Ausgabe 93
11. September 2009
Aktuelle Ereignisse
Wichtige Astronomische Ereignisse vom 11.9.—25.9.2009
12.9. 04:15:48 MESZ Mond Letztes Viertel
13.9. 01:00:00 MESZ Mond bei M 35, Mond 43' nördlich
13.9. 18:18:05 MESZ Mond bedeckt Mars (in Mitteleuropa unbeobachtbar)
17.9. 11:41:26 MESZ Uranus in Opposition
17.9. 20:22:13 MESZ Saturn in Konjunktion
18.9. 20:44:23 MESZ Neumond
20.9. 12:04:43 MESZ Merkur in Unterer Konjunktion
21.9. 09:53:38 MESZ Juno in Opposition
22.9. 23:18:39 MESZ Herbstanfang
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg).

C/2006 W3 (Christensen) verabschiedet sich

Derzeit neigt sich die Beobachtbarkeit des Kometen ihrem Ende entgegen, die verbleibende Zeit sollten Sternfreunde also noch einmal nutzen.

Nachdem C/2006 W3 (Christensen) im August seine größte Erdnähe mit 2,31AE Abstand durchschritten hatte, wandert er nun in das Sternbild Adler. Im Laufe des Monats September sollte die Helligkeit bereits leicht zurückgehen, dennoch wird der Komet noch bis Mitte Oktober in den südlichen Bereichen des Sternbildes Adler bei 9m beobachtbar bleiben. Erst im November drei Jahre nach seiner Entdeckung endet dann die Beobachtungsphase für diesen, für seine große Entfernung ungewöhnlich hell gewordenen Schweifstern.

Burkhard Leitner und Frank Haller

Monats- und Jahresübersichten, Aufsuchkarten, Bilder: www.kometarium.com

Der ganze Himmel in natürlichen Farben mit 648 Megapixeln

Wer kennt es nicht, das spektakuläre Panorama der Milchstraße, das Axel Mellinger im Jahr 2000 veröffentlichte: Aus 51 chemischen Himmelsfotos mit 28mm Brennweite hatte der Physiker und Amateurastrophotograph im Computer ein Mosaik von 14400x7200 Pixeln erzeugt, das seither in der astronomischen Öffentlichkeitsarbeit wie auch wissenschaftlichen Publikationen einen festen Platz hat. Wann immer der gesamte Himmel in Farben benötigt wurde, wie sie das Auge sieht, war es die erste Wahl. Aber nun hat Mellinger, inzwischen Assistant Professor of Physics an der Central Michigan University, noch gehörig draufgelegt: Jetzt gibt es ein neues Gesamtbild des Himmels in natürlichen Farben mit 36000x18000 Pixeln, basierend auf über 3000 Digitalaufnahmen, die Mellinger in Südafrika, Texas und Michigan mit einer SBIG STL-11000 CCD-Kamera mit einem 4008x2672 Pixel großen Chip und einem 50mm-Objektiv (abgeblendet auf f/4) aufgenommen hatte. Um des visuellen Farbeindrucks willen arbeitete er nicht mit den Astronomie-üblichen UBVR- sondern mit RGB-Filtern: Jedes Himmelsfeld nahm er je fünfmal durch die drei Filter und mit drei unterschiedlichen Belichtungszeiten auf, 240, 15 und ½ Sekunde.

Das neue 648-Megapixel-Bild des Himmels aus dem Hause Mellinger, extrem verkleinert und in Aitoff-Projektion: Über 3000 CCD-Aufnahmen in R, G und B wurden mit enormem Aufwand zu einem homogenen Ganzen vereinigt. [Axel Mellinger, A Color All-Sky Panorama Image of the Milky Way, arXiv:0908.4360 [astro-ph.GA] (2009, submitted to PASP)]

