<% @ LANGUAGE=VBScript LCID=1031 %> <% Option Explicit %> <% Dim Nummer, Beginn, Ende, BeginnOhneJahr Dim objNLCon, strNLCon, objLastCon, strLastCon Dim objNLRS, strNLSQL, objLastRS, strLastSQL Nummer = 127 Beginn = "7.1.2011" Ende = "21.1.2011" BeginnOhneJahr = left(Beginn, len(Beginn) - 4) 'Dieses Script zählt die Seitenaufrufe mit, sobald in interstellarum.mdb > Newsletter ein Eintrag für diesen Newsletter 'existiert. Da ein anderes Script im Menü von interstellarum.de immer die aktuelle Ausgabe danach berechnet, 'DIESEN BITTE ERST KURZ VOR VERSENDEN ANLEGEN strLastCon = "Provider=Microsoft.Jet.OLEDB.4.0;Data Source=" & Server.MapPath("/App_Data/interstellarum.mdb") Set objLastCon = Server.CreateObject("ADODB.Connection") objLastCon.Open strLastCon Set objLastRS = Server.CreateObject("ADODB.Recordset") strLastSQL = "SELECT Top 1 * FROM Newsletter Order By Nummer Desc" objLastRS.Open strLastSQL, objLastCon, 0, 2, 0 'Nummer in Datenbank? > Hochzählen! If objLastRS("Nummer") = Nummer Then strNLCon = "Provider=Microsoft.Jet.OLEDB.4.0;Data Source=" & Server.MapPath("/App_Data/interstellarum.mdb") Set objNLCon = Server.CreateObject("ADODB.Connection") objNLCon.Open strNLCon Set objNLRS = Server.CreateObject("ADODB.Recordset") strNLSQL = "SELECT * FROM Newsletter WHERE Nummer = " & Nummer objNLRS.Open strNLSQL, objNLCon, 0, 2, 0 objNLRS("Angesehen") = objNLRS("Angesehen") + 1 objNLRS.Update objNLRS.Close objNLCon.Close End If objLastRS.Close objLastCon.Close %> interstellarum – Astronomie-Newsletter <% Response.Write Nummer %> 20 And minute(now) <= 40 Then Response.Write("style='background-image: url(../../../../../interstellarum/images/bg/bg2.jpg);'") Else Response.Write("style='background-image: url(../../../../../interstellarum/images/bg/bg3.jpg);'") End If %> onload="startList()"> <% =NLBannerTop %> <% =NLBannerRight %>
INHALTSVERZEICHNIS Ausgabe <% Response.Write Nummer %> vom <% Response.Write Beginn %>
 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
 
MITTEILUNGEN AUS DER REDAKTION
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 
 
AKTUELLE EREIGNISSE
 

Wichtige Astronomische Ereignisse vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %>

8.1. 17:02:09 MEZ Venus in größter westlicher Elongation, 47°
9.1. 15:48:51 MEZ Merkur in größter westlicher Elongation, 23,3°
12.1. 12:31:00 MEZ Mond Erstes Viertel
14.1. 23:00:00 MEZ Goldener Henkel (Mondjura) sichtbar
18.1. 0:24:00 MEZ Mond bei M 35, Mond 1° 21' südlich
18.1. 3:21:15 MEZ Mond bedeckt h Gem 3 ,m7
19.1. 22:21:29 MEZ Vollmond
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg)
 
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Tagesthemen-Bericht von der Zuspitze:
www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag88716_res-.html
Bildgalerie Bayerischer Rundfunk:
www.br-online.de/wissen/weltraum/fotos-sofi-astrofotos-ID1294132003989.xml
Upload eigener Bilder:
www.interstellarum.de/aktuelleereignisse.asp
Zahlreiche Bilder, Videos, Berichte und Lichtkurven:
www.sofi2011.de
 
 

Trotz teilweise widriger Bedingungen konnten zahlreiche Sternfreunde am Dienstag Morgen die partielle Sonnenfinsternis beobachten. Mit 65% bis 75% Bedeckungsgrad handelte es sich um eine der größten partiellen Finsternisse der letzten Jahre. Zum Höhepunkt der Finsternis war nur noch eine schmale Sichel zu sehen, die von totalen Finsternissen bekannten Schatteneffekte stellten sich ein (Sichelschatten aufgrund des Lochkamera-Effekts). Teleskopische Beobachter wurden durch die Bedeckung einiger Sonnenflecken und Protuberanzen belohnt.

