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Jupiter. Helligkeit -1 ,m90, Durchmesser 33,95" (4.7.2016 11:10 MESZ)
Saturn. Helligkeit 0 ,m19, Durchmesser 18,07" (4.7.2016 11:10 MESZ)
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INHALTSVERZEICHNIS Ausgabe 136 vom 13.5.2011
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
MITTEILUNGEN AUS DER REDAKTION
 
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 

Wichtige Astronomische Ereignisse vom 13.5.–27.5.2011

17.5. 13:09 MESZ   Vollmond
18.5. 9:48 MESZ   Merkur bei Venus, Merkur 1° 22' südlich
24.5. 20:52 MESZ   Mond Letztes Viertel
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 
LINKS ZUM ARTIKEL
Entdeckungsmeldung:
www.oculum.de/newsletter/astro/100/30/5/135.ls4tt.asp#4
Aktuelle Supernovae:
www.supernovae.net
Arbeit zu Typ-Ia-Supernova-Lichtkurven:
arxiv.org/abs/0901.4787
 
 
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Lichtkurve der Supernova 2011by (grün: Photometrische Messungen im V-Band, schwarz: visuelle Helligkeits-schätzungen).
 

Am 26.4. entdeckten Zhangwei Jin, Ningbo, Zhèjiāng, China, und Xing Gao, Ürümqi, Xinjiang, China eine Supernova mit 14 ,m2 in der Galaxie NGC 3972 im Kasten des Großen Wagens, knapp zwei Grad nördlich von γ UMa. Die Supernova hat mittlerweile die Bezeichnung 2011by erhalten.

Da die Supernova frühzeitig entdeckt wurde, nahm ihre Helligkeit weiter zu. Am 8. und 9.5. wurde sie bereits mit 12 ,m6 auch mit kleinen Fernrohren beobachtet. Damit dürfte das Helligkeitsmaximum erreicht sein. In den nächsten Wochen wird die Helligkeit voraussichtlich langsam abnehmen. Eine visuelle Sichtung kann bei guten Bedingungen schon mit Öffnungen um 90mm gelingen.

Erste Spektren zeigen eine Supernova vom Typ Ia. Sie entsteht durch die thermonukleare Explosion eines Weißen Zwergsterns in einem engen Doppelsternsystem. Durch aufgesammelte Materie vom Begleiter überschreitet der Weiße Zwerg die kritische »Chandrasekhar-Masse« (1,4 Sonnenmassen) und wird durch eine nukleare Kettenreaktion zerstört. Als Überrest bleibt ein kompaktes Objekt, etwa ein Neutronenstern, zurück. Supernovae dieses Typs dienen auch als kosmische »Standardkerzen« zur Entfernungsbestimmung im Weltall, da sie eine homogene Gruppe von Objekten darstellen.

Wolfgang Vollmann

 
 
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Das Planetenquartett am 18. Mai bei Sonnenaufgang.

Am Vormittag des 18. Mai nähern sich Merkur und Venus bis auf ca. 1,4°. Die Begegnung findet in einer scheinbaren Entfernung von ca. 24° von der Sonne statt, so dass man bei der Beobachtung am Taghimmel vorsichtig sein sollte.

Merkur zieht südlich an Venus vorbei, wobei diese mit –3 ,m9 deutlich heller als Merkur (0 ,m0) ist. Ca. 6,5° nordwestlich des Paares findet sich Jupiter mit –2 ,m1 in der Helligkeit zwischen den beiden inneren Planeten liegend. Das Trio wird mit Mars ca. 2,5° östlich des Paares Venus-Merkur zum Quartett, allerdings wird es schwierig sein diesen aufzufinden, da er nur eine Helligkeit von 1 ,m3 aufweist.

Der optimale Zeitpunkt für die Beobachtung der Planeten ist schwer anzugeben. Kurz vor Sonnenaufgang ist zwar der Himmel noch dunkler, aber wegen der Flachheit der Ekliptik stehen die Planeten nur wenige Grad über dem Horizont. Später, bei genügender Altitude werden die nahe Sonne und der helle Himmel die Beobachtung erschweren.

