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INHALTSVERZEICHNIS Ausgabe 150 vom 25.11.2011
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
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MITTEILUNGEN AUS DER REDAKTION
 
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 

Wichtige Astronomische Ereignisse vom 25.11.–9.12.2011

25.11. 5:23 MEZ partielle Sonnenfinsternis, in Mitteleuropa unsichtbar
25.11. 7:10 MEZ Neumond
28.11. 22:12 MEZ Eunomia in Opposition
2.12. 10:52 MEZ Mond Erstes Viertel
4.12. 9:52 MEZ Merkur in Unterer Konjunktion
5.12. 17:00 MEZ Goldener Henkel (Mondjura) sichtbar
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 
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Aktuelle Kometenbilder:
www.kometenaktuell.de
Bahnkurve:
www.ki.tng.de/~winnie/kometen/aktuell.html
 
 
Tipps der Redaktion
interstellarum 79, S. 26:
C/2009 P1 Garradd wird freisichtig
www.interstellarum.de/ausgabe.asp?Nummer=79
 
 
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C/2009 P1 (Garradd) am 18. Oktober, CCD-Aufnahme, 20:02 MESZ, 8"-Astrograph bei 600mm, FLI PL 16803, 5min (je LRGB). [Gerald Rhemann]

Mit 2,11AE Abstand ist C/2009 P1 (Garradd) nun am zwischenzeitlich erdfernsten Punkt seiner Bahn – seit Anfang Juli war die Erde nicht mehr so weit vom Kometen entfernt. Bis zur Erdnähe Anfang März 2012 nimmt die Distanz zum Kometen jetzt wieder ab. Gleichzeitig hat auch die Elongation mit 45° ihr Minimum erreicht. Damit ist der Schweifstern momentan relativ ungünstig zu beobachten. Er steht zum Ende der Abenddämmerung noch etwa 25° hoch, zur Beobachtung bleiben etwa 2 Stunden Zeit. Ein kurzes Beobachtungsfenster gibt es auch am Morgenhimmel, gegen 6 Uhr kann der Komet hier tief im Nordosten gefunden werden. Die Auswirkung der Erdferne am Himmel ist eine starke Verlangsamung der Bewegung: C/2009 P1 bewegt sich derzeit nur sehr gemächlich durch das Sternbild Herkules, er steuert auf den 4,m4 hellen Stern λ Herculis zu, den er allerdings erst zu Jahresende erreichen wird. Die Durchquerung des gesamten Sternbilds wird noch bis Mitte Februar dauern. Die Bewegungsrichtung hat sich vor kurzem gegen Norden gedreht, damit verbessern sich die Beobachtungsbedingungen wieder langsam.

Die Gesamthelligkeit des Kometen blieb seit September mehr oder weniger unverändert, sie liegt nach wie vor zwischen 7,m0 und 7,m5 – zunehmende Erdentfernung und abnehmende Sonnendistanz glichen sich aus. Der Komadurchmesser hat hingegen leicht abgenommen und wird derzeit auf 3' bis 9' geschätzt. Die Schweifentwicklung deutet auf einen staub- und gasreichen Kometen hin: ein breit gefächerter Staubschweif ist schon seit Sommer – auch visuell – zu beobachten, ein längerer Plasmaschweif kann seit Mitte Oktober fotografisch nachgewiesen werden.

Die letzten Abende im November sollte man nach Möglichkeit zur Beobachtung von Komet Garradd nutzen, ab Anfang Dezember beginnt der zunehmende Mond zu stören. Erst gegen Monatsmitte gibt es dann wieder den für die Kometenbeobachtung wichtigen mondlosen Himmel. Bis dahin könnte die Helligkeit ca. 6,m5 erreicht haben und erste Sichtungen mit bloßem Auge wären möglich.


Senden auch Sie uns Ihre gelungenen Kometenaufnahmen über unsere Uploadseiten. Auch bei nicht hundertprozentig gelungenen Aufnahmen können Sie sich Tipps von unserem Experten Stefan Seip geben lassen, indem Sie Ihre Ergebnisse in unserer Rubrik »First Light« einreichen.
 

