AKTUELLE AUSGABE
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Sonne. Helligkeit -26 ,m7, Durchmesser 31' 28,05" (25.6.2016 17:40 MESZ, Sonnenbild: 25.6.2016 14:00 MESZ)
Mond. Helligkeit -11 ,m0, Durchmesser 31' 14,65" (25.6.2016 17:40 MESZ)
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INHALTSVERZEICHNIS Ausgabe 132 vom 18.3.2011
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
MITTEILUNGEN AUS DER REDAKTION
 
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 

Wichtige Astronomische Ereignisse vom 18.3.–1.4.2011

19.03. 19:10:08 MEZ Vollmond
21.03. 00:20:48 MEZ Frühlingsanfang
21.03. 13:24:12 MEZ Uranus in Konjunktion
23.03. 02:02:22 MEZ Merkur in größter östlicher Elongation, 18,6°
26.03. 13:07:25 MEZ Mond Letztes Viertel
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 
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Merkur im letzten Newsletter:
www.oculum.de/newsletter/astro/100/30/1/131.he1au.asp
Sonnenobservatorium SOHO:
sohowww.nascom.nasa.gov
 
 
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Merkur (rechts) und Jupiter am 15.3.2011, 18:39 MEZ.

Nach der Begegnung mit Jupiter am 15.3. erreicht Merkur am 23.3, seine größte östliche Elongation und ist 19° von der Sonne entfernt. Der 0 ,m0 helle Planet ist dann am besten sichtbar. Das Planetenscheibchen erscheint uns am 23.3. knapp 8" im Durchmesser und zu 40% beleuchtet.

Um den 23.3. endet auch die freisichtige Beobachtbarkeit von Jupiter. Bis zum 31.3. können wir noch den immer schwächer erscheinenden Merkur in der Abenddämmerung mit freiem Auge sehen. Der Planet erreicht am 9.4. seine untere Konjunktion mit der Sonne und wendet uns seine unbeleuchtete Seite zu. Mit dem Koronographen LASCO des Weltraum-Sonnenobservatoriums SOHO bleibt Merkur auch dann sichtbar.

Wolfgang Vollmann

 
 
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Aktuelle Infos zu Epsilon Aurigae:
www.citizensky.org
Lichtkurve bei der BAV:
www.bav-astro.de/BAV-news.php?kennung=eps-aur&sprache=de
Internationale Kampagne:
www.hposoft.com/Campaign09.html
 
 
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Helligkeitsmessungen mit einer Digital-kamera zeigen den Abfall der Helligkeit von ε Aur vom Normallicht zum langen Minimum.

Die verfinsternde Scheibe, die den Hauptstern von ε Aurigae seit Mitte 2009 bedeckt hatte, zieht auf ihrer Umlaufbewegung weiter. Die totale Verfinsterung endet um den 19.März 2011, bis Mai 2011 wird auch die teilweise Bedeckung beendet sein. Das ist auch mit freiem Auge gut sichtbar: in der Verfinsterung war ε Aurigae etwa gleichhell mit ζ Aur (3 ,m75). Im Normallicht erscheint uns der Stern doppelt so hell, etwa gleich mit η Aur (3 ,m17).

Die aktuellen Beobachtungen mit einer Digitalkamera deuten an, dass der Stern tatsächlich schon messbar heller wird. Seit der Mitte der Verfinsterung im August 2010 konnte ein kleiner Lichtwechsel von 0 ,m1 gemessen werden – er wird in der Lichtkurve deutlich erkennbar. Da die Umlaufperiode 27 Jahre beträgt wird die nächste Verfinsterung erst in den Jahren 2037/38 beobachtbar sein.

Nach den aktuellen Modellvorstellungen ist der Hauptstern von ε Aurigae ein entwickelter F-Überriesenstern nach der Hauptreihe des Hertzsprung-Russell-Diagramms. Er hat bereits den größten Teil seiner Masse verloren und »nur« noch 2–3 Sonnenmassen. Die Leuchtkraft ist mit mehr als 100000 Sonnenleuchtkräften sehr hoch. Die durch Sternwinde verlorene Materie sammelt ein massereicher Begleiter wie ein Staubsauger in einer Staubscheibe auf, die etwa 8AE Durchmesser (knapp Entfernung Sonne-Saturn) hat und zu den Verfinsterungen führt. Noch nicht geklärt ist die Natur des Begleiters: es könnte ein B-Hauptreihenstern, aber auch ein enges Doppelsternsystem sein. Die beiden Sterne sind etwa 20AE (etwa Sonne-Uranus) voneinander entfernt. Das ε Aurigae System ist etwa 2000 Lichtjahre von uns entfernt.

