Ausgabe 96
23. Oktober 2009
Aktuelle Ereignisse
Wichtige Astronomische Ereignisse vom 23.10.—6.11.2009
26.10. 01:42:18 MEZ Mond Erstes Viertel
28.10. 20:00:00 MEZ Goldener Henkel (Mond-Jura) zu sehen
2.11. 20:13:59 MEZ Vollmond
5.11. 09:02:26 MEZ Merkur in Oberer Konjunktion
6.11. 18:09:00 MEZ Doppelter Mondschattenvorübergang von Io und Ganymed
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg).

Exotische Raketeneffekte über Afrika und Europa

Weil eine Centaur-Oberstufe nach dem Atlas-Start eines militärischen Wettersatelliten am 18. Oktober dank der leichten Nutzlast noch eine Menge Treibstoff übrig hatte, wurde dieser nach Aussetzen des Satelliten noch für eine Reihe Experimente genutzt just als die Stufe nach Süden nach Norden erst über Afrika und dann Europa hinweg zog und am frühen Abend noch von Sonnenlicht getroffen wurde. Freigesetzte Gase zeichneten bizarre Ringe an den Nachthimmel, bevor die Raketenstufe auch dies ungewöhnlich ein letztes Mal gezündet wurde und den Erdorbit verließ. Die Manöver waren zwar angekündigt und Satellitenspezialisten im Bilde, das Gros der Astronomen indes wurde überrascht.

Daniel Fischer

 
Protokoll des Starts: live.spaceflightnow.com/av017status.html
Beobachtungen in Südafrika: www.saao.ac.za/no_cache/public-info/news/news/article/164
Beobachtung in Deutschland: www.balkonsternwarte.de/400d/startrails18102009mitObjekt.html

Komet 217P/LINEAR im Ausbruch

Auf Bildern mit größeren Teleskopen sah er fast so aus wie 17P/Holmes kurz nach seinem gewaltigen Ausbruch vor zwei Jahren, doch die Helligkeit von 217P/LINEAR ist nie über 10. Größe hinaus gekommen.

Komet 217P/LINEAR am 16. Oktober, wie ihn das südliche Faulkes-Teleskop sah, 140 Sekunden belichtet durch einen Rotfilter. In der rechten Version wurde ein um 12° gedrehtes Negativbild subtrahiert, um radiale Staubstrukturen in der Koma hervorzuheben. Bildfeld 4,5'. [Las Cumbres Observatory Global Telescope Network]

Gleichwohl erlebt der Komet, der am 9. September zum ersten Mal seit seiner Entdeckung 2001 ins Perihel zurückgekehrt war, seit dem 13. Oktober einen typischen Ausbruch: Die innerste Koma erschien mit einem Mal sternförmig, die äußere nahm eine Parabelform mit scharfem Rand und hoher Flächenhelligkeit an, und die Helligkeit stieg sprunghaft, wenn auch nur um bescheidene 2m. Das Bild des 2m-Faulkes-Teleskops in Australien hier entstand drei Tage später und zeigt eine expandierende Staubhülle wie einst bei Holmes. Bei starker Bildverarbeitung mit einem sogenannten Rotationsgradientenfilter werden auch Feinstrukturen in dieser Koma sichtbar, die ebenfalls an das große Vorbild erinnern: ein innerer Schweif nach hinten und mehrere Staubjets zur Seite und nach vorne. In den Wochen vorher war die Koma eher tropfenförmig gewesen: Der Kern sonderte deutlich weniger Staub ab, der dann gleich vom Strahlungsdruck der Sonne nach hinten gedrückt wurde. In der Woche nach dem Ausbruch mit seinem einmaligen großen Staubeintrag nahm die Koma allmählich wieder diese Form an.

Daniel Fischer

1 Tag nach dem Ausbruch: astrosurf.com/nazaret/images/cometas/217/217P-091014-J47.jpg
3 Tage nach dem Ausbruch: faulkes-telescope.com/news/2245
5 Tage nach dem Ausbruch: astrosurf.com/nazaret/images/cometas/217/217-091018-J47.jpg

Wird R Coronae Borealis je wieder hell werden?