Hans-Georg Purucker

 
 
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Alle Details der Bedeckung:
www.lesia.obspm.fr/perso/braga-ribas/list/2011/2011_05_14_Quaoar.html
 

Dem Morgen des 14. Mai fiebern die Spezialisten für den Kuiper-Gürtel schon seit Monaten entgegen: Unter relativ günstigen Umständen wird (50000) Quaoar einen Stern 17. Größe – deutlich heller im Roten übrigens – bedecken, mit den besten Chancen für Südeuropa aber einer Chance von vielleicht immer noch 1:8, dass Deutschland vom Schatten des Transneptuns getroffen wird. Noch nie wurde eine Sternbedeckung durch Quaoar von Europa aus beobachtet, und jeder Datenpunkt (kam es zu einer Bedeckung und wenn ja, für wie lange?) hat hohen Wert. Der Durchmesser dieses Transneptuns – sehr grob 1000 km – ist nämlich trotz sechs erfolgreicher Bedeckungsbeobachtungen auf anderen Kontinenten (zuletzt am 4. Mai in Südamerika) nur ungenau bekannt, für die Bestimmung der Dichte Quaoars aber entscheidend. Nach einer Analyse ist diese erheblich höher als sonst im von Eiskugeln dominierten Kuiper-Gürtel, was schon Messungen morgen bestätigen oder widerlegen könnten.

Daniel Fischer

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
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DLR-Pressemitteilung zum Bild:
www.dlr.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-1/117_read-30643
JPL-Pressemitteilung zum Anflug:
www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2011-130
Das Sternfeld (s. Text unterhalb Bild):
www.flickr.com/photos/53402955@N08/5710661888
 

Viel zu sehen ist noch nicht auf der ersten Aufnahme von (4) Vesta, die die Raumsonde Dawn am 3. Mai geliefert hat – außer dass der Kleinplanet bereits gleißend hell vor dem Sternenhintergrund steht. Auf 1,21 Mio. km war der Abstand zu diesem Zeitpunkt gesunken, und die – aus Deutschland stammende – Kamera hat nun die Navigation übernommen: Zuvor hatte sich Dawn auf seiner langen interplanetaren Reise seit 2007 (die 2,6 Mrd. km bzw. über 43 Monate gedauert hatte) mittels Radionavigation und anderen Techniken orientiert, bei denen der Asteroid selbst nicht mitgespielt hatte. Die kommenden gut zwei Monate wird sich die Sonde anhand der Navigationsbilder mit ihrem Ionenantrieb immer näher an Vesta heranpirschen: Das ist die erste Phase des insgesamt 15 Monate währenden Vesta-Aufenthalts im Rahmen der ausgedehnten Doppel-Mission, die anschließend noch zum Zwergplaneten Ceres führen wird.

Am 16. Juli sollte Dawn in nur noch 15500km Abstand in einen ersten, weiten Orbit um die 530km große Vesta eintreten, der sogleich schrittweise abgesenkt wird. Die selbe Kamera wird dann – ab Anfang August, in 2700km Abstand – viele Monate lang Daten für ein detailliertes 3D-Bild des Kleinplaneten liefern: »Nach und nach entsteht so ein einheitliches, dreidimensionales Geländemodell des Asteroiden, das Antworten zu Vestas Geburt und Geschichte geben wird«, verspricht das federführende DLR. Auf Dawn sitzen (sicherheitshalber) zwei identische Kameras mit jeweils 1024×1024 Pixeln, einem Filterrad mit 8 Stellungen und 5,5° Gesichtsfeld: Aus dem niedrigsten geplanten Orbit in nur 180km Höhe sind damit 17 Meter pro Pixel Auflösung möglich, freilich nur für einen Teil der Vesta-Oberfläche. Die nun laufende Anflugsphase wird bereits für Test- und Untergrund-Messungen der anderen wissenschaftlichen Instrumente Dawns genutzt – und von der Kamera auch für eine fotografische Suche nach Vesta-Monden: Von der Erde aus wurden bisher auch bei gezielter Suche keine entdeckt.

Daniel Fischer

 
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Scheiben-Rekonstruktion:
www.citizensky.org/content/disk-revealed-part-2
Spektroskopie:
arxiv.org/abs/1105.0107
Erste Einsichten:
www.oculum.de/newsletter/astro/100/00/8/108.rg6pl.asp#7
 
 