Wolfgang Vollmann

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1103.1520
 
Die Sonnenaktivität in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, neu rekonstruiert: Im Gegensatz zu früheren Analysen ist nun ein stetiger Abfall der Fleckenzahl vor dem Einsetzen des Maunder-Minimums zu erkennen, ein vermeintliches größeres Maximum unmittelbar am Ende der 1630er Jahre hat es offenbar gar nicht gegeben. [Vaquero et al.]
 

Das Auf und Ab der Sonnenaktivität im durchschnittlich 11-jährigen Zyklus wird durch die Dynamotheorie des Sonneninneren gut beschrieben, aber mit den langfristigeren Schwankungen der Fleckenzahl tut sich die Sonnenforschung schwer – und das größte Rätsel sind die »Grand Minima«, wenn für Jahrzehnte die Sonnenaktivität de facto zum Erliegen kommt. Bisher konnte keine übergreifende Theorie des Sonnenmagnetismus entwickelt werden, die auch dieses Phänomen beschreibt, und alle Versuche, Grand Minima wie insbesondere das berühmte Maunder-Minimum ab der Mitte des 17. Jahrhunderts zu modellieren, sind mehr oder weniger willkürliche Zusatzeffekte zum klassischen Dynamo-Prozess. Besonderes Kopfzerbrechen bereitete dabei, dass das Maunderminimum scheinbar ohne jede Vorwarnung über die Sonne hereinbrach, die eben noch ein ganz normal hohes Maximum gezeigt hatte – so schien es jedenfalls nach zwei aufwändigen Rekonstruktionen der Sonnenfleckenzahlen für das 17. Jahrhundert, in die alle bekannten historischen Aufzeichnungen eingeflossen waren.

Die Sonnenflecken waren überhaupt erst 1611 entdeckt worden, jedenfalls in der westlichen Welt (Astronomiegeschichtler feiern just dieser Tage ihren 400. »Geburtstag«), und systematische Beobachtungen gab es noch nicht: Es waren einzelne Pioniere der Astronomie aber auch allgemein Naturforscher, die mit zum Teil kruden Techniken sporadisch Aufzeichnungen über das Geschehen auf der Sonne machten. Eine neue Quelle hat nun ein internationales Forscherteam in die Flecken-Rekonstruktion einbauen können: den deutschen Naturforscher Georg Marcgraf (1610-1643/44), besser bekannt als erster Kartograf Brasiliens: Insbesondere hinterließ er Sonnenfleckendaten für das Jahr 1637, das bisher noch gar nicht abgedeckt war. Zusammen mit seinen Aufzeichnungen und diversen Korrekturen anderer Berichte aus dieser Zeit stellt sich die Zeit vor dem Maunder-Minimum plötzlich ganz anders dar: Die Höhe der Fleckenmaxima der drei beobachteten Zyklen davor nahm dramatisch ab, auf zuletzt nur noch 20 (statt der bisher angenommenen 60-70) Ende der 1630er Jahre. Offenbar hatte sich das Grand Minimum doch schon in den beiden Zyklen davor angekündigt: Theoretiker mögen das bedenken.

Daniel Fischer

 
Der fernste »erwachsene« Galaxienhaufen CL J1449+0856 in einem Kompositbild aus optischen Aufnahmen mehrerer Instrumente an den 8m-Teleskopen Subaru und VLT, überlagert mit Röntgenstrahlung vom Chandra-Satelliten, die die Ansammlung rötlicher Galaxien einhüllt. [ESA/ESO/Subaru/R. Gobat et al.]