Als die Bilder alle im Kasten waren, ging die Arbeit aber erst richtig los: Die Bilder mussten auf vielfältige Weise gesäubert werden, sie wurden astronometrisch entzerrt, anhand eines Sternkatalogs auf gleiche Helligkeit gebracht, aufaddiert und zum Mosaik vereinigt. Besonders mühsam gestaltete sich das Entfernen von unerwünschten großräumigen Helligkeitsgradienten durch irdische Störeffekte wie Dämmerung, Airglow und Lichtverschmutzung, aber auch das Zodiakallicht, während gleichzeitig subtiles aber echtes diffuses Leuchten aus der Milchstraße und darüber hinaus erhalten werden sollte: Mellinger griff dazu auf Himmelsphotometrie der Raumsonden Pioneer 10 und 11 aus dem äußeren Sonnensystem zurück. Das Gesamtergebnis soll vor allem wieder in der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden: Nicht nur die enorme Auflösung mit 36 Bogensekunden pro Pixel, sondern auch der Dynamikumfang des Mosaiks von 18 Bit bei einer stellaren Grenzgröße um 14m sollten z.B. mit modernen Fulldome-Videoprojektoren in Planetarien faszinierende Effekte ermöglichen. Aber auch wissenschaftliche Anwendungen des besonders gut kalibrierten Bildes sind denkbar, z.B. im Zusammenhang mit Untersuchungen zur Helligkeit des Nachthimmels.

Daniel Fischer

Das neue Mosaik zum Hineinzoomen: home.arcor.de/axel.mellinger
Veröffentlichung zu seiner Entstehung: arxiv.org/abs/0908.4360
Axel Mellingers Homepage: www.phy.cmich.edu/people/mellinger

Komplexe Veränderungen in der Koma von 217P/LINEAR

Möglicherweise steckt ein teilweiser Zerfall des Kerns des schwachen Kometen 217P/LINEAR hinter komplizierten Strukturen in seiner Koma, die mehrere Beobachter nach dem 20. August registriert hatten: Die bogenartigen Strukturen erinnerten stark an das Fragment B des Kerns von 73P/Schwassmann-Wachmann 3 während seines fortgesetzten Zerfalls im Mai 2006. Nach ein paar Tagen verschwanden die Strukturen in LINEARs Koma allerdings schon wieder. Daniel Fischer

Zahlreiche Aufnahmen: remanzacco.blogspot.com/2009/09/update-about-unusual-activity-of.html
Meldungen aus der Forschung

Galaxien-»Archäologie« zwischen Andromeda und Triangulum

»Pan-Andromeda Archaeological Survey« oder PAndAS nennt ein internationales Astronomenteam eine große Himmelsdurchmusterung rund um die Andromeda-Galaxie mit dem Canada-France-Hawaii Telescope (3,6 Meter, Mauna Kea), die einmal 300 Quadratgrad umfassen soll: Archäologie deshalb, weil noch fernab der bekannten Spiralstruktur von Messier 31 Sterne zu finden sind, die aus der Galaxie stammen aber bei Wechselwirkungen in der Vergangenheit herausgerissen wurden und damit gleichzeitig Aufschluss über eben diese vergangenen Prozesse geben. 220 Quadratgrad sind inzwischen abgesucht, und tatsächlich sind überall im Feld Sterne zu finden, deren Helligkeiten und Farben zu Roten Riesen in der Entfernung der Galaxie passen und noch 10- bis 100-mal weiter von ihrem Zentrum entfernt sind, als ihre gut sichtbare Scheibe reicht. Diese Sterne wie auch eine Menge Substrukturen in ihrer Verteilung sind höchstwahrscheinlich Überreste von Zwerggalaxien, die die Andromeda-Galaxie im Laufe ihrer Entwicklung durch ihr Gezeitenfeld zerrissen und verschluckt hat. Einige der Sternstrukturen waren schon bekannt, neu sind aber Ausläufer der Nachbargalaxie M 33 im Triangulum die vermutlich bei einer früheren Annäherung an M 31 entstanden sind.

Die Sterndichte rund um die Galaxien M 31 und M 33, basierend auf der »Pan-Andromeda Archaeological Survey« mit dem 3,6-m-Teleskop CFHT auf Hawaii: Die Farben codieren die Anzahl von Red-Giant-Branch-Sternen der Galaxien pro Fläche, der Ausschnitt zeigt die Umgebung der Andromeda-Galaxie in höherer Auflösung. Zwerggalaxien fallen als Verdichtungen auf und sind mit römischen Zahlen gekennzeichnet, andere Substrukturen der Sterndichte mit eingekreisten Zahlen. [McConnachie et al.]