Nun ist sie so gut wie zuende, die nur alle 27 Jahre eintretende Verfinsterung des 3 ,m0 hellen F-Sterns ε Aurigae durch die dichte Staubscheibe eines geheimnisvollen Begleiters, der völlig darin verborgen ist, und die modernsten Methoden der Astrophysik sind diesmal zum Einsatz gekommen. Zum ersten Mal haben wir zum Beispiel ein direktes, räumlich aufgelöstes Bild der Scheibe herstellen können, denn immer wieder während der mehr als ein Jahr währenden Bedeckung des Sterns sind mit dem optischen Interferometer CHARA auf dem Mount Wilson zweidimensionale Bilder entstanden, auf denen mehr oder weniger des Sternscheibchens verdeckt ist. Auf diese Weise wurde die Scheibe sozusagen im Gegenlicht abgetastet, und allmählich formt sich ein Gesamtbild. Aber einfach ist es keineswegs: Das Ende der Verfinsterung verläuft nun nämlich wesentlich schneller als ihr Beginn, d.h. die Scheibe als Ganze muss ziemlich asymetrisch sein, mit einem stumpfen »Hinterende«, das in der Bildmontage hier noch nicht erfasst ist (entsprechende Daten wurden aber gewonnen). Ein zentrales Loch, wie früher oft vermutet, scheint es dagegen nicht zu geben.

Die interferometrische Bilderserie ist sicher das größte Novum der 2009/2011-er Epsilon-Aurigae-Kampagne, aber auch klassische Methoden haben entscheidende Erkenntnisse zum Gesamtbild beigesteuert. So ist während der Bedeckung zusätzliche Hα-Absorption im Spektrum des F-Sterns aufgetreten: Die kann nur durch eine ausgedehnte dünne »Atmosphäre« der Staubscheibe zustande gekommen sein, die sich mit ihr zusammen vor den Stern geschoben hat – und sich schon drei Jahre vor dem Finsternisbeginn bemerkbar machte. Auch trat bei vielen Messgrößen immer wieder genau dieselbe Periodizität von genau 66,21 Tagen auf, aber mit unterschiedlicher Phase: Verantwortlich ist sicher der bedeckte Stern, aber einfache Pulsationen sind es nicht. Und kurioserweise so unklar wie zuvor ist die Frage, ob der F-Stern und der unsichtbare Begleiter in der Scheibe beide jeweils mehrere Dutzend oder aber nur wenige Sonnenmassen besitzen: Für beide seit langem diskutierten Szenarien lassen sich nach wie vor Argumente finden. Ob die Diskussion über die physischen Grundeigenschaften des exotischen Epsilon-Aurigae-Systems wohl bis zur nächsten Bedeckung zu einem Ende gekommen sein wird?

Daniel Fischer

 
 
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MOST-Analyse:
arxiv.org/abs/1104.5230
Spitzer-Analyse:
arxiv.org/abs/1105.0415
CfA Pressemitteilung:
www.cfa.harvard.edu/news/2011/pr201112.html
 
Transits des Exoplaneten 55 Cancri e im sichtbaren Licht vom Satelliten MOST (links; Summe zahlreicher Durchgänge) und im Infraroten von Spitzer (ein Durchgang) – eine detaillierte Analyse zeigt, dass der Planet im Infraroten um 30% größer ist. [Winn et al. und Demory et al.]

Mit 5 ,m95 visueller Helligkeit ist der sonnenähnliche Stern 55 Cancri bei einigermaßen dunklem Himmel schon mit dem bloßen Auge zu sehen: eine Rarität für ein fremdes Sonnensystem, denn zwischen 1996 und 2007 wurden hier gleich fünf Planeten entdeckt. Und der innerste und masseärmste, 55 Cnc e mit 8 Erdmassen, ist nun auch im Transit vor dem Sternscheibchen beobachtet worden: mehrfach im sichtbaren Licht von dem winzigen kanadischen Fotometriesatelliten MOST und einmal auch im Infraroten vom Spitzer Space Telescope. Überhaupt erst nach Durchgängen Ausschau gehalten hat man, nachdem zwei Studenten bei einer Neuanalyse der Radialgeschwindigkeitsdaten 55 Cancris auf die Möglichkeit gestoßen waren, dass Planet e deutlich näher um den Stern kreist als lange gedacht – was auch die Wahrscheinlichkeit stark erhöhte, dass er von der Erde aus vor den Stern gelangen könnte. Die MOST-Messungen bestätigten dies: Die Periode beträgt nur 17 Stunden und 41 Minuten. Und der aus den Lichtkurven abgeleitete Durchmesser des Planeten von nur 1,6 Erddurchmessern führt zu einer enormen Dichte von rund 11g/cm3. 55 Cnc ist damit die erste »Supererde«, die im Transit bei einem derart hellen Stern beobachtet werden kann: Leider ist der Helligkeitsabfall mit 1/5000 des Flusses so gering, dass sich Amateur-Fotometriker schon sehr anstrengen müssten; das Aufaddieren vieler Transitlichtkurven könnte aber helfen.