Über Galaxien und auch »Proto-Galaxienhaufen« im frühen Kosmos wurde hier schon oft berichtet, aber jetzt ist auch ein voll entwickelter Galaxienhaufen aufgespürt worden, dessen Galaxien die Sternbildung sogar schon wieder eingestellt haben und in dessen Schwerefeld sich heißes Gas gesammelt hat – und das nur 3 Milliarden Jahre nach dem Urknall. Dieser früheste bzw. fernste bekannte »erwachsene« Galaxienhaufen dürfte nach Modellrechnungen der kosmischen Evolution eine absolute Rarität sein, und so ziemlich jedes große Teleskop auf der Erde oder im Weltraum hat in den vergangenen fünf Jahren einen Beitrag zu seiner Erforschung geliefert. Die Entdeckung von CL J1449+0856 war dabei reiner Zufall gewesen: man entdeckte eine kleine Ansammlung von unauffälligen Galaxien mit jedoch merkwürdigen Farben auf Archivbildern des Infrarotsatelliten Spitzer. Tiefe Nachbeobachtungen mit drei 8m- und 10m-Teleskopen sowie Hubbles IR-Kamera NICMOS enthüllten dann eine Population passiver roter Galaxien ohne nennenswerte Sternbildung, elliptisch und mit kompakten Kernen – die bereits gut eine Milliarde Jahre alt sein mussten.

Das Ganze hat dabei eine Rotverschiebung um 2,07, wie Spektren einiger der Haufen-Galaxien zeigen: Wir sehen den Haufen also nur 3,2 Mrd. Jahre nach dem Urknall, und 10,4 Mrd. Jahre war das Licht zu uns unterwegs. Und nicht nur Licht: Die Röntgensatelliten XMM-Newton und Chandra sichteten an der Stelle der Galaxienhäufung auch prompt das charaktistische Glühen heißen Gases, das sich in der Schwerkraftsenke angesammelt hat, ein weiteres klares Zeichen für einen voll entwickelten Galaxienhaufen. Aus der Röntgenstrahlung folgt eine Gesamtmasse von 50 bis 80 Billionen Sonnenmassen, was etwa dem Virgo-Haufen in unserer Nachbarschaft entspricht. Bis zur Gegenwart sollte CL J1449+0856 seine Masse durch weiteren Einfall aus dem intergalaktischen Raum noch einmal verzehnfacht haben und heute ungefähr dem Coma-Haufen entsprechen. Während es einer großen Kraftanstrengung bedurfte, dieses eine frühe Exemplar zu erforschen, sollte das dem James Webb Space Telescope (dessen Start inzwischen für etwa 2017 erwartet wird) und künftigen Röntgenteleskopen (dieses Jahrzehnt wohl nicht mehr) ein Leichtes sein, etliche ähnliche Haufen zu untersuchen: Anzahl und Zustand wären ein wichtiger Test für die moderne Kosmologie.

Daniel Fischer

 
 
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JPL NEO-News:
neo.jpl.nasa.gov/news/news171.html
 

Andauernd kommen Kleinstplaneten mit ein paar bis ein paar Dutzend Metern Durchmesser der Erde näher als die Monddistanz – aber am 8. November gibt es Besuch von einem erheblich größeren Brocken: Rund 400m Durchmesser hat 2005 YU55, der in nur 324600km oder 0,85 Mondabständen an der Erde vorbei fliegen wird und 8 Stunden später dem Mond bis auf 240000km nahe kommt. Im April 2010 konnte der Ende 2005 vom SPACEWATCH-Programm entdeckte Kleinplanet schon einmal mit Radar beobachtet werden: Der große Durchmesser des ungefähr kugelförmigen Körpers überraschte, die Albedo des Asteroiden vom C-Typ erwies sich als sehr gering. Deswegen wird 2005 YU55 auch trotz der Erdnähe und günstiger Geometrie nur etwa 11m erreichen, wenn er nach zunächst sehr geringem Winkelabstand von der Sonne am Abend des 8. November europäischer Zeit schlagartig am Nachthimmel auftaucht und dann von beiden Hemisphären aus gesehen werden kann.