Burkhard Leitner

 
 
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Aktuelle Planetenfotos:
www.planetenaktuell.de
Upload eigener Fotos:
www.interstellarum.de/aktuelleereignisse.asp
Ergebnisse von Paolo Lazzarotti:
www.lazzarotti-hires.com
 
 

Nur in einem kleinen Zeitfenster von wenigen Stunden um den Oppositionszeitpunkt ist ein spektakuläres Phänomen sichtbar: Die Bedeckung eines Jupitermondschattens durch den Mond selbst. Das Ergebnis ist der Blick auf einen Mondschatten, der die Form einer Sichel annehmen kann.

Lange wurden diese Ereignisse ignoriert, bis heute sind sie in keinem der Jahrbücher enthalten. interstellarum weist jedoch seit Jahren seine Leser auf diese seltene Erscheinung hin, so auch diesmal wieder auf einen Schattendurchgang von Jupitermond Io am 29./30.10., der nahezu gleichzeitig mit dem Durchgang des Mondes selbst zusammenfiel: Nur etwa 90 Sekunden trennten Schatten und Mond bei Ein- und Austritt. Ios Schatten erschien deshalb als Sichel, während der Mond selbst – in Helligkeit und Farbe der Jupiteratmosphäre sehr ähnlich – mit dem Hintergrund verschwamm. Dies war zumindest die visuelle Wahrnehmung vieler Beobachter. Fotografisch gelang es bei besten Bedingungen, die einzigartige Dreidimensionalität des Anblicks zu dokumentieren.

Die nächste Chance auf ein solches Ereignis bietet sich am 2. Dezember 2012: Dann wird ab 22:52 MEZ wieder Mond Io seinen eigenen Schatten bedecken.

Ronald Stoyan

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG

Die ersten Sterne des Universums, sogenannte Population-III-Sterne, unterschieden sich deutlich in ihrer Zusammensetzung und vermutlich auch in ihrer Masse von den Sonnen, die heutzutage üblicherweise den Kosmos bevölkern. In Ermangelung anderer Materialien bestanden sie ausschließlich aus Wasserstoff, Helium und Spuren von Lithium. Diese Elemente wurden bereits primordial in den Frühphasen des Universums erzeugt. Ursache dafür war der heiße Feuerball, der nach dem Urknall expandierte. In dieser Phase war der Feuerball so heiß, dass er selbst als riesiger Fusionsreaktor fungierte und Temperaturen erreichte, die für das Wasserstoff- und Heliumbrennen ausreichten. Der Bereich ab 100 Sonnenmassen, der im lokalen Universum nur noch bei Exoten wie η Carinae erreicht wird, war für Population-III-Sterne durchaus üblich. Sogar extreme Riesen von 200 Sonnenmassen sind in ihrer Entstehung denkbar, bis der von ihnen ausgehende Strahlungsdruck zu mächtig wird, und alles verbleibende Baumaterial um den jungen Stern hinwegbläst. In diesem Zusammenhang sprechen die Astronomen häufig auch von Very Massive Stars (VMS), sehr massereichen Sternen.