R CrB ist der Prototyp einer Klasse veränderlicher Sterne, bei denen urplötzlich eine kohlenstoffreiche Schicht in ihren Atmosphären kondensiert und ihre Helligkeit schnell um viele Größenklassen nach unten treibt. Bald löst sich dieser Ruß dann wieder auf, und der Stern kehrt für mehrere Jahre zu seiner Normalhelligkeit zurück. Bei R CrB begann solch ein Mimimum im August 2007 und es ist tiefer als je zuvor (der Stern fiel von 6. auf 14. Größe) und will einfach kein Ende nehmen: Selbst das tiefe Minimum von 1995/96 hatte nur ein gutes Jahr gedauert. Daniel Fischer

Bericht vom Minimum: simostronomy.blogspot.com/2009/10/r-coronae-borealis-update.html
Lichtkurve: www.bav-astro.de/sterne/crbr.shtml
Zur Physik von R CrB: www.aavso.org/vstar/vsots/0100.shtml

Meteoritenfund nach Riesenfeuerkugel über Kanada

Sie war hundertmal so hell wie der Vollmond, wurde von zahlreichen Videokameras erfasst und zerplatzte am Ende in etliche Fragmente: Von Anfang an galt es als wahrscheinlich, dass die Feuerkugel vom 25. September über dem südlichen Ontario Meteoriten regnen ließ. Allerdings sollte es noch zwei Wochen dauern, bis ein Bewohner der Ortschaft Grimsby eine Verbindung mit dem Schaden an seiner Windschutzscheibe herstellte: Ein 46 Gramm schwerer Meteorit, genau im berechnten Fallgebiet, war schuld gewesen! Bald wurden noch weitere Meteoriten des Falles entdeckt, der die Einwohner in ein regelrechtes Jagdfieber versetzt hat. Ob eine andere beachtliche Feuerkugel über den Niederlanden am 13. Oktober ebenfalls zu Funden wenn, dann am Rand der Nordsee führen wird, lässt sich wegen widersprüchlicher Augenzeugenberichte immer noch nicht sagen. Daniel Fischer

Der Bolide: aquarid.physics.uwo.ca/research/fireball/events/25sept2009
Der Meteorit: communications.uwo.ca/com/western_news/stories/more_meteorite_chunks_discovered_20091022445036
Bilder aus den Niederlanden: 51887532.nl.strato-hosting.eu/mediacenter/albums/album.html?id=19
Meldungen aus der Forschung

LCROSS gegen den Mond: Was wirklich herauskam

Es hat wohl selten eine Mission der Weltraumforschung gegeben, bei der der öffentliche Eindruck des Erfolges oder Misserfolges so stark von der Einschätzung der beteiligten Wissenschaftler abwich wie bei LCROSS, der kuriosen Zugabe zum Lunar Reconaissance Orbiter LRO.

Ein winziger Punkt nur ist sichtbar als thermale Signatur des Impakts der Centaur-Rakete am 9.10.2009 auf dem Mond. Das Bild wurde aus 600km Höhe über dem Mond mit einer Auflösung von 1km pro Pixel aufgenommen. Weiße und rote Farben zeigen hohe, blaue und schwarze Farben niedrige Temperaturen an. [NASA]

Die meisten selbst Weltraumenthusiasten glauben, dass schlicht nichts heraus gekommen ist, als die Centaur-Oberstufe des LRO am 9. Oktober auf den Mond aufschlug, dicht gefolgt von der LCROSS-Sonde, die im Sekundentakt Bilder von jenem ins Dunkel gehüllten südpolaren Krater Cabeus schickte, wo die Centaur ihr Ende fand. Zugegeben, in den mal schwarzweißen, mal falschfarbigen Live-Bildern waren auf Anhieb weder ein Impaktblitz noch ein Vorhang aus hochgeschleudertem Staub noch der frische Einschlagskrater zu erspähen, und auch die besten Bilder und Videos von Sternwarten auf der Erde, die von schräg auf den Krater geschaut hatten, zeigten nicht das kleinste Wölkchen. Doch inzwischen wissen wir: Es ist alles da und steckt(e) nur viel tiefer in den Daten verborgen als die Organisatoren der Liveübertragung, der Impakt-Parties überall in den USA und die zahlreichen zum Hinschauen aufgeforderten Amateurastronomen im Westen des Landes gehofft hatten. Die Datenfülle sei sogar »reicher als ich ehrlicherweise erwartet hatte«, sagt heute der LCROSS-Chef Tony Colaprete, aber ob das eigentliche Ziel des Impakts, das Freisetzen von Wasser(dampf) aus dem Boden des schattigen Cabeus, erreicht wurde, das will er erst auf einer großen Mondforschertagung am 17. November verraten.