Die beste Sichtgeometrie für optische Beobachtungen dürfte es in den Stunden nach der Erdnähe geben, wobei die rasante Winkelbewegung am Himmel die Verfolgung nicht leicht machen wird. Eine koordinierte Beobachtungskampagne für optische und IR-Teleskope ist gleichwohl schon in Arbeit, wobei aber neue Radarbeobachtungen eine Schlüsselrolle spielen sollen: Da 2005 YU55 nur einmal in 20 Stunden rotiert, sind mehrere Messperioden nötig, um ihn komplett abzutasten. Die resultierende 3D-Karte verspricht spektakulär zu werden: Obwohl der Asteroid höchstens 0,25 Bogensekunden groß über den Himmel ziehen wird, sollten vor allem mit der Goldstone-Antenne in Kalifornien bis zu 4m Auflösung – bzw. 100 Pixel quer über die Scheibe – zu erreichen sein! 2005 YU55 ist zwar per Definition ein Potentially Hazardous Object, ein Impakt auf der Erde ist aber in den nächsten mindestens 100 Jahren ausgeschlossen. Sein naher Erdbesuch dieses Jahr ist insgesamt eine Rarität: Erst 2028 wird uns ein ähnlich großer Asteroid noch etwas näher kommen.

Daniel Fischer

 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1102.5411
 

Es wäre ein neuer Minusrekord für einen sternähnlichen Himmelskörper: Wenn (!) ein schwaches Objekt 130" neben einem Weißen Zwerg an diesen gravitativ gebunden und ergo gleich weit (63Lj) entfernt ist, dann ist seine Absoluthelligkeit noch um 1m geringer als die des schwächsten bekannten T-Zwergs. Was bei Braunen Zwergen eine Oberflächentemperatur von nur etwa 300 Kelvin und der 7-fachen Masse von Jupiter bedeuten würde. Dass das Objekt trotz einer mutmaßlichen Masse von weniger als 13 Mal der von Jupiter als Kandidat für einen Braunen Zwerg und nicht als Planet geführt wird, liegt an seiner enormen projizierten Distanz vom Weißen Zwerg von 2500AE – ein Planet hat da draußen nichts zu suchen, außer er entstand einst in der Nähe des Sterns und wurde irgendwie fortgeschleudert. Erst einmal muss aber bewiesen werden, dass beide Körper wirklich zusammen gehören!

Daniel Fischer

 

Bisher wurde der Planet, der um den Stern β Pictoris läuft und auch dessen Staubscheibe beeinflusst, nur bei Wellenlängen um 4µm beobachtet – aber jetzt gibt es auch die ersten eindeutige Sichtungen im Ks-Band bei 2,2µm, mit dem NaCo-Instrument am Very Large Telescope. Der Planet ist weiter da anzutreffen, wo er bei einem gebundenen Orbit sein sollte, und die Helligkeitsmessung in einer neuen Farbe erlaubt weitere Aussagen über seine Eigenschaften: Die Masse liegt demnach zwischen 7 und 11 Jupitermassen – kein Brauner Zwerg also. Und mit 1100°C bis 1700°C hat β Pictoris b noch viel Wärme aus seiner Entstehungszeit zurück behalten.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1103.0911
 

Schon wieder eine unverhoffte Doppelnutzung astronomischer Satelliten: Die Heliospheric Imager auf den beiden STEREO-Satelliten, die mit ihrem 20° × 20° großen Gesichtsfeld eigentlich koronale Massenauswürfe der Sonne verfolgen, eignen sich hervorragend für die Jagd nach Veränderlichen Sternen. Zwar haben die Linsen nur 16mm Öffnung, aber die CCD-Kameras sind empfindlich, und aufsummierte Bilder erreichen eine Grenzgröße von 12m – fast eine Million Sterne können fotometriert werden. Eine automatische Auswerte-»Pipeline« förderte prompt 263 Bedeckungsveränderliche zu Tage, von denen 122 – mit meist nur geringen Amplituden – in keinem Katalog standen! Da die Funde alle heller als 10 ,m5 sind, eignen sie sich besonders gut für detaillierte Nachbeobachtungen mit Spektrographen etc. an Großteleskopen. Auch Exoplanetentransits könnten gerade noch in Reichweite der Instrumente sein.