Alle Leser sind herzlich aufgerufen, uns ihre Bildergebnisse für die Fotostrecke in interstellarum einzusenden. Die nächste partielle Finsternis wird bis 2015 auf sich warten lassen.

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An den meisten Standorten im deutschsprachigen Raum ging die Sonne bereits verfinstert auf. [Stephan Mayer]
 
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Lichtkurve in Hamburg. Geringere Werte vor dem Maximum lassen sich auf die immer höher über den Horizont steigende Sonne zurückführen. [Hartwig Lüthen]

Ronald Stoyan

 
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Mittlerweile hat der Sturm weite Teile der NTrZ überdeckt. [A. Kazemoto]

Die Sichtbarkeitsperiode des Ringplaneten hat kaum begonnen, da überrascht die Saturn-Atmosphäre bereits mit einem Paukenschlag: Seit etwa 14 Tagen tobt auf Saturn einer der größten Stürme, die jemals beobachtet worden sind. Auch mit kleinen Teleskopen ist dieses Ereignis zu sehen.

Bereits am 5./6. Dezember 2011 wurde mit dem RPWS-Detektor an Bord der Saturnsonde Cassini eine erhöhte Blitzaktivität in der Saturn-Atmosphäre registriert. In den nächsten Tagen entwickelte sich an derselben Stelle in der Nördlichen Tropischen Zone ein weißer Fleck. Inzwischen hat sich dieser auf das zehnfache ausgedehnt und umfasst ein Areal, das mehrfach so groß wie die Erde ist.

Planetenbeobachter und -fotografen sind aufgerufen, trotz der frühen Stunde die weitere Entwicklung zu dokumentieren und ihre Bilder einzusenden – wir berichten laufend weiter.

Ronald Stoyan

 
 
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Mehr zu R CrB:
www.aavso.org/vsots_rcrb
AAVSO Variable Star Plotter:
www.aavso.org/vsp
AAVSO Light Curve Generator:
www.aavso.org/lcg
 
 

Nicht weit von der Mitte des Sternrings der Nördlichen Krone leuchtet normalerweise ein Stern 6. Größe. Er ist leicht im Fernglas und bei dunklem Himmel auch mit freiem Auge zu sehen. Dieser Stern – R Coronae Borealis – erlitt Mitte Juli 2007 eine Sternfinsternis, die seither anhält.

Lichtkurve von R CrB, erstellt mit dem AAVSO Light Curve Generator.

Die Helligkeit von R CrB sank bis auf 15m ab, das ist mehr als 3000 Mal schwächer als im Normallicht. R Coronae Borealis wird in ganz unregelmäßigen Zeitabständen viel schwächer und bleibt monatelang selbst in einem größeren Fernrohr nur schwach sichtbar. Vom Stern selbst ausgestoßene Wolken aus Staub und Ruß verfinstern sein Licht. Wenn sich die »Rauchwolke« verzieht, wird R CrB wieder heller bis zu seiner Normalhelligkeit. Derzeit scheint genau dies einzutreten: die aktuellen Beobachtungen zeigen ihn wieder etwas heller als 14m.

