihre Beobachtungsberichte dazu als Text – vom bloßen Auge bis zum großem Teleskop – und Ihre Astrofotos und Zeichnungen können Sie über unsere Eingabemasken direkt an uns senden.

Der Einsendeschluss für Heft 89 für beide Objekte ist am 20. Mai. Machen Sie mit – wir freuen uns über jeden neuen Teilnehmer!

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Hier können Sie Ihre Ergebnisse einsenden:

Zeichnungen und Beobachtungsbeschreibungen: www.interstellarum.de/ods.asp?Maske=2

Fotos: www.interstellarum.de/ods.asp

M 25 in der OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ods-galerie.asp?Direktlink=M 25

M 26 in der OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ods-galerie.asp?Direktlink=M 26