Daniel Fischer

 

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
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Alle Termine des aktuellen Heftzeitraums:
www.interstellarum.de/termine.asp
 
 

Termine vom 18.3.–1.4.2011

18.–20.3. 30. Seminar des Arbeitskreis Meteore, Burg Rothenfels ina.rendtel@meteoros.de, www.meteoros.de/akm/seminar10.html
18.–20.3. Central European Deepsky Imaging Conference (CEDIC '11), Linz Ars Electronica Center, Hauptstr. 2-4, A-4020 Linz, spotlight@cedit.at , www.cedic.at
18.–20.3. Deep Sky Treffen 2011, Hotel Sonnenblick Bebra/Hessen Jens Bohle, Frankenstr. 6, 32120 Hiddenhausen, astronomie@jens-bohle.de, deepsky.fg-vds.de/dst
18.–20.3. Tagung der Gesellschaft für Archäoastronomie, Museum am Schölerberg, Osnabrück Andreas Hänel, ahaenel@uos.de, www.archaeoastronomie.org
26.3. H-alpha-Treff Rüsselsheim (HaTR), Vereinsgelände Am Schnepperberg 65468 Rüsselsheim Dietmar Sellner, 06147/936310, d.sellner@t-online.de, www.ruesselsheimer-sternfreunde.de
31.3.–3.4. 9. Sternfreundetreffen im Harz (SFTH), Todtenrode Astronomische Gesellschaft Magdeburg e.V., Jens Briesemeister, An der Lake 48a, 39114 Magdeburg, info@astronomie-magdeburg.de, www.astronomie-magdeburg.de/sfth.htm
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Die Nenn-Brennweite der Nikon NAV HW-Okulare lässt sich jeweils mit einem Korrektor verringern.

Nach TeleVue und Explore Scientific platziert sich nun auch Nikon auf dem Markt der Ultraweitwinkel-Okulare. Aktuell besteht die neue Nikon NAV HW-Okularserie aus zwei Modellen mit 17mm und 12,5mm Brennweite. Als Besonderheit werden die Okulare jeweils mit einem Korrektor ausgeliefert, der am Filtergewinde eingeschraubt werden kann und die Brennweite des Okulars verkürzt.

Das NAV HW-17mm-Okular weist eine Baulänge von 157mm und ein Gewicht von 892g auf. Mit dem 3-linsigen Korrektor EiC-H14 (2"-Einschraubgewinde) werden 14mm Brennweite erreicht. Das Okular ist dann 167mm lang und wiegt 931g. Das NAV HW-12,5mm-Okular weist bei 151mm Baulänge ein Gewicht von 670g auf. Der Korrektor EiC-H10 (1¼"-Einschraubgewinde) konvertiert es in ein 10mm-Okular bei 170mm Baulänge und 690g Gewicht. Beiden Okularen gemeinsam sind folgende technischen Daten:10 Linsen in 7 Gruppen, 102° Gesichtsfeld, 16mm Augenabstand, 34mm Durchmesser der Augenlinse, 2" Steckdurchmesser, 64mm Gehäusedurchmesser.

In astronomische Produkte von Nikon werden i.d.R. sehr hohe Erwartungen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit gesetzt. Das dürfte bei den genannten NAV HW Modellen ganz besonders der Fall sein, da sie mit einem Preis von 1495€ die derzeit teuersten am Markt erhältlichen Okulare sind. Vergleiche mit Konkurrenzprodukten werden daher mit Spannung erwartet.

Frank Gasparini

 

Fällt unter Sternfreunden der Begriff »Giro-Montierung«, dann hat jeder eine dieser kompakten 2-Achsen Montierungen von Tele-Optic vor Augen. Sie sind in unterschiedlichen Größen und Tragfähigkeiten erhältlich, erlauben manuell eine alt-azimutale Nachführung und haben sich besonders als leichte Reisemontierungen am Markt etabliert.

Die neue Tele-Optic-Giro-Montierung baut auf einem Kugelkopf-System von FLM auf.

