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INHALTSVERZEICHNIS Ausgabe <% Response.Write Nummer %> vom <% Response.Write Beginn %>
 
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AKTUELLE EREIGNISSE
 

Wichtige Astronomische Ereignisse vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %>

5.1. 1:02 MEZ Erde im Perihel
9.1. 8:30 MEZ Vollmond
13.1. 16:54 MEZ Venus bei Neptun, Venus 65' südlich
16.1. 10:08 MEZ Mond letztes Viertel
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 

Als am 24. Dezember 2011 um 17:26 MEZ ein heller Feuerball langsam über Mitteleuropa – mehrere deutsche Bundesländer inklusive – zog, zunächst als kompakte Kugel mit nachleuchtender Spur, dann mehr und mehr Teile verlierend und schließlich in einem Schauer aus Glut untergehend, wussten einige der zahlreichen Beobachter augenblicklich, was das gewesen war: jener Teil der Amateurastronomen nämlich, der sich mit der Verfolgung künstlicher Satelliten beschäftigt und aktuelle Starts und Bahnentwicklungen im Auge behält. Drei Tage zuvor war in Baikonur eine Sojus-Rakete mit drei Kosmo- und Astronauten zur Internationalen Raumstation gestartet, und die Oberstufe dieser Rakete hält sich nach dem Abtrennen der Kapsel typischerweise 3 bis 4 Tage in einer niedrigen Erdumlaufbahn. Unaufhaltsam treibt sie die Reibung an der Restatmosphäre in Richtung Boden, und wenn sie auf 120km abgesunken ist, geht alles ganz schnell. Wer sich mit Satelliten beschäftigt, hat – auch als Ausländer und Zivilist – die Möglichkeit, sich bei der amerikanischen militärischen Weltraumüberwachung USSTRATCOM anzumelden, die nach wie vor als einzige mit Netzen von Radaranlagen die Bahnen künstlicher Satelliten relativ komplett im Blick hat: Der Zugriff auf aktuelle Bahnelemente und auch Vorhersagen von Wiedereintritten ist dann frei.

Die letzte USSTRATCOM-Prognose für den Absturz der Sojus-Oberstufe war von 15:18 MEZ gewesen und hatte 17:37 MEZ ±3 Stunden gelautet: Wegen Unwägbarkeiten der atmosphärischen Dichteschichtung, der Orientierung unkontrollierter Weltraumkörper und deren extrem flachen Eintrittswinkels geht es schlicht nicht besser. Aber die Bahn des zerberstenden »Weihnachtssterns« am Himmel, wie auch viele Details der Erscheinung (insbesondere die sehr langsame Winkelbewegung) ließen nie einen Zweifel, dass dies die wiederkehrende Sojus-Stufe gewesen war. Und tatsächlich lieferte USSTRATCOM gegen 20:00 MEZ die abschließende Berechnung des wahrscheinlichen Absturzortes und -zeitpunktes aufgrund der letzten Radarkontakte, die mit 49°N 7°O und 17:25 MEZ ±1 Minute perfekt zu den Beobachtungen passte. All dies war in einschlägigen – und frei zugänglichen – Internetdiensten der Amateurastronomie binnen Stunden zu finden, nicht jedoch in den deutschen elektronischen Medien, die es unisono die nächsten 24 Stunden geradezu auskosteten, keinen Schimmer zu haben, was da »Geheimnisvolles« geleuchtet hatte. Eine derartige Peinlichkeit – die auch gewisse überrumpelte Behörden einschloss – künftig zu vermeiden, wird noch einige organisatorische Anstrengung erfordern.

Daniel Fischer

 
 
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Ausgewählte australische Bilder:
asv.org.au/lovejoy.php
Aufnahmen von Rob McNaught:
msowww.anu.edu.au/~rmn/C2011W3.htm
Stand Anfang 2012:
astrobob.areavoices.com/2012/01/03/comet-lovejoys-fading-glory
 