Doch Berechnungen solcher Art könnten sich als zu hoch gegriffen herausstellen. Aktuelle Überlegungen legen zumindest diesen Schluss nahe. Stellten sich die dieser Annahme zu Grunde liegenden zweidimensionalen Simulationen, die die Evolution von Protosternen bis zum Zünden des Wasserstoffbrennens verfolgen, als tragfähig heraus, besäßen die Population-III-Sterne eher um die 40 Sonnenmassen. Untermauert werden die bisherigen Ergebnisse durch eine weitergehende dreidimensionale Simulation der dynamischen Prozesse in der frühen Sternentwicklungsphase. Kern der Simulationen ist die Annahme, dass bei der Entstehung der allerersten Sterngeneration das umgebende Gas durch die in Wärme umgesetzte Gravitationsenergie des Kollapses der primordialen Wolke weitaus höher aufgeheizt wurde, als es in heutigen Sternentstehungsgebieten zu beobachten ist. Die in Form von Infrarotstrahlung abgestrahlte Energie bewirkt eine schnelle Wärmebewegung der Moleküle, was gleichzeitig einen hohen Druck, der einer weiteren Akkretion entgegenwirken kann, zur Folge hat. Als Konsequenz der Überlegungen ergibt sich dann auch ein eher konventionelles Ende der Population-III-Generation. Anstelle einer exotischen PISN (pair instability supernova, oder Paarinstabilitätssupernova) bei der der Stern nicht zu einem kompakten Objekt kollabiert, sondern vollständig zerrissen wird, stünde eine »normale« Supernova. Der Grund, warum das Objekt in einer PISN nicht völlig kollabiert, liegt, vereinfacht ausgedrückt, im fehlenden Kerndruck. Er ist nicht hoch genug, um schwere Elemente, wie Eisen bilden zu können, was gleichwohl aber die Voraussetzung zu einem erfolgreichen Kernkollaps darstellt. Dass dieser Unterschied nicht nur akademischer Natur ist, zeigt die Tatsache, dass die heute beobachtbare Elementverteilung anhand einer konventionellen Supernova-Historie eleganter erklärt werden kann, als durch die Paarinstabilitätshypothese, die zudem noch mit der Schwierigkeit behaftet ist, dass der Nachweis der zu erwartenden typischen chemischen Signaturen einer PISN im frühen Universum bis dato noch aussteht.

Lars-C. Depka

 
 

Die fundamentale Entdeckung der modernen Kosmologie, die Expansion des ganzen Universums mit einem direkten linearen Zusammenhang von Entfernung und »Fluchtgeschwindigkeit« einer Galaxie, wird weithin dem amerikanischen Astronomen Edwin Hubble zugeschrieben, der 1929 zum ersten Mal darüber publizierte: Schon wenige Jahre später sprach man in der Fachliteratur vom »Hubble-Gesetz« und der »Hubble-Konstanten«, die diesen Zusammenhang beschreibt. Allerdings war bereits in den fünf Jahren davor immer wieder Astronomen aufgefallen, dass sich weiter entfernte Galaxien – auf welch grobe Weise ihre Distanz auch abgeschätzt worden war – durchweg schneller von uns entfernen als nähere, und insbesondere der Belgier Georges Lemaître hatte schon 1927 klar den linearen Zusammenhang beider Größen erkannt und niedergeschrieben. Leider auf Französisch und in einer derart obskuren Zeitschrift, dass diese Arbeit fast unbeachtet blieb: Erst 1931 wurde sie erneut veröffentlicht, nun in Englisch und besser sichtbar in der Monatszeitschrift der britischen Royal Astronomical Society – aber ohne ausgerechnet die entscheidenden Sätze und Formeln, die Lemaîtres Priorität bei der Entdeckung der linearen kosmischen Expansion zeigen.

Diese Merkwürdigkeit war Historikern schon lange bekannt, aber erst diesen Sommer wurde das Interesse auch einer breiteren Öffentlichkeit geweckt: Gleich mehrere Astronomen erhoben den Vorwurf, Hubble habe die Leistung seines Vorgängers zensieren lassen oder sie gar plagiiert. Letzteres war nie glaubwürdig: Hubble hatte zu wesentlich besseren Daten Zugang und »sein« Gesetz – wenn auch kurioserweise mit fast derselben (und wie man heute weiß, völlig falschen) Steigung – selbst gefunden. Aber lange war nicht einmal der Übersetzer der Lemaître-Arbeit bekannt, und entscheidender Schriftwechsel mit der Royal Astronomical Society schien verloren. Doch nun hat ein Astronom des Space Telescope Science Institute – als Betreiber des Hubble Space Telescope durchaus an der historischen Wahrheit interessiert – in emsiger Detektivarbeit den entscheidenden Brief zu Tage gefördert: Der Übersetzer war Lemaître selbst – und er selbst war es auch, der die alten Daten und Zahlen strich, da sie durch Hubble und andere ohnehin längst überholt waren! Ihm ging es nur um die Darlegung der Kosmologie dahinter, in der er Hubble (der selbst nicht recht wusste, was sein Gesetz eigentlich bedeutete) weit voraus war.