Wolfgang Vollmann

 
 
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Grundlegende Infos:
www.aerith.net/comet/catalog/2010X1/2010X1.html
 
 

Entdeckt wurde der Komet C/2010 X1 (Elenin) am 10. Dezember 2010 von einem russischen Amateurastronomen mit einem ferngesteuerten Teleskop in New Mexico, aber erst zwei Wochen später stabilisierte sich die Bahnanalyse. Danach wird das Perihel erst Anfang September erreicht, mit nur 0,5AE Sonnenabstand, gefolgt von wenigen Grad Elongation Ende September und einer exzellenten mondfreien Sichtbarkeit die ganze Nacht hindurch im letzten Oktoberdrittel, kurz nach der Erdnähe Elenins. Die große Unbekannte ist die zu erwartende Helligkeit: Noch hat der Komet erst 18. Größe und wird ausschließlich per CCD beobachtet. Erst visuelle Beobachtungen mit größeren Teleskopen werden es erlauben, die Erscheinung für das (u.U. sogar bloße) Auge besser abschätzen zu können.

Daniel Fischer

 

 

 
MELDUNGEN AUS DER FORSCHUNG
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Der 2000. SOHO-Komet, hier gesehen mit dem Koronographen LASCO C2, war ein ganz typischer Vertreter: nur ein matter Lichtklecks ohne Schweif, aber auf einer klassischen Kreutz-Bahn, die auf Nimmerwiedersehen in die Sonne führt. [SOHO/Karl Battams]

Als der europäisch-amerikanische Sonnenforschungssatellit SOHO vor 15 Jahren am 2. Dezember 1995 gestartet wurde, gehörte die Kometenjagd nicht direkt zu seinen Aufgaben: Die LASCO-Koronographen sollten sich um die äußere Sonnenkorona und deren Massenauswürfe kümmern. Von früheren Koronographen im Erdorbit, die die Sonnenscheibe wie bei einer permanenten totalen Sonnenfinsternis abdecken, wusste man freilich schon, dass sich hin und wieder Kometen dicht neben der Sonne blicken lassen, die meist von der Erde aus gar nicht zu entdecken sind. Und so wurde der Bilderstrom SOHOs von Anfang an auch nach meist nur winzigen Objekten abgesucht, die sich auf charakteristischen Bahnen – meist geradewegs in die Sonne hinein – bewegen. Da die LASCO-Bilder dank des kurz vorher entstandenen World Wide Web leicht aller Welt zugänglich gemacht werden konnten, kümmerten sich bald auch Amateurastronomen um die Kometenjagd mit SOHO, die schließlich für den überwiegenden Teil der Entdeckungen verantwortlich zeichneten: Nach zehn Jahren waren die ersten 1000 Kometen gefunden. Nur halb so lang hat es jetzt für das zweite Tausend gedauert, das am 26. Dezember 2010 der polnische Astronomiestudent Marcin Kusiak komplettierte, als er direkt nacheinander auf die Nummern 1999 und 2000 stieß.

SOHO hat damit in seinen 15 Jahren die Zahl der Kometen mit bekannten Bahnen mehr als verdoppelt und ist der um Größenordnungen (!) erfolgreichste Kometenjäger aller Zeiten. Die Verdopplung der Fundrate ist zum einen dadurch zu erklären, dass sich heute mehr Freiwillige den LASCO-Bilderstrom anschauen: Über 70 Kometenfans in 18 Ländern waren bisher schon erfolgreich, Kusiak z.B. seit 2007 auch schon über 100 Mal. Auch werden die Bilder inzwischen sucherfreundlicher aufbereitet. Und die Zahl der »sonnenkratzenden« Kometen, die den Großteil der SOHO-Funde ausmachen, scheint in den letzten Jahren und insbesondere Monaten zugenommen zu haben: So wurden allein in einem 10-Tages-Intervall im Dezember 2010 nicht weniger als 25 Kometen in den LASCO-Bildern entdeckt. Die Zunahme könnte bedeuten, dass sich ein größerer Vertreter der wichtigsten Sonnenkratzer-Population – 85% der SOHO-Entdeckungen gehören zu dieser Kreutz-Gruppe – der Sonne nähert, umgeben von einer Trümmerwolke. Der letzte große Kreutz-Komet, Ikeya-Seki, liegt immerhin schon 45 Jahre zurück. Oder aber, und das gilt leider als wahrscheinlicher, der Ansturm vergangenen Monat war nur eine simple statistische Fluktuation. So hatte es z.B. noch im Sommer 2010 ein 38-Tages-Intervall ohne eine einzige SOHO-Entdeckung gegeben, eine vergleichbare Anomalie in der anderen Richtung. Auch wenn dem Satelliten längst viele weitere Sonnenforscher im Weltraum gefolgt sind: Über vergleichbare Koronographen verfügen sie nicht. Und so ist der Weiterbetrieb des betagten Satelliten gesichert, sogar mit neuerdings etwas mehr Datenbandbreite für den LASCO-Bilderstrom. Die Scharen von Amateurauswertern wird es freuen: Ohne sie wäre nur ein Bruchteil der 2000 Kometen entdeckt worden, denn Computer können das nicht, und Profi-Jäger wären unbezahlbar gewesen.