Die zwei Wochen währende Erscheinung des – zumindest nach Einschätzung aller, die ihn von der südlichen Hemisphäre aus genießen konnten – »Großen Kometen« Lovejoy ist kurz nach dem Jahreswechsel zu ihrem Ende gekommen: Zum einen stört nun wieder der Mond, vor allem aber hat die Flächenhelligkeit des Staubschweifs dramatisch abgenommen. Nur noch an sehr dunklem Himmel war er Anfang Januar mit bloßem Auge zu erkennen gewesen, mit etwas Lichtverschmutzung schon gar nicht mehr, und nur noch auf lang belichteten Weitwinkelaufnahmen war Lovejoy weiterhin eine stattliche Erscheinung: Die Sichtgeometrie führt dazu, dass die Länge des blassen Schweifs sogar noch zugenommen hat und zuletzt bei etwa 40° lag. Bis zur Monatsmitte könnten es sogar noch 50° bis 60° werden, doch es wird trickreicher Fototechniken aus der Deep-Sky-Fotografie bedürfen, um dies nachzuweisen. Während sie die Pracht des Lovejoy-Schweifs entfaltete, mit der besten Sicht kurz vor Weihnachten, war die Helligkeit der Kometen-Koma auf 5m zurück gegangen, und Lovejoy erschien vielen Beobachtern schlicht kopflos.

Eine Kondensation in der Koma, die auf einen noch aktiven (oder überhaupt noch existenten) Kern hinweisen würde, war auch mit professionellen Teleskopen bis 19m hinab nicht auszumachen, dagegen ein mysteriöser dichterer Balken im vorderen Teil des Schweifs, der urplötzlich aufgetaucht war und sich seither hält. Und noch rätseln die Kometenexperten auch, wie es der relativ kleine Kometenkern überhaupt geschafft haben konnte, die Hitze nur 150000km über der Sonnenoberfläche auszuhalten. Ein frisches Bruchstück des großen Mutterkörpers der Kreutz-Kometen könne es nicht gewesen sein, wird allgemein vermutet, eher ein Stück, das bereits mindestens einen Sonnenumlauf hinter sich und vom letzten Mal eine schützende Kruste zurück behalten hatte. Deren Aufbrechen kurz nach dem Perihel könnte auch erklären, wieso Lovejoy – entgegen allen Erwartungen – danach zunächst wesentlich aktiver war als davor. Und auch, wie er seine schon Nachrufe verfassenden Verfolger hatte täuschen können: Die angenommene Kruste ließ vor dem Perihel nur eine geringe Aktivität zu, weshalb sich der vermutlich mindestens 500m große Kern wie ein – dem sicheren Untergang geweihter – 100m-Brocken verhielt. Der Fall Lovejoy wird sicher noch einige Echos in der Fachliteratur produzieren.

Daniel Fischer

 

Visuelle Helligkeitsschätzungen des Kometen C/2010 G2 (Hill) liegen schon seit Dezember um 10m – aber nun melden mehrere fotografische Beobachter, dass die Helligkeit Hills auf ihren Aufnahmen um den Jahreswechsel schlagartig um knapp 2m zugelegt hat. Auch erscheint der Komet jetzt viel kondensierter mit einem fast sternförmigen Helligkeitsmaximum von ca. 13m innerhalb der ca. 1' großen Koma: ebenfalls ein Zeichen für einen Ausbruch – so wie ihn Hill schon einmal im Sommer 2010 erlebt hatte. Auch damals war die Helligkeit binnen weniger Tage um 2 Größenklassen angestiegen.

Daniel Fischer

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
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Frühe Beobachtungen:
arxiv.org/abs/1110.6201
Nichts bei Hubble:
arxiv.org/abs/1109.1593
Pressemitteilung:
news.caltech.edu/press_releases/13479
 
 

Die Supernova in der Galaxie Messier 101, die im Sommer zeitweise die 10m-Grenze knackte, war auch für die Astrophysik von enormem Interesse: In solcher relativen Nähe lässt sich eine Sternexplosion des Typs Ia nur selten verfolgen. Bemerkenswert gerade deshalb: Auf den besten HST-Aufnahmen der Galaxie war zuvor an dieser Stelle nichts zu sehen, was die Beteiligung einer ganzen Reihe von Riesensterntypen klar ausschließt – und der Verlauf der ganz frühen Lichtkurve ohne Hinweise auf einen ein der Explosion geschockten Begleiter weist in dieselbe Richtung. Supernovae des Typs Ia – ohne Wasserstoff im Spektrum und meist von ziemlich ähnlicher Maximalhelligkeit – werden durchweg auf Weiße Zwerge zurückgeführt, deren Masse durch Zugaben von außen über eine kritische Grenze getrieben wurde. Entweder ist dafür ein zweiter Weißer Zwerg verantwortlich, der mit dem anderen fusioniert (das »doppelt degenerierte« Szenario, da beide Beteiligten aus entarteter Materie bestehen), oder aber ein normaler Stern, von dem Materie auf den Weißen Zwerg strömt (»einfach degeneriert«).