Daniel Fischer

 
 
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ESO-Pressemitteilung:
www.eso.org/public/germany/news/eso1144
Arbeit zu Lutetias Kratern:
arxiv.org/abs/1111.3628
MPG-Pressemitteilung:
www.mpg.de/4617881/Asteroid_Lutetia?filter_order=L
 
 

Als die ESA-Raumsonde Rosetta im Juli 2010 auf dem Weg zu ihrem eigentlichen Kometenziel auch noch den Kleinplaneten (21) Lutetia besuchen konnte, war dessen Natur ein ziemliches Rätsel: Spektren seiner Oberfläche widersprachen sich, und Lutetia ließ sich keiner Kleinplanetenklasse sicher zuordnen. Erst die kombinierte Auswertung von Spektroskopie mit Rosettas OSIRIS-Instrument und Teleskopen auf La Silla (NTT) und Mauna Kea (IRTF) hat jetzt Klarheit geschaffen: Das gesamte kombinierte Spektrum passt – auch quantitativ – zu chondritischen Meteoriten der Enstatit-Klasse. Und die sind etwas Besonderes im Sonnensystem, waren Körper mit dieser speziellen Zusammensetzung doch wesentliche Bausteine der Erde und der anderen terrestrischen Planeten, wie ihre detaillierte Chemie belegt. Damit handelt es sich bei Lutetia offenbar um den seltenen Vertreter eines Planetesimals, das viel näher an der Sonne als die meisten anderen heutigen Kleinplaneten entstand, dann aber nicht in einen der Planeten eingebaut wurde, sondern im Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter landete. Für solch einen Transport – der nicht einmal jedem fünfzigsten Planetesimal aus dieser Zone widerfuhr – könnte Streuung an den wachsenden Planeten aber auch die heute allgemein angenommene Wanderung des Jupiter im jungen Sonnensystem gesorgt haben.

Das Überleben Lutetias war jedenfalls ein Glücksfall, denn so »nah« war man einem direkten Vorgänger der Erde noch nie; selbst eine Sondenmission zur Probenbeschaffung könnte sich lohnen. In den über 4 Milliarden Jahren, seit er dem Einbau in einen terrestrischen Planeten entging, ist dem 121km × 101km × ca. 75km großen Kleinplaneten allerdings noch manches widerfahren. Ein Trümmerhaufen aus kleineren Brocken, die sich nach einer großen Kollisionen nur locker wieder zusammenfügten, wie so mancher andere im Detail untersuchte kleinere Kleinplanet, ist Lutetia allerdings nicht: Mit dem Volumen einer Kugel von 98km Durchmesser und 1,7 Billiarden Tonnen Masse hat sie eine mit 3,4±0,3g/cm3 zu hohe Dichte für solch einen »Schutthaufen«, der große Hohlräume aufweisen müsste. Auf der Oberfläche Lutetias fand Rosetta eine Vielfalt geologischer Formen und vor allem mehrere unterschiedlich alte Gebiete vor, deren Alter sich um mehr als einen Faktor 10 unterscheidet. Aus der Dichte der Verkraterung lässt sich berechnen, dass die ältesten Zonen bis zu 3,6 Milliarden Jahre dem Bombardement im Asteroidengürtel ausgesetzt waren, wären die jüngsten Areale geradezu modern sind: Erdrutsche nach Einschlägen – die Schwerkraft des Körpers reicht aus, um den Boden zu halten – haben hier die Oberfläche erneuert, und erst 50 bis 80 Mio. Jahre lang haben sich dann wieder Krater angesammelt.