Daniel Fischer

 
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Die erstaunliche Koma des (ehemaligen?) Kleinplaneten (596) Scheila, einige Tage nach der Entdeckung des Ausbruchs, aufgenommen mit dem 1,5m-Teleskop der Catalina Sky Survey. [Alex Gibbs und Steve Larson]

105 Jahre sind seit seiner Entdeckung durch den deutschen Astronomen August Kopff vergangen, und der etwa 113 km große Kleinplanet Nr. 596, den er nach einer englischen Bekanntschaft auf den Namen Scheila getauft hatte, war auf seiner sehr typischen Hauptgürtel-Bahn nie besonders aufgefallen. Doch bereits seit November 2010 war er – wie erst später bemerkt – um 0 ,m2 bis 0 ,m3 heller als nach der Ephemeride zu erwarten gewesen, und kurz vor dem 3. Dezember begann er sich in einen Kometen zu verwandeln! Als dies am 11. Dezember dem US-Astronomen Steve Larson von der Catalina Sky Survey auffiel, hatte Scheila bereits eine erstaunliche Koma entwickelt, mit einer visuellen Gesamthelligkeit von zeitweise mehr als 12m. Anfangs war ihre Flächenhelligkeit so groß, dass sie auch von vielen Amateurastronomen erfasst werden konnte, während sie in größeren Instrumenten ihre komplexe Struktur enthüllte: zwei stark gekrümmte Staubbänder und ein ziemlich scharfer Strich. Rückschlüsse auf den Mechanismus des Ausbruchs ließ das Erscheinungsbild – das seither deutlich verblasst ist aber auch Anfang 2011 noch vorhanden war – erst einmal nicht zu: eine einmalige Staubfreisetzung des Asteroiden nach dem Einschlag eines anderen wurde von Beobachtern mit ebensolcher Inbrunst vertreten wie ein bis jetzt getarnt durchs Sonnensystem ziehender Vertreter der kleinen Klasse von »Hauptgürtel-Kometen«, der auf einmal aktiv wurde.

Der seltene Spektraltyp T des Asteroiden, der zu den dunklen Oberflächen von Kometenkernen passt, mag für die letztere Interpretation sprechen: Scheila wäre dann der sechste Vertreter dieser Klasse und 100 Mal größer als alle anderen. Präzise Photometrie des festen Körpers zeigt, dass er nun mit 13 ,m2 um gut eine Größenklasse heller als vorher ist, aber genau denselben Lichtwechsel (mit einer Amplitude von 0 ,m09 und 15,9 Stunden Periode) zeigt: Irgendetwas hat – parallel zur Ausbildung der kurzlebigen Koma – die Albedo seiner Oberfläche erhöht, denn wäre der Helligkeitsanstieg nur durch ausgeworfenen Staub in unmittelbarer Nähe Scheilas zustande gekommen, dann wäre die Amplitude des Lichtwechsels jetzt wesentlich geringer. Sonderbeobachtungszeit mit dem Hubble Space Telescope ist schon genehmigt: Scheila könnte ein Schlüsselobjekt unter den Kleinkörpern des Sonnensystems sein.