Zur Weiterentwicklung dieser Produktlinie entstand eine Zusammenarbeit zwischen Tele-Optic, Optische Geräte Jürgen Thomaier und der Firma FLM GmbH (Foto Licht und Messtechnik), die besonders unter Fotografen aufgrund ihrer recht umfangreichen Modellpalette an Stativköpfen bekannt sein dürfte. Als Ergebnis wurde interstellarum nun vor der eigentlichen Markteinführung die FLM Tele-Optic-Giro-Montierung vorgestellt. Die Konstruktion bricht komplett mit der bisherigen 2-Achsen-Lösung und setzt stattdessen auf ein Kugelkopfsystem mit einstellbarer Friktion. Tatsächlich erscheint diese neue Montierung wie ein Hybrid des CB58, des größten FLM-Kugelkopfes, der mit der 2D-Neigetechnik des PH38 ausgestattet wurde. Durch diese spezielle Konstruktion kann die Kugel (Durchmesser 58mm) nur in der Höhe in einem Bereich von ±90° geschwenkt werden, jedoch nicht seitwärts.

Die Friktion der Kugel wird mit einem großen Stellknopf (rechts im Bild) den Bedürfnissen angepasst. Die Bewegung in Azimut erfolgt an einem Drehteller an der Basis der Montierung, dessen Gängigkeit getrennt eingestellt werden kann. Auch hier ist die Herkunft aus der Fotografie an der 360°-Skala mit Indexpfeil zu erkennen (Panoramadrehung bei fotografischen Stativköpfen). Der lange Griff (links im Bild) ermöglicht eine Bewegung der Montierung in Höhe und Azimut, sowie durch eine Rechts- bzw. Linksdrehung ein Klemmen/Lösen des Kugelkopfes in jeder beliebigen Position. Zur Aufnahme von Teleskopen wurde der Kugelkopf mit einer Prismenklemme nach Vixen-Standard ausgerüstet. Das Gewicht der Montierung beträgt 1144g bei einer Bauhöhe von 129mm und 80mm Durchmesser an der Basis. Die Stativaufnahme erfolgt mittels eines 3/8"-UNC-Gewindes (großes Fotogewinde). Laut Hersteller erreicht die Montierung eine enorme Tragkraft von bis zu 60kg gemessen am Kugelkopf, bei großen Hebeln durch langbrennweitige Teleskope entsprechend weniger. Sie soll ohne jegliche Schmiermittel auskommen, benötigt aber eine regelmäßige Reinigung des Kugelkopfes mit einem sauberen Mikrofasertuch. Der Hersteller gewährt auf die FLM-Giro 10 Jahre Garantie. Die Markteinführung erfolgt am 7.5.2011 zum ATT in Essen mit einem Einführungspreis von 349€.

Frank Gasparini

 
 
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Neue AstroTrac TT320X-AG-Montierung:
www.astrotrac.com/Default.aspx?p=tt320x-ag
Ältere TT320X-Montierung:
www.oculum.de/newsletter/astro/100/00/3/103.ma9bf.asp#13
 
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Die weiterentwickelte AstroTrac TT320X-AG-Reisemontierung unterstützt ST-4 Autoguiding in Rektaszension.

Die AstroTrac TT320, eine reisetaugliche Scherenmontierung mit Schrittmotor-Spindeltrieb zur Nachführung von Kameras und kleinen Teleskopen, wurde 2008 als Neuheit vorgestellt und Ende 2009 von der Modellversion TT320X abgelöst, die sich gegenüber dem Vorgängermodell durch einige technische Neuerungen und Verbesserungen ausgezeichnet hat. Zwischenzeitlich hat der Hersteller mit der TT320X-AG die neueste Entwicklung vorgestellt. Wesentlicher Unterschied zum Vorgängermodell ist die Unterstützung von Autoguiding in Rektaszension mit ST-4 kompatiblen Autoguidern und Steuersoftware wie z.B. MaximDL. Aufgrund individueller Kalibrierung jeder Montierung im Werk garantiert der Hersteller, wie beim Vorgängermodell, ohne Autoguiding einen typischen Nachführfehler von 5" über einen Zeitraum von fünf Minuten. Mit Autoguiding soll die Nachführung über die Stundenachse weiter verbessert werden, was sich laut Hersteller besonders positiv bei längeren Aufnahmebrennweiten bemerkbar macht. Das ist von Seiten des Astrofotografen sicher zu begrüßen, jedoch bleibt anzumerken, dass auch mit dieser Erweiterung keine Korrektur in Deklination erfolgen kann aber gerade hier machen sich z.B. Einnordungsfehler besonders empfindlich bemerkbar. Diese Einschränkung gilt natürlich konstruktionsbedingt für alle Montierungen, die dem Prinzip der Scherenmontierung folgen (z.B. Barndoor-Montierungen aus dem ATM-Sektor).