Daniel Fischer

 

Die Idee ist schon alt, aber die – indirekten – Indizien sind jetzt so stark wie nie: Offenbar hat eine Supernova in nur 15Lj – 20Lj Entfernung einst die Kontraktion eines kalten Gas- und Staubklumpens (»cold core«) in einer interstellaren Molekülwolke angestoßen, aus dem das Sonnensystem entstehen sollte. Hauptbeleg sind radioaktive Spuren in Meteoriten, für die trotz emsiger Suche keine andere Quelle gefunden werden konnte. Und detaillierte Computermodelle in 2 wie 3 Dimensionen zeigen nun, wie dieses Isotope – vor allem Aluminium-26 – rasch und gleichmäßig ins protosolare Gas gemischt werden konnten: nur durch eine relativ nahe Sternexplosion. Das Sonnensystem bildete sich demnach in einem dichten Sternentstehungsgebiet, vergleichbar den berühmten »Säulen« im Adlernebel, wo Nachbarsterne eine große Rolle bei der Entwicklung spielen.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1111.2334
UCSC-Mitteilung:
news.ucsc.edu/2011/11/pristine-gas.html
Keck-Mitteilung:
keckobservatory.org/news/pristine_gas
 

Zwei Gaswolken mit Rotverschiebungen um 3 – was einer Zeit zwei Mrd. Jahre nach dem Urknall entspricht – zwischen zwei noch ferneren Quasaren und uns zeigen ausschließlich Absorption durch Wasserstoff, während sämtliche schwereren Elemente (»Metalle«) unter der Nachweisgrenze bleiben: So »primitives« Gas sah man im All noch nie. Der Transport von Metallen aus Galaxien, wo Sterne zu dieser Zeit längst welche produziert hatten, ins intergalaktische Medium verlief mithin höchst inhomogen. Unverschmutzte Gaswolken wie diese könnten auch die Geburtsstätten der metallärmsten Halo-Sterne sein, die man bisher gefunden hat und die ähnliche Werte aufweisen.

Daniel Fischer

 
 
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SwRI-Mitteilung:
swri.org/9what/releases/2011/giant-planet.htm
 

Das junge Sonnensystem war ein unruhiger Ort, wo selbst die Gasriesen noch nicht ihre endgültigen Bahnen gefunden hatten und ihre Wanderungen die Entwicklung der kleineren Körper stark beeinflussten (s. auch Lutetia oben): Dieses dynamische Bild hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt, da es viele Besonderheiten im Aufbau des Planetensystems erklären kann. An den Details wird allerdings noch – mit immer neuen Simulationsrechnungen – gefeilt: Jetzt hat sich dabei herausgestellt, dass ein Sonnensystem mit anfangs fünf großen Planeten sogar noch besser »funktionieren« würde. Der Uranus-große fünfte Planet wurde in diesem Szenario – das sich natürlich kaum beweisen lassen wird – am Schluss vom Jupiter in den interstellaren Raum gekickt.

Daniel Fischer

 

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
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Alle Termine für Sternfreunde:
www.interstellarum.de/termine.asp
 
 

Termine vom 25.11.–9.12.2011

26.11. 16. Hattinger astronomischer Trödeltag (HATT), 45525 Hattingen-Mitte Ingo B. Schmidt, Schonnefeldstr. 23, 45326 Essen, 0201/8336082, ingo.schmidt@sternwarte-hattingen.de, www.sternwarte-hattingen.de/hatt.htm
26.11. Tag der offenen Tür, 14:00 - 18:00 Uhr. 40-jähriges Jubiläums der Sternwarte Hof, Egerländerweg 25, 95032 Hof Tel. 09281/84220, www.sternwarte-hof.de
 
 
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Losmandy StarLapse:
www.losmandy.com/starlapse.html
StarLapse-Video:
vimeo.com/31531190
StarLapse bei Fernrohrfinder.de:
www.fernrohrfinder.de/produkt/losmandy-starlapse-montierung.html
 
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Die neue Reisemontierung StarLapse von Losmandy basiert auf der GM8-Montierung.

Für die Astrofotografie taugliche Reisemontierungen erfreuen sich großer Beliebtheit, bieten sie doch die Möglichkeit während einer Fernreise neue astronomische Fotoziele zu erschließen, ohne das Reisegepäck übermäßig zu belasten. Der bekannte Montierungshersteller Losmandy aus den USA hat nun auch eine Reisemontierung mit der Bezeichnung »StarLapse« in seine Produktpalette aufgenommen, die auf der bekannten GM8-Montierung basiert. In der Grundausstattung wird nur die Rektaszensionseinheit dieser Montierung mit Schneckenrad und Motor verwendet, die mit einem Adapter (1/4"- und 3/8"-Fotogewinde) auf ausreichend stabilen Fotoneigeköpfen montiert und in der Polhöhe eingerichtet werden kann.