Jody Wilson von der Boston University auf dem McDonald Observatory in Texas, kurz nach dem LCROSS-Crash: Auf Spektren des Raumes 100km über der Einschlagsstelle sind plötzlich die beiden starken Natriumlinien D1 und D2 erschienen, die vorher nicht zu sehen waren, und 15 Minuten später waren sie auch wieder weg. [Center for Space Physics, Boston University]

Alle erwarteten Phasen des Impakts sind jedenfalls eingetreten. Zuerst gab es einen Impaktblitz: Er stammt von der Hitze, die bei der gemeinsamen Kompression von Raketenstufe und Mondboden entsteht. In diesem Licht registrierten LCROSS' Instrumente zahlreiche Emissions- und Absorptionslinien, die nun analysiert werden. Dann stieg eine Staubwolke aus dem 28 Meter großen frischen und warmen Krater auf (den die Kameras der Sonde Sekunden vor ihren eigenen Ende klar erkennen konnten), aber sie ging eher in die Breite mit 6km bis 8km Ausdehnung und erreicht nie die 2km Höhe, die nötig gewesen wären, um sie von der Erde aus zu sehen. Diese Flachheit deutet nach Impaktexperimenten und -simulationen im Vorfeld darauf hin, dass die hohle Centaur-Rakete wie eine Blechdose zerquetscht wurde und auch der Kraterboden eher weich war. Über dem Staubschirmchen schoss jedoch auch eine Dampfwolke hoch, bis in mindestens 15km Höhe und die hat offenbar auch mindestens ein Teleskop von der Erde aus spektroskopisch nachgewiesen. Dass kein Staub darin war, ist sogar ein Vorteil: Die Gasspektren haben so ein besseres Signal-zu-Rausch-Verhältnis. Noch höher über dem Mond registrierten andere Astronomen auch einen kurzen Anstieg von Natrium, das der Impakt aus dem Mondboden befreit hatte (vgl. Abb.): ein weiteres Mosaiksteinchen zum Gesamtverständnis. Und die Amateurastronomen? Effekte des Impakts selbst konnten sie zwar keine sehen, aber im Vorfeld haben sie sehr geholfen, betont Colaprete: Sie schickten ihm zahlreiche Bilder des Mondsüdpols bei unterschiedlicher Beleuchtung, die bei der Planung der Mission deren Datum sich häufig änderte eine erhebliche Rolle spielten!

Daniel Fischer

Ergebnisse, mit allen Bildern: www.nasa.gov/mission_pages/LCROSS/main
Der frische Krater aus LRO-Sicht: www.diviner.ucla.edu/blog/?p=184
Der Natrium-Effekt: www.bu.edu/phpbin/news/releases/display.php?id=1932

Rotation von Kometenkernen kann bestimmt werden

Zwei Arbeiten zur Bestimmung des Rotationsverhaltens der Kerne zweier Kometen, ohne diese räumlich aufzulösen, hat das Lowell Observatory diesen Monat auf einer Tagung präsentiert: Beim hellen Kometen 2007 N3 (Lulin) Anfang des Jahres wurden die Veränderungen eines Systems von Gasstrahlen in der Koma analysiert, bei 10P/Tempel 2 war es die Analyse der Lichtkurve des Kerns, die Veränderungen des Rotationsverhaltens innerhalb eines Jahrzehnts nachgewiesen.