Dafür erlaubt andererseits die große Sternhelligkeit eine Menge Untersuchungen während der Durchgänge des Planeten, die bei den typischerweise 5 Größenklassen oder einen Faktor 100 schwächeren Sternen der meisten anderen Exoplanetensysteme nicht möglich sind. Und das erste Rätsel hat 55 Cnc e schon aufgegeben: Ein Durchgang von ihm wurde auch mit dem Spitzer Space Telescope bei 4,5µm Wellenlänge beobachtet – und da erscheint der Durchmesser des Planeten um 30% größer. Die MOST- und Spitzer-Lichtkurven widersprechen sich signifikant! Sind Messungen von MOST fragwürdig, der Planet mit 2,1 Erddurchmessern deutlich größer und seine Dichte sogar etwas geringer als die der Erde? Die alternative Erklärung könnte eine exotische ausgedehnte Atmosphäre des Planeten sein, die im Infraroten undurchlässig, im Sichtbaren aber völlig klar ist: So etwas ließe sich mit Kohlenmonoxid oder -dioxid durchaus realisieren. Wegen seiner Sternnähe dürfte der Planet freilich um 2000 Kelvin heiß sein, die MOST-Beobachter sprechen von »infernalischen Bedingungen«: Wie sollte das solch eine Atmosphäre aus flüchtigem Gas aushalten? Also müsste man wiederum geophysikalische Prozesse postulieren, die die Atmosphäre laufend erhalten: erstaunliche Schlussfolgerungen aus zwei verrauschten Lichtkurven! Von 55 Cancri e wird sicher noch einiges zu hören sein.

Daniel Fischer

Gehen Supernovae des Typs Ia – so wie jene, die 1572 u.a. von Tycho Brahe beobachtet wurde – auf die Verschmelzung zweier Weißer Zwerge zurück, die es dann komplett zerreißt, oder wird ein Weißer Zwerg von einem Begleiter bis über die Explosionsgrenze gefüttert? Im Tycho-Überrest gibt es einen Stern, den manche für eben diesen Begleiter des explodierten Weißen Zwergs halten – und nun wird ein aus dem Rahmen fallendes bogenförmiges Filament auf Röntgenbildern als ein Teil der Hülle dieses Begleiters interpretiert, die bei der Supernova abgestreift wurde. In diesem Szenario würden manche Details zusammenpassen, aber selbst seine Autoren hegen noch Zweifel: Dass diese Ia-Supernova durch die Vernichtung eines einzelnen Weißen Zwergs zustande kam (und dies damit ein generell gangbarer Weg ist), beweist auch die Entdeckung des Tycho-Bogens nicht.

Daniel Fischer

 
 
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Pressemitteilung des AIP:
www.aip.de/de/aktuelles/presse/spinstars
 

Hat eine längst vergangene erste Sterngeneration der Milchstraße chemische Spuren hinterlassen, die auf heftige Rotation hindeuten? So lassen sich Spektren heutiger Sterne interpretieren, die so alt sind, dass ihr Baumaterial nur von dieser einen Vorgänger-Population »verschmutzt« werden konnte, wenn diese Sterne massereich waren und schnell wieder als Supernovae untergingen. Trotzdem findet man im Gas von 8 Sternen des ältesten Kugelhaufens der Milchstraße, NGC 6522, Anreicherungen von Yttrium und Strontium, die nur massearme Vorgänger hinterlassen haben sollten – außer sie rotierten extrem schnell (»Spinstars«), so dass sie sich stärker durchmischten. Ganz eindeutig ist die Schlussfolgerung allerdings nicht, da das Alter von NGC 6522 etwas umstritten ist: Vielleicht stammen das Yttrium und Strontium seiner Sterne auch von etwas späteren Sterngenerationen.

Daniel Fischer

 
 
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Pressemitteilung der Uni Göttingen:
www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=3865
 

Das Frühwarnsystem, das speziell den Betrieb von Telekommunikations- und Navigationssystemen auf der Erde während Sonnenstürmen sichern soll, wird derzeit von einer internationalen Arbeitsgruppe unter Leitung des Göttinger Astrophysikers Volker Bothmer mit EU-Mitteln aufgebaut: Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei mehr als 2,5 Millionen Euro. Bis zum 2013 erwarteten nächsten Maximum der Sonnenaktivität soll der Prototyp stehen, der Weltraumwetterdaten zahlreicher Satelliten per Modellrechnungen und Computersimulationen auswertet: Das Eintreffen starker Sonnenstürme und die zu erwartenden Auswirkungen sollen mit größtmöglicher Zuverlässigkeit vorausgesagt werden, so dass rechtzeitig Maßnahmen zur Sicherung der gefährdeten Technologien in Europa eingeleitet werden können. Zeitlich hochaufgelöste 3D-Kartierungen der Elektronendichteverteilung in der oberen Erdatmosphäre stehen dabei im Mittelpunkt.