Der zaghafte Verlauf der frühen Lichtkurve der SN 2011fe, deren Beobachtung schon wenige Stunden nach der Explosion begann, zeigt klar, dass der explodierte Körper höchstens einen Zehntel Sonnendurchmesser gehabt haben konnte: eindeutig ein Weißer Zwerg. Und die allerersten Spektren belegen, dass dieser aus Kohlenstoff und Sauerstoff bestanden hatte, wobei sich der Sauerstoff unerwartet gut in die Gaswolke mischte. Aus der anfänglichen Lichtkurve folgt ferner, dass der materiespendende Begleiter keinesfalls ein Roter Riese gewesen sein kann, denn die Kollision der Supernova-Ejekta mit ihm hätte die Explosion da schon um viele Zehnerpotenzen heller gemacht. Ein Hauptreihenstern als Massenspender ist hingegen möglich. Dazu passen auch die alten Hubble-Beobachtungen von Messier 101, auf denen am Explosionsort nichts zu erkennen ist und die 10× bis 100× schärfere Obergrenzen für die Helligkeit des Vorgängersystems liefern. Abermals scheiden ein Roter Riese und generell Sterne mit mehr als 3,5 Sonnenmassen aus, was erneut für einen Hauptreihenstern als ehemaligen Partner (aber ebenso gut ein doppelt degeneriertes System) spricht. Symbiotische Sternsysteme der Art von RS Ophiuchi, die oft als mögliche Vorgänger von Typ-Ia-Supernovae genannt werden, scheiden im Fall der SN 2011fe dagegen aus. Andererseits gibt es eine Reihe Untergruppen der Ia-Klasse, so dass vielleicht mehrere Arten von Vorgängersystemen denkbar sind.

Daniel Fischer

 
 
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Homepage der Mission:
dawn.jpl.nasa.gov
 
 

Wenn es darum geht, den Ursprungsort einer bestimmten Klasse von differenzierten Steinmeteoriten zu bestimmen, wird regelmäßig Vesta als Mutterkörper ausgemacht. Denn tatsächlich konnte ein bemerkenswert hoher Prozentsatz der Bruchstücke dem mit etwa 516km mittlerem Durchmesser zweitgrößten Kleinplaneten Vesta durch spektroskopische Übereinstimmung des Meteoritenmaterials mit der Oberfläche zugeordnet werden. Vesta bildete sich in der Frühzeit des Sonnensystems und war so über Milliarden von Jahren Kollisionen mit Klein- und Kleinstkörpern ausgesetzt. Ein ähnliches Schicksal hatten natürlich auch die übrigen Körper des sich bildenden Sonnensystems zu erleiden, weswegen die Frage nach den bevorzugten Funden von Vesta-Gestein im Zentrum eines gewissen Interesses stand. Noch im Oktober 1999 wurde beispielsweise ein Fall von wenigstens 25kg an Einzelstücken in Burkina Faso beobachtet.

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Der Querschnitt verdeutlicht die Ausmaße des Südpolarberges. Vom submarinen Fuß eines Berges aus gemessen, ist die aus den Vulkanen Mauna Kea und Mauna Loa bestehende Insel Hawaii die höchste Erhebung der Erde. Sie wird allerdings spielend vom Vesta-Berg übertroffen, der sich nur dem Schildvulkan Olympus Mons auf dem Mars geschlagen geben muss. [Russell et. al. (2011), EPSC]