Die Lulin-Beobachtungen in 32 Nächten am 1,1 Meter großen John S. Hall Telescope der Lowell-Sternwarte auf dem Anderson Mesa bei Flagstaff in Arizona statt, und zwar durch einen engbandigen Filter, der nur Emission des Blausäure-Radikals CN hindurch ließ: Erstmals war vor über 20 Jahren beim Halleyschen Kometen entdeckt worden, dass Kometenkerne CN in scharf gebündelten »Jets« ausstoßen und man dann aus genügend langen Bildserien mit CN-Filtern ein sich veränderndes Muster dieser Jets erkennen kann. Das wiederum Rückschlüsse auf das Rotationsverhalten des Kerns zulässt, über den man sonst tief in der Koma verborgen reichlich wenig weiß. Beim aktiven Lulin (den die Astronomen während der Messungen gleichzeitig mit dem bloßen Auge sahen, eine Rarität) hat der Trick wieder funktioniert: Auf ein Prozent genau konnte die Rotationsperiode seines Kerns zu 42 Stunden bestimmt werden. Eine genauere Analyse zur Lage der Achse etc. steht aber noch aus. Und manchmal dauert es eben: Die neuen Erkenntnisse über Tempel 2 basieren nämlich auf Jahrzehnte alten Messungen der Helligkeit seines Kerns. Erst jetzt ist klar geworden, dass der Tempel-Kern alle 5 Jahre 10 Sekunden länger für eine Umdrehung braucht. Das ergibt sich aus dem Vergleich langer Lichtkurven der Jahre 1988 und 1999/2000. Im Sommer 2010 ist Tempel 2 wieder da und sicher werden wieder Lowell-Teleskope auf ihn gerichtet sein.

Daniel Fischer

 
Lulin-Analyse: www.lowell.edu/blog/?p=2556
Halleys CN-Jets: www.nature.com/nature/journal/v324/n6098/abs/324649a0.html
Tempel-2-Analyse: www.lowell.edu/blog/?p=2529

Asteroid Pallas wie Ceres ein intakter Protoplanet

Er ist ein Ellipsoid von 580km × 560km × 500km, hat einen mutmaßlichen Impaktkrater von 240km Durchmesser und eine Dichte von rund 2,5g/cm3: Der Kleinplanet mit der Nr. 2 der sich wegen seiner Unrundheit wenig Hoffnung machen darf, in die Klasse der Zwergplaneten aufzurücken und dort Nr. 1 Ceres Gesellschaft zu leisten, hat dank Hubble-Aufnahmen aus dem Jahre 2007 endlich ein Gesicht bekommen.

Der Asteroid (2) Pallas, wie ihn das Hubble Space Telescope am 8. September 2007 sah: Der Winkeldurchmesser betrug 1/3", das Sonnenlicht kam genau von vorne (Phasenwinkel 4°), und diese Aufnahmen der inzwischen entfernten Kamera WFPC2 haben 75km/Pixel Auflösung. Die Rotationsachse und der Südpol sind markiert; die Bilder wurden von den Autoren nachgeschärft und von interstellarum erheblich im Kontrast gesteigert; dadurch erscheint der Asteroid etwas kleiner als im Original. [Schmidt et al.]

Weil zum Zeitpunkt der Aufnahmen (vgl. Abb.) die Sonne fast genau hinter Hubble stand, ist kein Terminator zu sehen, so dass die Form auf den Bildern praktisch genau dem echten Rand beim jeweiligen Rotationswinkel entspricht. Die Oberfläche ist nicht homogen: Die Albedo und auch der Farbton ändern sich von Ort zu Ort, und der Krater (auf den Bildern 62E und 75E in der Mitte und auf 348E am rechten unteren Rand) hat unter der ultraviolett-dunklen Oberfläche helleres Material zutage gefördert. Zusammen mit der Dichte, die für einen hohen Anteil an Wassereis spricht (und zwischen den 2,1g/cm3 von Ceres und 3,5g/cm3 der fast gleich großen Vesta liegt), ergibt sich ein Bild von Pallas als einem eher ursprünglichen Himmelskörper, der aber gewissen Veränderungen infolge interner radioaktiver Heizung unterworfen war und alles andere als ein öder, trockener Felsbrocken ist. In vielen Eigenschaften ähnelt Pallas damit der doppelt so großen Ceres. Vor allem aber stellen Ceres, Pallas und Vesta eine Art Übergangsform zwischen den kleinen Asteroiden und den terrestrischen Planeten dar und können gewissermassen als Protoplaneten gelten, die auf halbem Wege eingefroren wurden. Denn nach dem heutigen Bild der Entstehung des Sonnensystems waren die großen Asteroiden die ersten Körper überhaupt, die sich aus dem solaren Urnebel formten.