Im äußeren Erscheinungsbild sind mehrere Ausfräsungen an den eloxierten Montierungsarmen auffällig, wodurch das Gesamtgewicht nochmals um 100g auf nunmehr 1kg gesenkt wurde. Die Antriebsspindel wird durch eine transparente Polycarbonat-Abdeckung geschützt. Die maximale Instrumentenlast beträgt ebenfalls 15kg. Das bisherige Zubehörprogramm wie ein beleuchtetes Polsucherfernrohr, ein Batteriehalter zur Aufnahme von acht Alkaline-Zellen (AA) für zehn Stunden Nachführung, die Polhöhenwiege TW3100, der Montierungskopf TH3010 und die Montierungssäule TP3065 sind unverändert im Programm und kompatibel zu der neuen TT320X-AG. Die Montierung wird in Deutschland für ca. 465€ angeboten.

Frank Gasparini

 
 
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TeleVue-Rabattaktion:
www.televue.com/engine/TV3_page.asp?id=181
 

Mit einer besonderen Aktion feiert TeleVue seine 20. Teilnahme am diesjährigen Northeast Astronomy Forum (NEAF), der bedeutendsten Astronomie Messe in den USA. Bereits seit dem 4.2.2011 bis einschließlich zum 17.4.2011 gibt es auf alle Barlows, Powermates, Paracorr's und Okulare einen Rabatt von 20%, an dem auch die Handelspartner weltweit beteiligt sind.

Frank Gasparini

 
 
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Homepage des Autors:
www.weltraum.com
Ausstellung im Planetarium Stuttgart:
www.planetarium-stuttgart.de/index.php?id=ausstellung
 

Im Planetarium Stuttgart findet noch bis 15. Mai die Foto-Ausstellung »All-gegenwärtig« mit Aufnahmen des renommierten Astro-Fotografen Sebastian Voltmer statt. Großformatige Fotos veranschaulichen die Verbindung zwischen Kosmos und unserer Erde und bieten dabei spektakuläre Einblicke ins Weltall mit faszinierenden Perspektiven von Sonne, Planeten, Nebeln und Galaxien.

Zur Zeit feiert der Künstler auch große Erfolge mit seinem Film »Wiederkehr des Mars«, der gerade im US-amerikanischen Seattle mit dem »official best of the fest«-Award in der Kategorie »Filme, die zum Nachdenken anregen« ausgezeichnet worden ist.

Hans-Georg Purucker

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom 18.3.–1.4.2011 (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung
21.3. 01:25 ZDF Leschs Kosmos: Das Heiz-Paradoxon 15min. 22.3.: ZDF neo: 1:10, 23.3.: ZDF Info: 1:45
22.3. 09:30 HR Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Galileo Galilei – Die Erforschung der Milchstraße 15min.
23.3. 10:05 arte Einsteins große Idee 105min.
22:45 BR-Alpha Alpha Centauri: Kann die Physik die Welt erklären? 15min. 24.3.: 1:45. 8:15
24.3. 01:00 arte Mit offenen Karten: Die Cassini-Karten 15min. 24.3.: 4:35, 26.3.: 11:45
28.3. 01:45 ZDF Leschs Kosmos: Die Erde hat's schon schwer 15min. 28.3.: ZDF: 5:05, 29.3.: ZDF neo: 1:10
29.3. 04:10 Phoenix APOLLO 13 20min.
08:45 arte x:enius: Peterchens Mondfahrt: Welchen Zweck hat private Raumfahrt 20min. 29.3.: 17:40
09:30 HR Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Isaac Newton und die Gravitation 15min.
30.3. 00:45 Phoenix Die ersten Raumfahrer 45min.
01:30 Phoenix Aufbruch ins All (1): Der Wettlauf der Supermächte 45min.
02:15 Phoenix Aufbruch ins All (2): Von der Raumstation zum Mars 45min.
03:00 Phoenix Katastrophen der Raumfahrt 45min.
03:45 Phoenix Astronauten-Leben 45min.
04:30 Phoenix Auf zur Kometenjagd 45min.
05:15 Phoenix Eine Raumfähre auf Reisen 45min.
06:00 Phoenix Die ersten Raumfahrer 45min.
06:45 Phoenix Wie der Satellit die Welt veränderte 50min.
22:45 BR-Alpha Alpha Centauri: Woher kommt unser Wasser? 15min. 31.3.: 1:45. 8:15
1.4. 04:05 Phoenix Tage, die die Welt bewegten: u.a.: Die Explosion der Raumfähre CHALLENGER 55min.