Daniel Fischer

 

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
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Alle Termine des aktuellen Heftzeitraums:
www.interstellarum.de/termine.asp
 
 

Termine vom 13.5.–27.5.2011

14.5. H-alpha Treff Rüsselsheim (HaTR), Vereinsgelände Am Schnepperberg, 65468 Rüsselsheim Dietmar Sellner, 06147/936310, d.sellner@t-online.de, www.ruesselsheimer-sternfreunde.de
14.5. Veränderlichenbeobachter-Treffen, Bruno-H.-Bürgel-Sternwarte, 04746 Hartha/Sachsen, Töpelstr. 43 Werner Braune, Münchener Str. 26-27, 10825 Berlin, 030/7848453, zentrale@bav-astro.de, www.bav-astro.de
14.5. Workshop Astronomievideos, Sternwarte Zollern-Alb, 72348 Rosenfeld-Brittheim Silvia Kowollik, 07141/461641, workshop@sternwarte-zollern-alb.de, sternwarte-zollern-alb.de/workshops/astrovideos-2011.htm
14.5. Österreichischer Astronomietag Thomas Posch, thomas.posch@univie.ac.at, www.astronomie2011.at
21.5. Nationales Sonnenbeobachtertreffen und Tag der Offenen Tür, Sternwarte Gudensberg, 34281 Gudensberg, Schwimmbadweg 30 www.urlaub-in-espana.eu/Astronomie/Einladung.pdf (PDF)
21.5. Norddeutsches Astrofotografentreffen NAFT, Friedrichstraße 53, 26203 Wardenburg www.naft.de
21.–22.5. Schweizerische Jahrestagung Astronomie 2011, Zürich Astronomische Gesellschaft Urania Zürich (AGUZ), aguz@gmx.ch, sas.astronomie.ch/mitglieder.html
26.–29.5. 4. Esener Spechtel Tage (EST) Astronomie Freunde Esens, Folstenhausener Str.15, 26427 Stedesdorf, 04971/949076, astro-freunde.esens@ewetel.net, www.astronomie-freunde-esens.info/est.html
 
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interstellarum-Sternstunde mit Live-Berichten von der ATT:
www.interstellarum.de/video.asp
 
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Der Oculum-Stand auf der ATT, im Hintergrund ist der Livestream zu sehen.

Am 7. Mai 2011 fand in Essen, in der Gesamtschule Bockmühle der 27. Astronomische Tausch- und Trödeltreff statt. Wie in jedem Jahr fanden wieder zahlreiche Sternfreundinnen und Sternfreunde den oft langen Weg in die Ruhrstadt. Dabei wurden mit etwas mehr als 2000 Besucherinnen und Besuchern dieses Mal deutlich weniger Interessierte in den Gängen und Hallen gezählt, was vielleicht mit an dem ausgesprochen schönen Wetter lag.

Viele Teleskophersteller und Versender von Zubehör und Büchern sowie eine zunehmende Zahl von regionalen und überregionalen Astronomievereinen, fast alle, die in der Astroszene Rang und Namen haben, waren hier vertreten. Neben den Internetplattformen Astronomie.de und Astrotreff.de (der regelmäßig vom ATT postete) stachen in diesem Jahr der Oculum-Verlag und die Firma Gerd Neumann besonders hervor: Die Mitarbeiter des Verlages produzierten per Livestream vor Ort die neueste Ausgabe der webbasierten TV-Sendung interstellarum-Sternstunde und boten so den Daheimgebliebenen Einblicke in neueste Entwicklungen und Trends.

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Die große Halle lockte wieder mal mit viel Astrozubehör.