Die Kamera wird mittels einer Klemmvorrichtung an einer Prismenschiene befestigt und austariert, die zugleich eine Ausrichtung in Deklination erlaubt. Eine Verwendung von Gegengewichten soll damit überflüssig sein, da der Schwerpunkt der verwendeten Kamera-/Objektivkombination stets in Verlängerung der Stundenachse positioniert werden kann. Die Klemmschrauben sind so groß dimensioniert, dass sie auch bei Kälte und mit Handschuhen gut zu bedienen sein sollen. Das Gewicht der Einheit beträgt knapp unter 4kg, die Tragfähigkeit wird mit 13,5kg angegeben. Eine Stromversorgung für 60 Stunden Nachführzeit erfolgt mit einem Batteriepack (nicht im Lieferumfang enthalten) durch acht AA-Batterien oder extern über 12V-Gleichstrom. Im Lieferumfang enthalten ist ein Handcontroller zur Steuerung der Antriebseinheit, der auch eine Zeitraffer-Funktion beinhaltet. Videos können dann mit Schwenks um eine Bewegungskomponente erweitert werden, wobei Neigungsgeschwindigkeiten von 7,5° bis 240° pro Stunde möglich sind. Der Preis der Grundausstattung beträgt 759€. Als Zubehör steht für 182€ ein Polsucher zur Verfügung, der eine schnelle Einnordung ermöglicht. Ebenfalls für 759€ kann die StarLapse mit einer Deklinationseinheit nachgerüstet werden. Mit Deklinationsblock, Motor und GM8-Elektronik inkl. Autoguiding-Anschluss entsteht dann eine vollwertige äquatoriale Montierung für größere Zuladungen.

Frank Gasparini

 
 
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BoHeTa:
www.boheta.de/fset_start.htm
Reiff-Preis:
www.reiffstiftung.org
 
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Der diesjährige Träger des Deutschen Preises für Astronomie Peter Riepe (rechts) mit Laudator Bernd Koch.

Zum 30. Mal lud das Team um Peter Riepe zur Bochumer Herbsttagung (BoHeTa) in die Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität ein und rund 150 Sternfreunde folgten dem Ruf. Das Programm hatte auch im Jubiläumsjahr wieder zahlreiche Hochkaräter vorzuweisen, die symptomatisch waren für den hohen Stand der deutschen Amateurastronomie.

Gleich im ersten Vortrag ging es um eine Sternbedeckung durch den binären Kleinplaneten (90) Antiope, dem folgten Beiträge zur Beobachtung von Jupitermondereignissen, die hochpräzise spektroskopische Beobachtung des Doppelsternsystems δ Scorpii oder wie man als Amateur ein Remote-Teleskop auf Kreta ansteuert. Ausblicke auf die astronomischen Ereignisse des Jahres 2012, aktuelle Jupiteraufnahmen, die Möglichkeiten zum Einstieg in die Infrarot-Astronomie für Amateure, die visuelle, zeichnerische und fotografische Beobachtung der Sonne regten für eigene Arbeiten ebenso an, wie die Vorträge über Reisen zu astronomischen Stätten in den USA und auf Hawaii und eine wahre Bilderorgie von Objekten, die mit dem Remote-Teleskop auf Kreta aufgenommen wurden. Es folgte die Ankündigung, dass es künftig die VdS-Medaille nicht mehr gibt und sie durch den alle zwei Jahre zu verleihenden »Deutschen Preis für Astronomie – verliehen durch die Vereinigung der Sternfreunde e.V.« ersetzt wird. Der erste Preisträger ist Peter Riepe, langjähriger Leiter der VdS-Fachgruppe Astrofotografie. Die anschließende Laudatio wurde von Bernd Koch gehalten.

Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung des »Reiff-Preises für Amateur- und Schulastronomie 2011«, den die Astrogruppe des Realgymnasiums Bruneck in Südtirol für die Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit aus photometrischen Beobachtungen des Sterns CY Aquarii erhielt. Mit dem Förderpreis werden weitere Forschungsprojekte der Astro-AG unterstützt. Neues gab es auch aus dem Kuratorium zu hören: Künftig wird es nicht mehr nur einen, sondern gleich drei Preise in drei unterschiedlichen Kategorien geben. Im daran anschließenden Reiff-Vortrag wurden Beispiele für die mögliche Zusammenarbeit zwischen Amateuren und Profis gewürdigt und dazu aufgerufen, sich verstärkt – etwa im Bereich der Spektroskopie – zu engagieren.

Die 31. BoHeTa wird am 27. Oktober 2012 stattfinden.

Manfred Holl

 
 
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Norddeutsches Astrofotografentreffen:
www.naft.de
Volkssternwarte Hannover:
www.sternwarte-hannover.de/aktuelles/news.php
 

Eine Woche nach der Bochumer Herbsttagung fand auf der »Volkssternwarte Geschwister Herschel Hannover e.V.« das Herbst-NAFT statt. Die Sternwarte, 1947 von engagierten Hannoveraner Sternfreunden gegründet, residiert heute auf dem 89m hohen Lindener Berg mit zwei Kuppeln, in denen man einen 200/3000-Refraktor, ein 30cm-SCT, einen Lichtenknecker-Apo mit 20cm Öffnung sowie weitere Teleskope findet. Das Vortragsprogramm bot viele hochkarätige Themen: Uwe Freitag präsentierte Bilder von Leuchtenden Nachtwolken, Polarlichtern und den Draconiden. Hartwig Lüthen und Konstantin von Poschinger berichteten über ihre Astroreise nach Namibia und zeigten viele Südhimmelobjekte, die teilweise mit einem Deep-Sky-Hα-Filter entstanden waren.

Der Autor dieses Beitrags führte eine kleine Präsentation seiner Aufnahmen u.a. von der GvA-Außensternwarte in Handeloh vor, Bruno Mattern berichtete kurz über seine Sternwarte, bevor er seine neuesten oft extrem lang belichteten Aufnahmen vorführte und Carsten Reese erläuterte seine neuesten Deep-Sky-Bilder, bei der er eine Astro-1-Montierung einsetzte. Der letzte Vortrag von Bernd Schatzmann war seit langem mal wieder ein analoger: Er zeigte seine Dias von winterlichen Sternhimmel-Impressionen, Leuchtenden Nachtwolken, Polarlichtern und einzelnen Sternbildern mit Überblendtechnik – ein würdiger Abschluss. Das nächste NAFT im Frühjahr 2012 wird möglicherweise in Hamburg oder St. Andreasberg stattfinden, eine endgültige Entscheidung gibt es aber derzeit noch nicht.

Manfred Holl

 
 
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16. HATT:
www.sternwarte-hattingen.de/hatt.htm
 

Am Samstag 26.11.2011 findet jetzt bereits zum 16. Mal der »Hattinger Astronomische Trödel-Tag« (HATT) statt. Die Veranstaltung öffnet wie gewohnt um 10:00 Uhr ihre Pforten in der Aula der Realschule Grünstraße in Hattingen. Erfahrungsgemäß ist diese Veranstaltung besonders für Schnäppchenjäger interessant, da zahlreiche Amateurastronomen ihre Gebrauchtangebote feilbieten. Natürlich sind auch kommerzielle Anbieter aus ganz Deutschland vertreten, die bei dieser Verkaufsbörse ihr umfangreiches Warenangebot rund um die Astronomie vorstellen: Teleskope, Montierungen, Beobachtungszubehör sowie Bücher, Software, Poster und vieles andere mehr sind hier zu finden. Außerdem gibt es wie immer ein Rahmenprogramm aus interessanten Fachvorträgen, die u.a. den bevorstehenden Venus-Transit 2012 vorstellen werden.