Daniel Fischer

 
 
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ING-Pressemitteilung:
www.ing.iac.es/PR/press/canary.html
 
Demonstration der Adaptiven Optik CANARY am WHT bei 1,7µm Wellenlänge: links ein Stern ohne Korrektur, rechts nach Einschalten der Adaptiven Optik unter tomografischer Einbeziehung von drei umgebenden Sternen. Der Schärfungseffekt ist praktisch genau so groß wie bei klassischer Adaptiver Optik, aber die Tomografie gestattet das Schärfen mehrerer Felder. [ING]

Dieses Jahr noch wird endgültig grünes Licht für den Bau des European Extremely Large Telescope E-ELT der Europäischen Südsternwarte erwartet, beflügelt auch durch den Beitritt des finanzstarken Brasiliens als 15. ESO-Mitglied Ende 2010: 42 Meter Durchmesser soll der Hauptspiegel dieses bei weitem größten Teleskops für die optische Astronomie haben. Genau ein Zehntel davon misst das britische William Herschel Telescope (WHT) auf der Kanaren-Insel La Palma, aber dort konnte im vergangenen Herbst bereits eine Schlüsseltechnologie für das E-ELT unter Realbedingungen getestet werden. Das E-ELT wird für Beobachtungen v.a. der frühesten Galaxien nicht nur seine enorme Lichtsammelfläche, sondern auch eine exquisite Abbildungsschärfe benötigen: Adaptive Optik, die mit schnell deformierbaren Spiegeln die Luftunruhe größtenteils wieder ausgleicht, ist daher integraler Bestandteil der Planung. Nun sind aber die Bildfelder am Himmel, die die übliche Adaptive Optik korrigieren kann, winzig klein: Jede Galaxie müsste separat ins Visier genommen werden.

Was nun mit dem 4,2-Meter-WHT am Himmel demonstriert werden konnte, ist der Schritt hin zu »Multi-Object Adaptive Optics« (MOAO): Mehrere deformierbare Spiegel schärfen dabei gleichzeitig verschiedene Ausschnitte eines großen Gesichtsfelds. Und weil die künftigen Zielobjekte viel zu lichtschwach sind, um sie selbst zur nötigen Vermessung der Luftunruhe in Echtzeit einzusetzen, werden mehrere Vordergrundsterne im Gesichtsfeld zur Analyse der Wellenfrontverzerrung benutzt. So entstehen für jeden Augenblick – 150 Mal pro Sekunde! – ziemlich vollständige Informationen über die Atmosphäre vor dem Objektiv, weshalb auch von einer Tomografie gesprochen wird. In dieser Komplexität ist das Verfahren nun zum ersten Mal demonstriert worden: Das MOAO-System »CANARY« entsprach dabei in Sachen Tomografie schon dem »EAGLE«-Instrument, das in rund einem Jahrzehnt bis zu 20 Galaxienbilder des E-ELT in einem 5' großen Feld gleichzeitig schärfen soll. Da in der Regel allerdings gar nicht genügend Vordergrundsterne für ordentliche Tomografie vorhanden sein werden, sollen ihre Rolle meist Lasersterne übernehmen, die in der Hochatmosphäre künstlich erzeugt werden: Auch dieses Technik soll am WHT noch erprobt werden.

Daniel Fischer

 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1012.5658
 

Die meisten Planetarischen Nebel sind keine Kugeln, sondern weisen eine enorme Formenvielfalt mit oft bipolaren Strukturen auf, für die schon eine Menge Erklärungen vorgeschlagen wurden: Die meisten davon verlangen, dass der sterbende Stern einen engen Begleiter hat, der das abströmende Gas beeinflusste. Doch präzise Messungen der Radialgeschwindigkeit der Zentralsterne von sieben hellen protoplanetaren Nebeln haben nur in einem einzigen Fall einen Begleiter nachweisen können, mit etwa 34 Jahren Umlaufszeit. Zwar schließt dieser überraschende Befund nicht aus, dass Binärsysteme eine wichtige Rolle bei der Ausbildung Planetarischer Nebel spielen, aber dann haben die Begleiter entweder sehr lange Perioden oder winzige Massen. Alternative Ansätze etwa mit Magnetfeldern, die die Ausflüsse lenken, werden jedenfalls wieder interessanter.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1012.1319
 