Daniel Fischer

UCLA Press Release: www.eurekalert.org/pub_releases/2009-10/uoc--sof100909.php

Größtes Sonnenteleskop der Welt nimmt den Betrieb auf

Am 3. Oktober hat das »New Solar Telescope« des Big Bear Solar Observatory im Großen Bärensee in Kalifornien formell den Betrieb aufgenommen: Mit 1,6 Meter Hauptspiegeldurchmesser übertrifft es alle anderen Sonnenteleskope der Welt und doch ist es letztlich nur ein »Pfadfinder« auf dem Weg zu einem noch viel größeren Advanced Technology Solar Telescope mit 4,2 Metern Durchmesser, das auf dem Haleakalā entstehen soll. Daniel Fischer

Details zum Teleskop: www.oculum.de/newsletter/astro/000/80/6/86.jf2wv.htm#6
Die Einweihung: cs.astronomy.com/asycs/blogs/astronomy/2009/10/10/world-s-largest-solar-telescope-is-now-online.aspx
Das ATST: atst.nso.edu
Nachrichten aus der Astro-Szene
Terminkalender vom 23.10.—6.11.2009
22.25.10. 4. Astronomietage Ostfriesland (ATO). Dorfgemeinschaftshaus Wiesmoor/Zwischenbergen Astronomie Club Ostfriesland e.V., Arthur Weber, Moorweg 3, D-26639 Wiesmoor, sternwartezwischenbergen@googlemail.com, www.astronomie-club-ostfriesland.de
24.10. Astronomie-Live, Breitenstein bei Kirchheim/Teck B.Augustin@t-online.de, tecksky.de/beob.htm
24.10. Norddeutsches Astrofotografentreffen Herbst 2009, Max-Koch-Sternwarte Cuxhaven (GvA) Berufsbildende Schulen Cuxhaven, Pestalozzistrasse 44, 27474 Cuxhaven, Tel.: 04721/22393 (Sternwarte), 04721/62657 (Rudolf Lorenzen), 0163/6416410 (Benjamin Rinna), sternwarte.cuxhaven@gmx.de, www.gva-cuxhaven.de, www.naft.de2009cux.html
23.25.10. 7. Stuttgarter CCD-Workshop 2009, Schwäbische Sternwarte e. V. und Carl-Zeiss-Planetarium Stuttgart Geschäftsstelle Schwäbische Sternwarte e.V., Seestr. 59 A, D-70174 Stuttgart, Tel. 0711/2260893, ccd2009@sternwarte.de, www.sternwarte.de/verein/ccd-ws
31.10.1.11. 6. Tagung der VdS-Fachgruppe Geschichte der Astronomie, Argelander-Institut für Astronomie, Bonn Wolfgang Steinicke, Gottenheimerstr. 18, D-79224 Umkirch Tel. 07665/51863, steinicke@klima-luft.de, geschichte.fg-vds.de
5.8.11. Praxis-Workshop Spektroskopie, Starkenburg-Sternwarte Heppenheim Ernst Pollmann, ernst-pollmann@t-online.de
5.12.11. Riesaer Astronomiewoche, Sternwarte Riesa, Sachsen Sternwarte Riesa e.V., Stefan Schwager, 0173/8076841, SternwarteRiesa@web.de, www.sternwarte-riesa.de/termine.html