Bei der Firma Gerd Neumann konnte man bei Filtertests zuschauen und so einen Eindruck über deren Qualität gewinnen, die sehr erhellend waren. Daneben konnte man sich an verschiedenen Ständen über die neuesten Entwicklungen im Kleinen und im Großen informieren. Neben den vielen bestaunenswerten Auslagen gab es ein interessantes Vortragsprogramm über eine astrofotografische Reise vom Sonnensystem bis in die Tiefen des Weltalls, über die Aktivität der Sonne in den letzten 12 Monaten oder über die Schönheiten des Nachthimmels, begleitet von gediegener Space-Musik, der man im Musikraum 2 lauschen konnte.

Überdies ergaben sich beim Plausch im Café, bei den zahlreichen Vereinsständen oder einfach mitten auf den Gängen viele Möglichkeiten zur Kontaktpflege, die auf der ATT nicht nur ein Nebenprodukt des Zusammentreffens von Sternfreundinnen und Sternfreunden darstellen.

Manfred Holl

 
 
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Meopta-Spektiv:
www.meopta.com/en/new-meostar-s2-spotting-scope-1404043227.html
 
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Für die astronomische Anwendung ist die Schrägversion des neuen Meostar S2 82 APO besser geeignet.

Der tschechische Optikhersteller Meopta stellt aktuell den Nachfolger seines Spektivs S1 75 APO, das neue S2 82 APO vor. Bei der Konstruktion wurden laut Hersteller die neuesten optischen Fluorid-Gläser verwendet. Dank der vergrößerten Objektivlinse weist das Spektiv auch bei der Dämmerungsbeobachtung mehr Leistungsreserven als sein Vorgänger auf. Die Optik ist in einem stabilen, aber dennoch leichten Magnesium-Gehäuse untergebracht, das mit einer Gummiarmierung gegen mechanische Einflüsse geschützt ist. Die Fokussierung erfolgt an einem großen Drehrad am Gehäuse. Die Naheinstellgrenze liegt bei 4,2m.

Zunächst ist die Auslieferung mit einem 30×–60× Weitwinkel-Zoom-Okular (66° Eigengesichtsfeld) vorgesehen, dessen tatsächliches Gesichtsfeld mit dem Spektiv 44m–21m/1000m erreicht. Die Austrittspupille beträgt 2,7mm–1,4mm, der Augenabstand wird mit komfortablen 18mm angegeben. Das Okular wird mittels eines Bajonettrings mit dem Spektivkörper verbunden und durch eine Arretiervorrichtung fixiert. Zum Lösen dieser Sicherung besitzt das Gerät an der Unterseite des Gehäuses einen Auslöseknopf. Zur Montage auf ein Stativ steht an der Gehäusebasis ein 3/8"-Fotogewinde zur Verfügung. Das Gerät kann sowohl als Schrägversion, als auch als Geradeversion geliefert werden. Als Gewicht werden 1370g (gerade) bzw. 1390g (schräg) angegeben, das Okular wiegt nochmals 385g. Die Markteinführung ist für Oktober 2011 geplant, voraussichtlich Ende des Jahres soll auch noch ein 20×–70× Zoom-Okular lieferbar sein. Derzeit gibt es noch keine offiziellen Preisangaben, der Fachhandel rechnet aber damit, dass die Kombination Meostar S2 82 APO mit dem 30×-60× Okular für unter 2000€ am Markt platziert werden wird.

Frank Gasparini

 
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Der neue APM-Okularauszug ist hinsichtlich der Anschlussmaße kompatibel zu Starlight Instruments-Fokussierern.

Die visuelle Beobachtung und ganz speziell die Astrofotografie stellen große Anforderungen an einen Okularauszug. Beim visuellen Einsatz sollen einerseits große Wege schnell überbrückt werden (z.B. bei stark unterschiedlicher Fokuslage von Okularen), andererseits ist besonders bei hohen Vergrößerungen ein exaktes und feinfühliges Scharfstellen des Bildes erforderlich. Beim Fotografieren muss ein Okularauszug hohe Lasten tragen können, ohne zu verkippen oder die einmal eingestellte Fokuslage zu verändern. Die Firma APM-Telescopes entwickelt aktuell eine eigene Okularauszugserie. Beim ersten erhältlichen Modell handelt es sich um einen 2,5"-Zahntrieb-Auszug für Refraktoren, der sich in den Tubusanschlussmaßen an den bekannten Auszügen von Starlight Instruments (USA) orientiert.