Möglicherweise zeichnet ein einzelnes Ereignis für die Vielzahl an aufgefundenen Vesta-Meteorite verantwortlich. An Vestas Südpol erhebt sich ein im Vergleich zur Gesamtgröße des Kleinplaneten gewaltiger Zentralberg von erstaunlichen 21km Höhe. Er befindet sich inmitten eines Einschlagkraters, der Ergebnis eines heftigen Zusammenpralls ist. Dabei wurde Oberflächenmaterial zunächst stark komprimiert, federte dann aber zurück und hinterließ dabei ein Gebirge im Zentrum des Kraters. Ähnliche Strukturen sind auch auf vielen andern Körpern im Sonnensystem zu beobachten. Beim Aufprall soll – so die Vermutung – sehr viel Material aus der Kruste gesprengt worden und nach langer Reise auf der Erde angekommen sein. Als ein Indiz für diese Vermutung könnte das Alter des Berges gewertet werden. Da es sich bei ihm um eine später entstandene Formation handelt, ist er weniger verkratert als das ihn weiträumig umgebene Gelände. Anhand der Dichte der Verkraterung und der Verteilung der einzelnen Impaktkrater lässt sich auf das Alter des Berges schließen. Sollte diese Abschätzung mit dem Alter der auf der Erde gefundenen Bruchstücke verträglich sein, wäre dies ein eindeutiger Fingerzeig auf jenes Ereignis, das Vestas Steine vom irdischen Himmel fallen lies.

Lars-C. Depka

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1112.2210
 
 
Tipp der Redaktion
interstellarum 76, Titelthema:
Blaue Riesen: Besondere Sterne am Ende ihres Lebens
www.interstellarum.de/ausgabe.asp?Nummer=76
 
 

Zwischen 1838 und 1858 stieg die Helligkeit des Sterns Eta Carinae – der heute nur 6. Größe hat – während seiner großen Eruption auf bis –0,m8, was den blauen Riesenstern zeitweise zum zweithellsten Stern am ganzen Himmel nach Sirius machte: Die Energiefreisetzung hätte auch zu einer Supernova gepasst, doch den Stern mit seinen 100 bis 150 Sonnenmassen gibt es weiterhin. Zwar ist der Ausbruch von Eta Carinae mit seiner enormen Leuchtkraft in der Astronomie bisher einzigartig geblieben, aber zeitweilige Helligkeitssteigerungen um mehrere Größenklassen – und wie bei Eta Carinae mit starkem Massenauswurf verbunden – sind bei solchen »Luminous Blue Variables« (LBV) keine Seltenheit. In der populärsten Erklärung kommt es aus nicht näher bekannten Gründen zu erhöhter Leuchtkraft des Sterns und in der Folge einem enormen Sternwind, der eine optisch dichte Pseudo-Photosphäre um den Stern herum bildet: Sie müsste diesem Modell zufolge mindestens eine Temperatur von 7000 Kelvin haben, den Spektraltyp eines A- oder F-Sterns und starke Emissionslinien. Während Eta Carinaes großer Eruption gab es leider noch keine direkten Messungen des Sternspektrums, doch die sind nun nachgeholt worden: Auf dem Umweg von »Lichtechos« an interstellarem Staub erreichen nämlich auch heute noch Photonen der Eruption und insbesondere ihres Maximums von 1843 die Erde.

Solche Lichtechos machen sich als Helligkeitsmuster in interstellaren Wolken bemerkbar, die sich mit der Zeit verändern: An jedem Reflexionsort vollziehen sie die Lichtkurve des Helligkeitsausbruchs nach, aber die Reflektoren sind natürlich beliebig im Raum verteilt. Erst die Differenzbildung von Aufnahmen, die einige Jahre auseinander liegen, lassen die Lichtechos klar hervor treten. An einem besonders hellen Echo ließen sich auch Spektren aufnehmen, die den Zustand Eta Carinaes um 1843 zeigen – und diese entsprachen ganz und gar nicht den Erwartungen: Der Stern hatte bei seiner größten Helligkeit den Spektraltyp G und nur 5000 Kelvin Oberflächentemperatur. Auch waren nur Absorptionslinien wie bei kühlen Sternatmosphären zu entdecken und keine Emission: Das Szenario mit der Pseudo-Photosphäre scheidet aus! Eine Alternative wie eine hydrodynamische Explosion würde besser passen, aber auch sie ist nicht die ganze Antwort. Als Eta Carinae nämlich Ende des 19. Jh. einen weiteren kleineren Ausbruch erlebte, passte das Spektrum durchaus zu einer heißeren Pseudo-Photosphäre. Hatten also verschiedene Ausbrüche Eta Carinaes unterschiedliche Mechanismen? Das Verständnis für die LBV-Eruptionen generell – die in anderen Galaxien gerne Supernovae vortäuschen – hat durch die neuen Daten über Eta Carinae jedenfalls nicht zugenommen.