Fernrohrland: Travelmount Reisemontierung

Die Firma Fernrohrland stellt aktuell eine eigenentwickelte parallaktische Reisemontierung vor. In der Grundausführung handelt es sich um eine manuelle Montierung, die ohne Motornachführung oder Feintriebe für die visuelle Beobachtung konzipiert wurde, wobei der Hersteller die wesentlich bequemere einachsige Nachführung gegenüber einer alt-azimutalen Montierung hervorhebt, bei der über zwei Achsen nachgeführt werden muss. Die Polhöhenwiege hat einen festen Winkel für 50° geographische Breite und eine Feineinstellung in Azimut. Eine Änderung der Polhöhe muss über die Höhenverstellung eines Stativbeines erfolgen. Laut Hersteller ist weiteres Zubehör geplant, das eine Polhöhenanpassung an 25° bzw. 30° ermöglicht. Außerdem ist eine Montierungsversion mit verstellbarer Polhöhenwiege in Entwicklung.

Die Travelmount, eine einfache parallaktische Reisemontierung ohne Nachführung (links). Mit angeflanschter AstroTrac TT320X wird daraus eine astrofototaugliche Einheit (rechts).

Der stativseitige Anschluss der Travelmount ist für Berlebach-Stative der Serie Report und Uni passend, zur Verwendung an anderen Fotostativen ist ein optional erhältlicher Fotostativadapter notwendig. Die einstellbare Klemmung der Achsen soll eine ruckfreie und sanfte Nachführung von kurz bauenden Refraktoren bis etwa 100mm und kompakten Spiegelteleskope bis ca. 150mm Öffnung ermöglichen, wobei Himmelsobjekte mittels der beiden Teilkreise auch über Koordinaten aufgesucht werden können. Zur astrofotografisch tauglichen Einheit kann die Montierung durch Anflanschen der Scherennachführung AstroTrac TT320X ausgebaut werden (siehe interstellarum 60), die dann als R.A.-Antrieb dient. Laut Aussage der Firma Fernrohrland besitzt diese Kombination eine größere Stabilität und wesentlich bessere Nachführgenauigkeit gegenüber der TT320X allein, da auf die Verwendung eines Fotoneigekopfs zwischen Stativ und AstroTrac sowie eines Kugelkopfs zwischen AstroTrac und Kamera verzichtet werden kann, die beide durch große und damit ungünstige Hebelarme gekennzeichnet sind. Im Lieferumfang der 2,5kg schweren Montierung sind das Travelmount-Achsenkreuz mit Polhöhenwiege und eine kleine Gegengewichtsstange (ohne Gegengewichte) enthalten, der Preis beträgt 498€.


Frank Gasparini

Travelmount Reisemontierung: www.fernrohrland-online.de/astro/index.php?
cl=details&anid=e5e4a02812f656d19.58145496&FERNROHRLAND-TRAVELMOUNT-PARALL.-MONTIERUNG&

Skywatcher: HDAZ-Montierung

Mit der neuen HDAZ-Mount positioniert sich die Firma Skywatcher nun auch im Segment der alt-azimutalen Reisemontierungen ohne Getriebe- oder Motorantrieb. Die Montierung entspricht dem Konstruktionsprinzip der bereits am Markt etablierten Modelle von AOK, Giro und William Optics, wo eine Höhen- und Azimutachse eine Nachführung vergleichbar einer Dobson-Montierung ausschließlich per Hand ermöglichen. Die Montierung ist daher für den schnellen Einsatz bei rein visueller Beobachtung prädestiniert, wenn keine Nachführung nötig ist.

Die über große und griffige Rändelschrauben einstellbare Friktion der beiden Achsen soll für eine feingängige und präzise Verstellbarkeit sorgen. An den beiden Enden der Höhenachse können über Schnellkupplungen nach GP-Standard zwei Teleskope mit jeweils 8kg Instrumentengewicht parallel montiert werden. Bis zu einem Teleskopgewicht von ca. 4kg Eigengewicht soll ein einseitiger Betrieb möglich sein. Für schwerere Geräte wird ein Gewichtsausgleich in Form eines zweiten Teleskops oder durch optional erhältliche Gegengewichte empfohlen. Im Lieferumfang ist ein von ca. 100cm bis 158cm stufenlos höhenverstellbares Edelstahlstativ enthalten, das ohne Werkzeug vom Montierungskopf getrennt werden kann. Das Gesamtgewicht mit Stativ beträgt ca. 9,5kg, als Preis der Kombination werden 299€ genannt.