Die Grenze zwischen Planeten (die bei anderen Sternen nicht offiziell definiert ist) und Braunen Zwergen wird meist bei 13 Jupitermassen gezogen: Ab dieser Masse ist ein kleiner Gasball zu immerhin ein wenig Kernfusion fähig. Doch die Anzeichen mehren sich für eine andere, womöglich wichtigere Grenze beim Zwei- bis Dreifachen dieser Masse: Es gibt so gut wie keine nahen Sternbegleiter mit 25 bis 45 Jupitermassen, hat nun eine systematische Untersuchung bestätigt, dafür aber reichlich Begleiter unter 25 (und ohne Lücke bis 13 hinab) und über 45 (bis etwa 60) Jupitermassen. Hier manifestiert sich vermutlich ein grundlegend unterschiedlicher Entstehungsmechanismus, und es könnte sinnvoll sein, die Sternbegleiter bis 25 Jupitermassen noch den Planeten zuzuschlagen, da sie vermutlich ähnlich wie diese aus protostellaren Scheiben entstanden. Die (massereicheren) Braunen Zwerge dagegen dürften zusammen mit den Sternen direkt aus Molekülwolken kondensiert sein. Bevor die neue Grenze allerdings einmal offiziell werden könnte, dürfte eine noch viel umfassendere Begleitersuche – etwa mit dem Astrometriesatelliten Gaia – nötig sein.

Daniel Fischer

 
 
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Originalarbeit:
arxiv.org/abs/1012.3616
 

Nicht weniger als 34 Millisekunden-Pulsare sind bereits im Kugelsternhaufen Terzan 5 entdeckt worden, mehr als in jedem anderen, und er ist auch sonst ein Exot: Es gibt zwei chemisch unterschiedliche Sternpopulationen und ausgesprochen viel schwere Elemente, namentlich Eisen. All das spricht für eine Unzahl an Supernovaexplosionen in der Vergangenheit, in der der Haufen allerdings eine viel größere Masse als heute gehabt haben muss: Anderenfalls hätte er die Supernova-Ejekta mit den schweren Elementen gar nicht festhalten können. Der Vergleich mit anderen Sternsystemen zeigt, dass diese – früheren – Eigenschaften von Terzan 5 eher zu einer sphäroidalen Zwerggalaxie gepasst hätten und es sogar Ähnlichkeiten zur Aufwölbung (»Bulge«) der Milchstraße gibt. Die bisher entdeckten Pulsare dürften übrigens nur die Spitze eines Eisbergs sein: Der integrierten Gammastrahlung des Sternhaufens nach müsste es dort 100 bis 500 Neutronensterne geben.

Daniel Fischer

 

 
NACHRICHTEN AUS DER ASTRO-SZENE
 

Termine vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %>

Für den Newsletter-Zeitraum sind uns keine Veranstaltungen bekannt.
 
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Homepage:
www.kunst-im-tunnel.de
 
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Erstaunliche Kunstgegenstände mit astronomischem Bezug sind in Düsseldorf noch bis zum 16. Januar zu sehen. [Herbert Wiegand]

Kunst und Astronomie – eine nahe liegende, jedoch nur selten präsentierte Verbindung. Bis zum 16. Januar noch kann man jedoch in Düsseldorf direkt am Rhein eine Ausstellung mit dem Thema »Die Theorie des Himmels I – Die Milchstraße« bewundern.