Daniel Fischer

 
 
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Pressemitteilung Iowa State University:
www.news.iastate.edu/news/2011/dec/KeplerPlanets
Pressemitteilung Universiteit Leuven:
fys.kuleuven.be/ster/Outreach/press-releases/planetsformerredgiant
Pressemitteilung University of Arizona:
uanews.org/node/43786
 

Noch haben sie nur vorläufige Nummern, KOI 55.01 und 02, aber es gilt als weitgehend sicher, dass periodische Helligkeitsschwankungen eines Sterns, den der Kepler-Satellit überwacht, auf das an zwei Planeten reflektierte Licht sowie deren eigene Emission von der Tagseite zurückgehen (Durchgänge vor seinem Scheibchen vollführen die beiden leider nicht). Was den Fall so interessant macht, ist der geringe Abstand der beiden Himmelskörper von ihrem Stern: Der war einmal ein gigantischer Roter Riese, aber nun umkreisen sie den B-Unterzwerg in nur 0,006AE und 0,008AE Abstand alle 6 bzw. 8 Stunden. Wahrscheinlich überlebten die Planeten – mit heute geschätzt noch jeweils einer halben Erdmasse – die Rote-Riesen-Phase ihrer Sonne tief in dessen Gashülle und halfen dort sogar mit, diese später los zu werden. Ein alternatives Szenario – Bildung des Unterzwergs durch Verschmelzung zweier Weißer Zwerge und Entstehung der Planeten aus einer zirkumstellaren Scheibe – ist jedenfalls kaum plausibel, da der Stern in der heutigen Form erst 18 Mio. Jahre alt ist.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1112.5721
 

Eine riesige Bandbreite von Prognosen zu Höhe und Zeitpunkt des nächsten Sonnenmaximums hat es in den vergangenen zehn Jahren gegeben, die meisten sind längst Makulatur dank des überraschend langen letzten Minimums. Aber das ist nun sicher überwunden, und die Sonnenaktivität steigt kontinuierlich: In dieser Phase sollten die Prognosen dramatisch genauer werden. Sobald ein neuer Zyklus 20 Monate alt ist, das zeigt jetzt eine statistische Analyse der Relativzahlen seit 1749, kann aus der Rate des Aktivitätsanstiegs das Maximum recht zuverlässig vorhergesagt werden. Demnach wird es im Oktober 2013 eintreten und mit einer geglätteten Relativzahl von 84 ±33 schwach, aber nicht winzig ausfallen. Und der generelle Verlauf des Maximums sollte am ehesten dem 14. und 10. entsprechen – was insofern interessant ist, als der größte Sonnenflare aller Zeiten, das Carrington-Event von 1859, in den 10. Zyklus fiel.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1112.3781
 

»Irreguläre natürliche Erdsatelliten« sind ein himmelsmechanisches Kuriosum, das kaum zu beobachten, nun aber durch umfangreiche Computersimulationen plausibel geworden ist: Die Erde fängt sich demnach immer wieder aus der Population der erdnahen Kleinplaneten temporäre Zweitmonde ein, die einige Monate in einer weiten und nicht geschlossenen Erdumlaufbahn bleiben, bis sie auf heliozentrische Bahnen zurück kehren. Nur ein einziger konkreter Fall ist bekannt: 2006 RH120, der ab Juni 2006 etwa ein Jahr lang als Zweitmond der Erde zubrachte. Aber die Analyse zeigt, dass sich zu jedem Zeitpunkt typischerweise ein solcher Körper zusätzlich zum Mond im Erdorbit befinden sollte, allerdings oft nur 1 Meter groß und entsprechend schwer zu finden. Die Berechnungen zeigen aber auch, dass rund jeder 1000. Meteor in der Erdatmosphäre von einem Teilchen stammt, das zuvor zeitweise von der Erde eingefangen wurde.

Daniel Fischer

 

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 

Termine vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %>

Für den aktuellen Newsletterzeitraum sind uns keine Termine bekannt.
 