Frank Gasparini

HDAZ-Montierung: www.skywatchertelescope.net/swtinc/product.php?id=150&class1=3&class2=301

Die »Galileischen Nächte« haben begonnen

Die letzte große und weltweit koordinierte Aktion des Internationalen Jahres der Astronomie läuft: die »Galilean Nights« mit öffentlichen Beobachtungen vom 22. bis 24. Oktober, bei denen vor allem die Galileischen Jupitermonde im Mittelpunkt stehen sollen. Gut 1000 Starparties und andere astronomisch inspirierte Ereignisse in 70 Ländern sind bereits registriert. Diese erst vor einem halben Jahr ins Programm aufgenommene Mobilisierung soll natürlich nur einen Akzent setzen und keineswegs schon das Ende des Astronomiejahrs einläuten: Wer würde Sternfreunde zum Beispiel daran hindern, die britische Idee des landesweiten »herbstlichen Mondguckens« vom 24. Oktober bis 1. November einfach aufzugreifen? Galilean Nights wie Moonwatch haben auch eine »elektronische« Komponente: Selbst bei schlechtem Wetter oder keiner Starparty in der Nähe kann man sich beteiligen. Daniel Fischer

IAU-Pressemitteilung: www.iau.org/public_press/news/detail/iau0922
Veranstaltungen in Deutschland: www.galileannights.org/events/event_country_germany.html
Autumn Moonwatch: www.ras.org.uk//index.php?option=com_content&task=view&id=1664&Itemid=2
TV-Hinweise (von Manfred Holl)
23.10. 15:30, BR-alpha nano spezial: Die Reise an den Rand des Universums (30 min.), Wdh.: 16;45, ZDF doku: 17:15: Eins Plus, 26.10.: 4:15, ZDF
18:00, HistoryCh Geheimnisse des Universums (60 min.), Wdh.: 24.10.: 0:00, 6:00, 12:00
24.10. 3:30, 3sat nano extra: Mensch im All (30 min.)
18:00, 3sat Das Mannheimer Planetarium (30 min.)
21:30, HistoryCh Meilensteine der Raumfahrt: Mercury Seven (60 min.)
25.10. 16:00, 3 Sat hitec: Bomben aus dem All: Kosmische Strahlung (30 min.), Wdh.: 26.10.: 19:30
20:00, BR-alpha Alpha Centauri: Woher hat die Sonne ihre Energie? (15 min.)
26.10. 0:15, n-tv Das Weltall im Visier (50 min.), Wdh.: 1.11.: 22:10, 4.11.: 4:30
11:45, BR-alpha Meilensteine der Naturwissenschat und Technik: Radioaktivität Henri Becquerel, Marie und Pierre Curie (15 min.)
27.10. 4:45, 3sat scobel Sternstunden der Astronomie: Von Galileos Fernrohr zu modernen Weltraumteleskopen (60 min.)
10:00, HR 3 Gute Frage nächste Frage: u.a.: Astronauten (5 min.)
21:00, HistoryCh Geheimnisse des Universums: Fremde Lebensformen von fernen Planeten (60 min.), Wdh.: 28.10.: 3:00, 9:00, 15:00, 28.10.: 3:00, 9:00, 15:00
28.10. 22:45, BR-alpha Alpha Centauri: Was sind Sonnenflecken und Sonnenstürme? (15 min.), Wdh.: 29.10.: 1:45, 8:15, 1.11.: 20:00
31.10. 6:30, SWR 3 Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Die Erde bebt Emil Wiechert und der Seismograph (15 min.)
7:35, DMAX DMAX Wissen: Besuch aus dem All (50 min.)
9:50, arte Jenseits des blauen Planeten: Weltraumfahrer berichten (50 min.), Wdh.: 5.11.: 5:00
21:30, HistoryCh Meilensteine der Raumfahrt: Mechaniker im Weltall (60 min.)
1.11. 17:05, N 24 Am Rande des Universums (55 min.), Wdh.: 2.11.: 1:50
2.11. 9:30, BR-alpha Faszination Wissen: Schießbude Erde Asteroiden auf Kollisionskurs (30 min.)
22:05, N 24 Asteroiden Bomben aus dem All (55 min.), Wdh.: 3.11.: 1:00, 16:05
3.11. 21:00, HistoryCh Geheimnisse des Universums: Weltraummissionen (60 min.), Wdh.: 4.11.: 3:00, 4.11.: 9:00, 15:00
4.11 3:45, n-tv Japans Kampf um den Weltraum (45 min.)
22:45, BR-alpha Alpha Centauri: Was ist eine Sonnenfinsternis? (15 min.), Wdh.: 5.11.: 1:45, 8:15, 8.11.: 20:00
Mitteilungen der Redaktion