Das Auszugsrohr ist auf Teflon gelagert und soll Spielfreiheit und maximale Zuladung ohne Verkippen gewährleisten. Der Auszug verfügt über 81,5mm Fokussierweg und einen 1:10-Feintrieb. Die maximale Zuladung wird mit 3kg angegeben, bei 1067g Eigengewicht. Das Auzugsende weist ein M61×1-Innengewinde mit 6mm Gewindelänge auf, so dass Adaptionen problemlos möglich sind. Zum Lieferumfang gehört z.B. ein Adapter auf 2" Steckmaß mit Messingklemmring und drei Feststellschrauben. Der Auszug ist zudem am Gehäuse mit einem Sucherschuh für Vixen/Synta-Sucherhalterungen ausgestattet. Weitere Modelle mit kürzerem Fokussierweg für den Einsatz an RC-, SC-, ACF- und Newton-Teleskopen sollen folgen. Der Preis des Modells für Refraktoren beträgt 245€, Tubusadapter zur 360°-Rotation können nach Kundenspezifikation angefertigt werden (Preis auf Anfrage).

Frank Gasparini

 
 
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QSI-Serie 600:
www.qsimaging.com/600series-overview.html
 

Quantum Scientific Imaging (QSI) hat seine bisherige Kamera-Serie basierend auf den 500er-Modellen entsprechend zahlreichen Kundenwünschen überarbeitet und bietet jetzt die neue 600er-Serie an. Die Kameras bauen auf den gleichen CCD-Chips von Kodak auf, sind aber hinsichtlich der Elektronik und Kühlung modifiziert. In der 600er-Serie gibt es neben dem »High Quality Mode« (800000 Pixel/Sekunde) auch einen schnellen Auslesemodus mit 8 Millionen Pixel/Sekunde. Damit kann das komplette Bild eines KAF-8300 im 1×1-Binning in rund einer Sekunde übertragen werden und z.B. das Fokussieren deutlich schneller erledigt werden. Mit der neuen 2-stufigen Peltier-Kühlung können die CCD-Chips nun mehr als 45°C unter die Umgebungstemperatur heruntergekühlt werden. Dadurch gelingt es auch in warmen Sommernächten den Chip bis auf –20°C herunterzukühlen und das Bildrauschen weiter zu reduzieren. Auch das Zubehör ist in der neuen Serie ergänzt worden: Für die 600er-Serie wird es gegen Aufpreis neben dem herkömmlichen Filterrad (fünf Positionen) nun erstmalig auch ein internes Filterrad mit acht Filterpositionen geben.

Frank Gasparini

 
 
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Grundlegendes zur GdP-Gründung:
www.astronomie-wien.at/gdp.html
 

Die Planetarien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben sich während ihrer alljährlichen Zusammenkunft eine neue Organisationsform gegeben, in der der bisherige Rat deutscher Planetarien aufgehen wird, die auch kleinere Einrichtungen und Einzelpersonen anspricht und die der Planetariums-Szene insgesamt größeres »politisches Gewicht« verleihen soll, wie es in einer FAQ heißt – wichtig gerade in der anbrechenden Ära der Fulldome-Videoprojektion, die die Investitions- und Produktionskosten zunächst einmal in die Höhe treibt. Bei der Gründung der »GdP« am 8. Mai in Wien wurden Gerd Thiele vom Planetarium Cottbus zum Präsidenten und Björn Voss und Christian Theis aus Münster bzw. Mannheim zu den Vizepräsidenten gewählt.

Daniel Fischer

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom 13.5.–27.5.2011 (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung
13.5. 17:30 ZDF Info Abenteuer Wissen: Dunkle Kräfte – Rettung aus dem schwarzen Loch 30min.
14.5. 20:15 arte Helden der Wissenschaft (1): Sind wir allein im All? 50min. 18.5.: 10:10
21:00 BR-alpha Ein großer Schritt für die Menschheit – Die Missionen der NASA: Der Adler ist gelandet 50min. 16.5.: 1:40
21:05 arte Helden der Wissenschaft (2): Woraus besteht die Welt? 50min. 18.5.: 11:00
16.5. 01:35 ZDF Leschs Kosmos: Wenn alles kippt... Point of No Return 15min. ZDF neo: 17.5.: 1:10
08:35 arte x:enius: Die Entstehung des Lebens – Kommt das Leben aus dem All? 30min. 17:35
18.5. 19:45 ARD Wissen vor 8: Wie funktioniert das GPS? 3min.
22:45 BR-alpha Alpha Centauri: Was ist Energie? 15min. 19.5.: 1:45, 8:15
21.5. 20:15 arte Helden der Wissenschaft (3): Woher kommen wir? 50min. 25.5.: 10:00
21:00 BR-alpha Ein großer Schritt für die Menschheit – Die Missionen der NASA: Handschlag im All 50min. 23.5.: 1:25
21:05 arte Helden der Wissenschaft (4): Energie ohne Ende? 50min. 25.5.: 10:50
23.5. 01:20 ZDF Leschs Kosmos 15min. ZDF neo: 24.5.: 1:05
24.5. 09:30 HR3 Die Erde – Unser Planet (1): Kontinente auf Wanderschaft 15min.
25.5. 22:45 BR-alpha Alpha Centauri: Was ist Radioaktivität? 15min. 26.5.: 1:45, 8:15