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Die Annäherung von Kleinplanet (433) Eros an die Erde Anfang 2012: Während es bereits am 31. Januar zum geringsten Abstand kommt, ist die Opposition zur Sonne erst am 1. März erreicht. [Steven van Roode]

Ende des Monats wird der Kleinplanet (433) Eros der Erde ungewöhnlich nahe kommen, wie es nur abwechselnd alle 37 und 44 Jahre der Fall ist – und das ausgerechnet in einem Jahr mit einem der noch viel selteneren Venus-Durchgänge. Letztere waren im 18. und 19. Jahrhundert mit einem enormen Aufwand und dutzenden Expeditionen rund um die Welt vermessen worden, um den Abstand von Venus und Erde zu triangulieren und über das 3. Keplersche Gesetz die Astronomische Einheit und damit die absolute Größenskala des Sonnensystems zu erhalten – was mit enormem Rechenaufwand am Ende des 19. Jahrhunderts auch leidlich gelang. Aber genau da wurde 1898 mit Eros der erste Kleinplanet entdeckt, der die Marsbahn Richtung Erde kreuzt und unserem Planeten noch deutlich näher kommt als die Venus selbst in unterer Konjunktion beim Sonnendurchgang: 1900/1 und noch einmal bei der besonders starken Annäherung 1931 konnte die Parallaxe von Eros durch Astrometrie von verschiedenen Standorten auf der Erde aus mit solcher Präzision gemessen werden, dass die resultierende Astronomische Einheit bis 1968 Bestand hatte. Erst dann wurde sie durch Radarmessungen der Venusdistanz nochmals viel genauer.

Das Jahr 2012 bietet nun erstmalig die Gelegenheit, beide historisch höchst bedeutsamen Methoden der Entfernungsmessung im Sonnensystem innerhalb weniger Monate nachzuvollziehen – mit relativ einfachen Amateurmethoden, die es aber mit der professionellen Messtechnik der letzten drei Jahrhunderte aufnehmen können. Eros erreicht seine Erdnähe von 0,179AE oder 27 Mio. km am 31. Januar, einen ganzen Monat vor der Opposition, und wird 8,m6 hell im Sternbild Sextant stehen, gegen 3:00 MEZ mit rund 35° am höchsten. (vgl. Aufsuchkarte in Heft 79). Seit Mitte Dezember wird eine internationale Beobachtungskampagne vorbereitet, bei der Amateure in mehreren Ländern zur Zeit der Erdnähe jeweils exakt gleichzeitig Eros und einige Feldsterne fotografieren sollen: Die astrometrische Auswertung der Aufnahmen erfolgt mit frei verfügbarer Software bzw. dem Internetdienst AstrometryNet, und um die Ermittlung der Astronomischen Einheit aus der Gesamtheit der Daten kümmern sich zentrale Auswerter. Einzelne Bildpaare dürften auch einen bleibenden didaktischen Wert besitzen: Der Versatz von Eros gegenüber den Sternen kann bis zu 1,5' betragen.

Daniel Fischer

 
 
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Atik Cameras:
www.atik-cameras.com/products/info/atik-428ex
 
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Die neue Atik 428EX basiert auf dem Sony ICX674 Chip mit 2,8 Megapixeln.

Atik erweitert sein Portfolio astronomischer Kameras aktuell mit dem neuen Modell 428EX. Diese Kamera basiert auf dem Sony ICX674-Chip mit 2,8 Megapixeln (1932×1452 Pixel) und einer Pixelgröße von 4,54µ × 4,54µ. Die Kamera besitzt eine aktive thermo-elektrische Kühlung, die eine maximale Absenkung der Chip-Temperatur um 30° unter Umgebungstemperatur erlauben soll. Die Farbtiefe der 428EX beträgt 16 Bit, das Ausleserauschen wird mit 5e angegeben. Die kürzeste Belichtungszeit beträgt 1/1000s, die Länge der Belichtungszeit ist unbegrenzt. Die gesamte Kameratechnik ist in einem zylindrischen Gehäuse mit 60mm Durchmesser und 121mm Länge untergebracht. An der sensorseitigen Öffnung liegt ein 1¼"-Anschluss vor.