Sie ist aus zweierlei Gründen bemerkenswert: Einmal ist der Ausstellungsort, das »KiT« – Kunst im Tunnel – ein ungewöhnlicher Ort. Dieser Raum entstand beim seinerzeitigen Bau des Rheinufertunnels zwischen dem sich langsam absenkenden Nordende des Tunnels und der darüber gelegenen Rheinuferpromenade und hat daher einen ausgesprochen eigenartigen Zuschnitt auf Grund der örtlichen Gegebenheiten. Zunächst wusste man nicht so recht, was man mit ihm anfangen solle, aber bald kam die Idee auf, hier Kunst zu präsentieren.

Zum anderen gestaltet der Künstler Björn Dahlem nun in dieser etwas futuristisch-unheimlich wirkenden Umgebung durch verschiedene Objekte eine phantasiereiche Sammlung von galaktischen Objektdarstellungen. Diese sind nicht nur originell, sondern sie erinnern auch den Sternfreund nach anfänglichem Staunen doch an so manche Aspekte der astronomischen Wirklichkeit. Das erreicht der Künstler erstaunlicherweise mit einfachen Materialien, die an regelmäßige und häufig erfolgreiche Besuche von Flohmärkten und Dachböden denken lassen. Die Verarbeitung seiner Fundstücke lässt auf hohe Präzision, exaktes handwerkliches Geschick und fundierte astronomische Kenntnisse schließen.

Björn Dahlem hat seine humorvollen Skulpturen und Objekte in einer klaren, einladenden Art der Präsentation aufgebaut, die zur Interaktion des Besuchers gelegentlich ausdrücklich auffordert. Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Herbert Wiegand

 
 
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Pressemitteilung:
idw-online.de/de/news403078
 

Die International Astronomical Search Collaboration (IASC) ist ein internationales Outreach-Programm für weiterführende Schulen, das den teilnehmenden Bildungseinrichtungen kostenlose angeboten wird: Tausende von Schülern haben seit 2006 schon an den Suchkampagnen teilgenommen, bei denen aktuelle Bilder optischer Teleskope per Internet in die Klassenräume kommen, wo sie dann mit der Software Astrometrica analysiert werden. Im Herbst 2010 sind auf diesem Weg neun deutsche Gymnasien in den Genuss besonders exklusiver Daten vom neuen Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii gekommen. Vier neue Near Earth Objects konnten dabei bestätigt werden – und es fanden sich 151 Objekte auf den Bildern, bei denen es sich um bislang unbekannte Kleinplaneten handeln könnte.

Daniel Fischer

 
 
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KOMPLETTES ASTRONOMISCHES FERNSEHPROGRAMM:
www.manfredholl.de/tvguide.htm
 

Das Astronomische Fernsehprogramm vom <% Response.Write BeginnOhneJahr %>–<% Response.Write Ende %> (Auswahl)

Datum Uhrzeit Sender Titel der Sendung Dauer Wiederholung
7.1. 21:55 Phoenix Tage, die die Welt bewegten: Der Prozess gegen Galileo Galilei und Juri Gagarin – Der erste Mensch im All 45min
10.1. 01:20 ZDF Leschs Kosmos: Neugierig auf Außerirdische 15min 11.1., ZDF neo: 1:10
12.1. 09:00 Phoenix Mission Mars – Männer im Härtetest (1) 45min
09:45 Phoenix Mission Mars – Männer im Härtetest (2) 45min
19:45 ARD Wissen vor 8: Warum starten Raketen immer in der Nähe des Äquators? 3min
22:45 BR-Alpha Alpha Centauri: Was sind Kugelsternhaufen? 15min 13.1.: 1:45. 8:15
14.1. 19:45 ARD Wissen vor 8: Warum stoßen Satelliten zusammen? 3min
17.1. 01:25 ZDF Leschs Kosmos: Der Traum vom Fliegen 15min 18.1., ZDF neo: 1:10
19.1. 03:00 Phoenix Der Bosumtwi-Meteorit 45min
22:15 ZDF Abenteuer Forschung: Verkehrte Welt: Wenn am Nordpol Süden ist 30min 20.1.: 3:10
22:45 BR-Alpha Alpha Centauri: Wird Licht müde? 15min 20.1.: 1:45. 8:15
21.1. 04:30 Phoenix Abenteuer Wissen: Sonnenstürme – Bedrohung aus dem All 30min