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
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DAS ABONNEMENT:
www.interstellarum.de/
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interstellarum 76 (Juni/Juli 2011) ist ab dem 13.5. am Kiosk und in unserem Shop erhältlich. Sie lesen dort unter anderem:

 

Blaue Riesen: Besondere Sterne am Ende ihres Lebens
Astrofotografie: Der Mond in Farbe
Deep-Sky: 100 Quadratgrad im Adler
Sonne: Fotografie in Rot, Weiß und Violett
Test: Eine CCD-Kamera aus Mähren

 
 

Hinweis

Verschaffen Sie sich schon jetzt einen ersten Eindruck vom neuen Heft und nutzen Sie einfach die Blätterfunktion.

 
 
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interstellarum-Sternstunde:
www.interstellarum.de/video.asp
Sternstunde auf Youtube:
www.youtube.com/user/interstellarum
Eigene Videos einsenden:
www.interstellarum.de/videoupload.asp
 

Auch in der inzwischen dritten Ausgabe unseres Internet-TV-Magazins bieten wir Ihnen aktuelle News aus der Astronomie. Diesmal dabei: Merkursonde Messenger, der Ausbruch des Kleinplaneten Scheila, eine ungewöhnliche Rettungsaktion für das McDonald Observatory in Texas, Amateurastronomen als erfolgreiche Jäger von Supernovae und ein Erd-Trojaner in einem sogenannten Hufeisenorbit.

Aus unserer Liveübertragung vom ATT am 7.5. zeigen wir noch einmal die Highlights – hier natürlich in voller HD-Qualität.

Die Astrovorschau bereitet Sie auf zahlreiche Ereignisse am nächtlichen Himmel in der Zeit vom 15. Mai bis 15. Juli vor, mit der Totalen Mondfinsternis am 15./16. Juni als Glanzpunkt.

Die Sendung wird abgerundet durch einen Film vom Aufgang eines besonders nahen Vollmondes, aufgenommen von Mitgliedern der Monschauer Sternfreunde. Schicken auch Sie Videos und Fotos über unsere Uploadseiten, welche dann in der Sternstunde gezeigt werden können. Sie erhalten wie gewohnt eine separate Mail mit Link zur Sendung.

Videolinks

 
interstellarum-Sternstunde:
www.interstellarum.de/video.asp
interstellarum-Kanal auf Youtube: www.youtube.com/user/interstellarum 
eigene Videos einsenden: www.interstellarum.de/videoupload.asp
 
 
 
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OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ ods-galerie.asp
Fotos einsenden:
www.interstellarum.de/ ods.asp
Zeichnungen und Beschreibungen einsenden:
www.interstellarum.de/ ods.asp?Maske=2
 
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Die Objekte der Saison (OdS) laufen als Beobachtungsprojekt zum Mitmachen für alle Leser ununterbrochen seit der ersten interstellarum-Nummer 1994. Dabei werden immer zwei Deep-Sky-Objekte ein Jahr im Voraus vorgestellt. In Heft Nr. 71 wurden der Offene Sternhaufen Messier 11 (Scutum) und der Kugelsternhaufen Messier 15 (Pegasus) ausgewählt. Ihre Beobachtungsberichte als Text – ob mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop – und Ihre Astro-Fotos und Zeichnungen können Sie über unsere Eingabemasken direkt an uns senden.

Der Einsendeschluss für Heft 77 für beide Objekte ist am 20. Mai. Machen Sie mit – wir freuen uns über jeden neuen Teilnehmer!

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Hier können Sie Ihre Ergebnisse einsenden:

Zeichnungen und Beobachtungsbeschreibungen: www.interstellarum.de/ods.asp?Maske=2

Fotos: www.interstellarum.de/ods.asp

M 11 in der OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ods-galerie.asp?Direktlink=M 11

M 15 in der OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ods-galerie.asp?Direktlink=M 15