Damit ist die Kamera besonders für alle schnellen Hyperstar/Fastar-Systeme geeignet, da sie abgesehen von den elektrischen Zuleitungen keine zusätzliche Vignettierung vor der Schmidt-Platte erzeugt. Das Gewicht der Kamera wird mit 400g angegeben. An der Gehäusevorderseite sind ein Micro-USB-Anschluss für die Ansteuerung und das Auslesen der Daten sowie ein 12V-Anschluss zugänglich. Im Lieferumfang sind ein 3m langes USB-Kabel und ein 1,8m-Stromkabel enthalten. Optional ist auch ein Universalnetzgerät (110–230V) erhältlich. Die Kamera wird mit notwendigen Treibern und einer Steuersoftware geliefert, die über Plug-ins auch die Nutzung von Astroart und Maxim DL erlaubt. Eine Bedienungsanleitung wird als pdf-Datei geliefert, eine Schnellanleitung liegt auch in gedruckter Form bei. Als Systemvoraussetzungen nennt Atik einen Pentium III PC mit 128MB RAM, Windows XP/Vista/Win7, CD-ROM Laufwerk und USB-2.0-Anschluss. Preise für den deutschen Markt waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Frank Gasparini

 
 
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Meldung auf halle.de:
www.halle.de/de/Rathaus-Stadtrat/Aktuelles-Presse/Nachrichten/?NewsID=28694
Gesellschaft für astronomische Bildung:
www.astroverein-halle.de
Raumflugplanetarium:
www.planetarium-halle.info
 

Noch bis zum 31. Januar ist die Ausstellung »Faszination Astrofotografie« im Ratshof der Stadt Halle im zweiten Obergeschoss zu sehen. Hier präsentieren Mitglieder der Gesellschaft für astronomische Bildung e.V. mit Sitz im Raumflugplanetarium »Sigmund Jähn« ihre fotografischen Arbeiten der letzten zwei Jahre. Auf den Fotos sind neben Deep-Sky-Objekten auch Sonne, Mond und Planeten abgebildet. Ergänzt wird die Ausstellung durch Bilder von Erscheinungen der Erdatmosphäre. Die Bilder entstanden zu einem großen Teil in der Sternwarte des Raumflug-Planetariums, aber auch in den Alpen. Der Ratshof ist von Montag bis Samstag ab 8 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Ronald Stoyan

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %> (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung
6.1. 0:45 Phoenix Blick in die Sterne – Die Entdeckung des Universums 45min.
1:30 Phoenix Die ersten Raumfahrer 45min.
3:30 Phoenix Stonehenge – Sternenkult der Steinzeit 45min.
4:15 Phoenix Der Raketenmann – Wernher von Braun und der Traum vom Mond 90min.
6:30 Phoenix APOLLO 13 – Die wahre Geschichte 40min.
7:10 Phoenix Columbus – Europas Labor im All 20min.
18:00 Phoenix Schätze der Welt – Erbe der Menschheit: Galileo Galilei und Leonardo da Vinci 30min.
7.1. 14:00 arte Mit offenen Karten – die Cassini-Karten 15min.
8.1. 6:45 3sat Tele-Akademie: Quantengravitation – Physik ohne Raum und Zeit? 45min.
9.1. 1:30 ZDF Leschs Kosmos: Unglaublich, aber wahr - Verschwörungstheorien auf dem Prüfstand 15min. 10.1.: ZDF neo: 2:00
10.1. 9:30 HR Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Joseph Fraunhofer und die Spektrallinien 15min.
11.1. 22:45 BR-alpha Alpha Centauri: Verblasst das Universum? 15min. 12.1.: 1:45, 08:15
12.1. 14:30 MDR Wissen für alle: Asteroide 60min. 13.1.: 6:00
16.1. 1:30 ZDF Leschs Kosmos: Kometen – Botschafter des Unheils? 15min. 17.1.: ZDF neo: 2:00
17.1. 9:30 HR Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Das Foucaultsche Pendel 15min.
18.1. 22:45 BR-alpha Alpha Centauri: Wohin bewegt sich die Erde? 15min. 19.1.: 1:45, 08:15

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION

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Für jeden Monat gibt es außerdem eine Ansicht des gesamten Himmels zur besten Beobachtungszeit. Erklärungen zu allen Elementen des Posters lassen eventuelle Unklarheiten gar nicht erst aufkommen.