Manfred Holl

 

 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
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Deep Sky Reiseführer:
www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=56
Deep Sky Reiseführer Inhaltsverzeichnis (PDF):
www.oculum.de/oculum/download/dsrf-inhalt.pdf
Deep Sky Reiseatlas:
www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=57
Deep Sky Reiseatlas Inhaltsverzeichnis (PDF):
www.oculum.de/oculum/download/dsra-inhalt.pdf
 

Das neue Deep-Sky-Traumduo ist da: Reiseatlas und Reiseführer sind parallel zueinander in neuen Jubiläumsausgaben zum 10-jährigen Bestehen des Oculum-Verlags erschienen, die jeweils aufeinander abgestimmt sind.

Die auffälligste Neuerung der 3. Auflage des Deep Sky Reiseatlas ist die farbige Ausführung der Karten: Objektsymbole lassen sich so wesentlich leichter finden und die Milchstraße tritt besser hervor. Die seitlichen Register sind nach jahreszeitlicher Sichtbarkeit farblich codiert, was die Orientierung wesentlich erleichtert. Alle Farben wurden so gewählt, dass sie mit roten Taschenlampen optimal lesbar sind.

 
 

Dieselben Farben werden in der 4. Auflage des Deep Sky Reiseführer verwendet. Die Sternbilder sind nun nach Jahreszeiten sortiert, deren Farben sowie die Objektsymbole stimmen mit dem Reiseatlas überein. Neu sind jedoch vor allem die für lichtverschmutzte Standorte und größere Teleskope erweiterten Beschreibungen und 45 zusätzlich aufgenommene anspruchsvollere Objekte vom Pferdekopf- bis zum Medusanebel.

Gleichzeitig wurden über 270 neue Zeichnungen ergänzt und konsequent auf Fotos verzichtet. Direkte Seitenverweise lassen Atlas und Führer ideal zusammenspielen – ein Duo, das jeder Sternfreund haben sollte. Wer sich jedoch nur eines der beiden Werke zulegen möchte: Die Verweise im neuen Reiseführer gelten auch für die ersten beiden Auflagen des Atlas. Die Seitenverweise der bisherigen Atlasausgaben können jedoch naturgemäß nicht auf dem neuen Reiseführer abgestimmt sein.

 
 
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Leser-Ergebnisse seit interstellarum 70:
www.interstellarum.de/ ods-galerie.asp
Fotos einsenden:
www.interstellarum.de/ ods.asp
Zeichnungen und Beschreibungen einsenden:
www.interstellarum.de/ ods.asp?Maske=2
 

Die Objekte der Saison (OdS) in interstellarum laden Sie herzlich ein, sich mit eigenen Beobachtungen an diesem größten Beobachtungsprojekt in deutscher Sprache zu beteiligen! Der Reflexions- und Emissionsnebel NGC 1977 (oberhalb des Orionnebels) und der riesige Komplex von Sharpless 276, besser bekannt als Barnards Loop, im Orion sind die Ziele für Dezember und Januar. Fotos und Zeichnungen bzw. wörtliche Beschreibungen – ganz gleich ob Experten-Ergebnisse oder Anfänger-Resultate – können direkt auf den interstellarum-Server geladen werden. Alle eingehenden Ergebnisse werden in der Online-Präsentation auf interstellarum.de gezeigt. Eine Auswahl schafft es zusätzlich in das Dezember-Heft des kommenden Jahres. Machen Sie mit – wir freuen uns über jeden neuen Teilnehmer!

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Hier können Sie Ihre Ergebnisse einsenden:

Zeichnungen und Beobachtungsbeschreibungen: www.interstellarum.de/ods.asp?Maske=2

Fotos: www.interstellarum.de/ods.asp
 

 
Alle Einsendungen seit Heft 70 bis hin zu zukünftigen Ausgaben:

www.interstellarum.de/ods-galerie.asp