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
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DAS ABONNEMENT:
www.interstellarum.de/
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LESER WERBEN LESER:
www.interstellarum.de/
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BESTELLEN IM ONLINESHOP:
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interstellarum 75 (April/Mai 2011) ist seit 18.3. am Kiosk und in unserem Shop erhältlich. Sie lesen dort unter anderem:

Die Sonne entschleiern – Erste Ergebnisse des Solar Dynamics Observer
Finsternis – Leser-Bilder der Sichel-Sonne
Deep Sky – CCD made in China
Kometen – Pirsch mit den Jagdhunden
Mond – Spaziergang im Meer des Wissens
Selbstbau – Ideen für das ETX
Test – Ein ultraleichter Reisedobson

 

Hinweis

Verschaffen Sie sich schon jetzt einen ersten Eindruck vom neuen Heft und nutzen Sie einfach die Blätterfunktion.

 
 
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interstellarum-Sternstunde:
www.interstellarum.de/video.asp
Sternstunde auf Youtube:
www.youtube.com/user/interstellarum
Eigene Videos einsenden:
www.interstellarum.de/videoupload.asp
 

Zuschauerzahlen im fünfstelligen Bereich sind für eine Onlinesendung im Themengebiet Astronomie sicherlich keine Selbstverständlichkeit und zeigen uns, dass wir mit der interstellarum Sternstunde den richtigen Weg eingeschlagen haben. Auch in der zweiten Sendung mit Paul Hombach gibt es neben den Schwerpunkten zum Solar Dynamics Observer und dem Astronomietag wieder jede Menge Neuigkeiten und eine Vorschau auf astronomische Ereignisse und den Sternhimmel in der Zeit vom 15.3. bis 15.5.2011.

In dieser Sendung sehen Sie einen Zeitrafferfilm der Sommermilchstraße mit Jupiter von unserem Leser und Zuschauer Dirk Panczyk. Schicken auch Sie Videos und Fotos über unsere Uploadseiten, welche dann in der Sternstunde gezeigt werden können.

Videolinks

 
interstellarum-Sternstunde:
www.interstellarum.de/video.asp
interstellarum-Kanal auf Youtube: www.youtube.com/user/interstellarum 
eigene Videos einsenden: www.interstellarum.de/videoupload.asp
 
 
 
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OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ ods-galerie.asp
Fotos einsenden:
www.interstellarum.de/ ods.asp
Zeichnungen und Beschreibungen einsenden:
www.interstellarum.de/ ods.asp?Maske=2
 

Die Objekte der Saison (OdS) laufen als Beobachtungsprojekt zum Mitmachen für alle Leser ununterbrochen seit der ersten interstellarum-Nummer 1994. Dabei werden immer zwei Deep-Sky-Objekte ein Jahr im Voraus vorgestellt. In Heft Nr. 70 wurden der bekannte Kugelsternhaufen Messier 4 (Scorpius) und der Planetarische Nebel NGC 6369 (Ophiuchus) ausgewählt. Ihre Beobachtungsberichte als Text – ob mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop – und Ihre Astro-Fotos und Zeichnungen können Sie über unsere Eingabemasken direkt an uns senden.

Der Einsendeschluss für M 4 und NGC 6369 ist am 20. März. Machen Sie mit – wir freuen uns über jeden neuen Teilnehmer!

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Hier können Sie Ihre Ergebnisse einsenden:

Zeichnungen und Beobachtungsbeschreibungen: www.interstellarum.de/ods.asp?Maske=2

Fotos: www.interstellarum.de/ods.asp

M 4 in der OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ods-galerie.asp?Direktlink=M 4

NGC 6369 in der OdS-Galerie:
www.interstellarum.de/ods-galerie.asp?Direktlink=NGC 6369