First Light: Senden Sie uns Ihre ersten Fotoversuche!

Sie ist auf Anhieb eine der beliebtesten interstellarum-Rubriken geworden: In jedem Heft begutachtet der bekannte Astrofotograf Stefan Seip erste Versuche von Lesern und gibt Tipps, wie man es besser machen kann.

Die Redaktion sucht nun wieder neue Bildbeispiele insbesondere Anfänger und Astrofotografen, die mit ihren Ergebnissen nicht zufrieden sind, laden wir ein uns Beispiele zu senden. Diese können direkt auf den interstellarum-Server geladen werden. Haben Sie keine Scheu jeder hat einmal klein angefangen!
 

Bilder einsenden für First Light: www.interstellarum.de/firstlight.asp
Homepage von Stefan Seip: www.astromeeting.de

NEU ab 16. Oktober: Themenheft Teleskope 2009

Es ist das stärkste interstellarum-Heft aller Zeiten: 96 Seiten randvoll mit Informationen zu Teleskopen und Zubehör. Schwerpunktthema sind diesmal Okulare, denen drei große Beiträge gewidmet sind:

  • Umfrage: 5000 Okulare bewertet von den interstellarum-Lesern
  • Königsklasse: Produktvergleich von sechs Ultra-Weitwinkel-Okularen
  • 100€-Okular: Produktvergleich von sechs Mittelklasse-Okularen

Außerdem bietet das Themenheft:

  • eine aktualisierte und erweiterte Übersicht aller Teleskope, Montierungen und Okulare auf dem deutschen Markt
  • ausführliche Vorstellung von 53 Neuheiten vom Apo-Refraktor bis zur Sternwartenkuppel
  • 25 exklusive Schnäppchen-Angebote von interstellarum-Inserenten für die Leser

Themenheft Teleskope 2009: www.interstellarum.de/themenheft3.asp
Inhaltsübersicht: www.interstellarum.de/archiv/inhalt/inhaltthema20092.pdf

50% reduziert: Deep Sky Reiseführer und Fernrohrwahl

Zwei Klassiker aus dem Oculum-Programm haben wir für Sie im Preis glatt halbiert! Mit dem »Deep Sky Reiseführer« begann die Erfolgsgeschichte des Verlages. Die dritte Auflage bietet ausführliche Beschreibungen und mehr als 350 Fotos und Zeichnungen von 300 Sternhaufen, Nebeln und Galaxien sowie Kurzinformationen zu weiteren 366 Objekten in einem übersichtlichen Format und Registern zum schnellen Nachschlagen für nur noch 19,90€.

»Fernrohrwahl« gibt auf 160 Seiten ausführliche Hinweise für den Kauf von astronomischen Teleskopen. Alle Typen werden ausführlich erklärt, Vor- und Nachteile klar herausgestellt und wertvolle Tipps zu sinnvollem Zubehör gegeben. 20 beliebte Modelle werden ausführlich besprochen eine unverzichtbare Hilfe für jeden, der sich zwischen Refraktor und Reflektor nicht entscheiden kann jetzt für nur noch 8,95€.

 
 
Deep Sky Reiseführer: www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=5
Fernrohrwahl: www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=19
Informationen zum Newsletter sowie Hinweise zur An- und Abmeldung erhalten Sie unter www.oculum.de/interstellarum/newsletter.asp. Schreiben Sie uns, wenn Sie Fragen, Wünsche oder Anregungen haben — wir helfen gerne weiter!