Frank Gasparini

 
 
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Astronomie in Norddeutschland:
www.astronomie-nord.de
 

Das beliebte und im nächsten Jahr eigentlich vom 20. bis 22. April 2012 sein 10jähriges Jubiläum feiernde Aschberg Frühjahrs-Teleskoptreffen kann wegen Bauarbeiten und der damit verbundenen vorübergehenden Schließung der Herberge und des Platzes nicht am gewohnten Standort durchgeführt werden, weil dort gerade die Globetrotter-Outdoor-Akademie errichtet wird. Inzwischen haben sich die Organisatoren bemüht, einen Ausweichort zu suchen und sind auch fündig geworden. Noch ist zwar nicht alles unter Dach und Fach, aber es sieht ganz gut aus und der Standort wird demnächst zusammen mit weiteren Informationen auf der »Astronomie in Norddeutschland«-Website bekannt gegeben. Immerhin: Einen Namen hat die Ersatzveranstaltung schon: E.T. – Eider Teleskoptreffen.

Manfred Holl

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom 25.11.–9.12.2011 (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung
25.11. 18:30 3sat nano (u.a.: Spurensuche auf dem Mars: Mars Science Laboratory) 30min. 26.11.: 3sat: 7:00, RBB: 10:20, 28.11.: 3sat: 9:45, SF 1: 10:00, RBB: 12:15, BR-alpha: 15:00, EInsPlus: 17:15
19:00 BR-alpha Faszination Wissen: Mit aller Macht ins All – was nützt die bemannte Raumfahrt? 30min. EInsPlus: 28.11.: 1:45, 15:00, 29.11.: 11:15, 30.: 8:00, 1.12.: 4:45
27.11. 6:00 ZDF neo Leschs Kosmos: Der Traum vom Fliegen 15min.
11:30 3sat Wenn die Sonne still steht – Kepler, Galilei und der Himmel 60min.
28.11. 1:00 ZDF neo Leschs Kosmos: VOYAGER – Reise in die Ewigkeit 15min. 28.11.: ZDF info: 5:00, 29.11.: ZDF neo: 1:50
5:15 ZDF info Leschs Kosmos: Das Mysterium des Duschvorhangs 15min.
30.11. 22:45 BR-alpha Alpha Centauri: Wie entstehen Gasplaneten? 15min. 1:12.: 1:45, 8:15
5.12. 5:00 ZDF neo Leschs Kosmos 15min.
5:15 ZDF neo Leschs Kosmos 15min.
15:00 BR-alpha Natur und Technik: Natur und Ausbreitung des Lichts 15min.
7.12. 22:45 BR-alpha Alpha Centauri: Wie bestimmt man das Alter von Gesteinen? 15min. 8:12.: 1:45, 8:15

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
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interstellarum 79 (Dezember/Januar 2012) ist seit 18.11. am Kiosk und in unserem Shop erhältlich. Sie lesen dort unter anderem:

• Merkur unter der Lupe: Messenger im Orbit um Merkur
• Astrofotografie: Mosaike planen und erstellen
• Supernovae: Fotografie ohne Teleskop
• Deep-Sky: Orion trifft Zwillinge
• Sonne: Protuberanzen zeichnen

 

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Abonnenten unserer Zeitschrift bekamen in Ausgabe 79 ein besonderes Dankeschön in Posterform beigelegt. Aber auch Nicht-Abonnenten können dieses nun über unseren Zeitschriftenshop bestellen.

Das einzigartige Astro-Poster vermittelt Daten für die astronomische Beobachtung des gesamten Jahres 2012 auf einen Blick im imposanten DIN A1-Format. So können Sie für jeden Tag die Auf- und Untergangszeiten für Sonne, Mond und Planeten ablesen und bekommen die Größenverhältnisse der Planeten zueinander sowie deren Phasen und die des Mondes angezeigt. Komplettiert wird dieses Diagramm durch Dämmerungszeiten, den Wechsel zwischen Mondschein und Deep-Sky-Fenster und die Markierung besonders wichtiger Ereignisse des Jahres 2012. Diese werden durch die angrenzenden Texte und Grafiken noch einmal genauer beschrieben.

Für jeden Monat gibt es außerdem eine Ansicht des gesamten Himmels zur besten Beobachtungszeit. Erklärungen zu allen Elementen des Posters lassen eventuelle Unklarheiten gar nicht erst aufkommen.