Die Bahnen der beiden Nachbarn der Milchstraße umeinander sind nur ungenau bekannt, aber nach einer besonders plausiblen geschah dies vor 2 ½ Milliarden Jahren: Bis auf 130000 Lichtjahre kamen sich die beiden Galaxien demnach nahe und eine Menge Sterne wurden aus der kleineren M 33 herausgerissen. Zwei Milliarden Jahre in der Zukunft werden sich M 33 und M 31 erneut begegnen, wobei dann die Triangel-Galaxie von Andromeda vereinnahmt werden könnte. Eine weitere Jahrmilliarde später mag es dann auch zur Verschmelzung von Milchstraße und Andromeda-Galaxie kommen, für »uns« ein dramatischer Vorgang, im Kosmos mit seiner hierarchischen Galaxienentwicklung die das PAndAS-Bild zu bestätigen scheint aber etwas ganz normales. Die große Durchmusterung hat auch schon zwei weitere Zwerggalaxien zutage gefördert, die And XXI und And XXII getauft wurden. Erstere ist mit 10M Absoluthelligkeit insgesamt recht hell, hat aber eine geringe Flächenhelligkeit und wurde daher bislang übersehen: eine Warnung, dass noch so mancher substanzielle Zwerg unentdeckt geblieben sein mag. And XXII ist zwar per se unbedeutend, liegt aber andererseits zumindest in Projektion so nahe an M 33, dass dies der erste nachgewiesene Zwerg in der Nachbarschaft der Triangel-Galaxie sei könnte.

Daniel Fischer

Queen's University Pressemitteilung: qnc.queensu.ca/story_loader.php?id=4a9fe99f5488e
Artikel von Physics World: physicsworld.com/cws/article/news/40301
Veröffentlichung zu den neuen Zwergen: arxiv.org/abs/0909.0399

LRO fotografiert Apollo-12-Landeplatz

Die am 18. Juni gestartete NASA-Mission »Lunar Reconnaisance Orbiter« (LRO) tritt demnächst in ihre nächste entscheidende Phase ein. Um den Mond ein Jahr lang aus einem polaren Orbit mit einer bisher unbekannten Präzision kartieren zu können, nähert sich das Raumfahrzeug seiner geplanten Höhe von nur 30 bis 50km über der Oberfläche. Während der fortschreitenden Kalibrierung aller Systeme wurden bereits erste Fotos der Landestellen früherer Apollo-Missionen veröffentlicht rechtzeitig zum Jubiläum der ersten Mondlandung.

Landestufe, Surveyor 3 und das Experiment ALSEP zwischen den Kratern Surveyor, Head, Bench und Sharp inklusive der schwach erkennbaren Fußspuren. [NASA]

Am 3. September wurde die wohl bisher detaillierteste Abbildung eines der geschichtsträchtigen Landeplätze freigegeben, welche die Hinterlassenschaften der Apollo-12-Mission und Surveyor 3 zeigt bis zu einem Detailgrad, welcher sogar die von den Astronauten gelaufenen Pfade sichtbar macht (kleine Pfeile, siehe Abb.). Erkennbar ist die Abstiegsstufe am nördlichen Kraterrand, auf welcher das »Intrepid« genannte Raumschiff am 14. November 1969 von Pete Conrad und Alan Bean in einer Punktlandung nur 200 Meter entfernt von der zwei Jahre zuvor eingetroffenen Sonde Surveyor 3 aufgesetzt wurde. In mehreren Mondspaziergängen installierten die Astronauten das Oberflächenexperiment ALSEP, sammelten Mondgestein und entnahmen Einzelteile von Surveyor 3. Der große Krater in der Mitte des Geschehens wurde nach der zuerst gelandeten Sonde benannt, ebenfalls im Bild befinden sich die kleineren Krater Head, Bench und Sharp.

So fantastisch diese Aufnahmen dem Betrachter auch erscheinen mögen, sie stellen dennoch nur ein Sekundärziel der LRO-Mission dar das Hauptaugenmerk liegt nach wie vor auf der Vorbereitung zukünftiger Mondmissionen.

Frank Haller

NASA-Artikel: www.nasa.gov/mission_pages/LRO/multimedia/lroimages/lroc_20090903_apollo12.html
Andere Landestellen: www.nasa.gov/mission_pages/LRO/multimedia/lroimages/apollosites.html

Hubble meldet sich zurück leistungsfähiger denn je

Seit dem letzten Besuch durch Astronauten im Mai war es um das Hubble Space Telescope ruhig geworden: Nur durch vereinzelte Betriebsstörungen und Aufnahmen des neuen Impakts auf dem Jupiter rief sich das runderneuerte Weltraumobservatorium zuweilen ins Gedächtnis, während die beiden neu installierten Instrumente WFC3 und COS und die beiden reparierten ACS und STIS sowie die zeitweilig eingefrorene NICMOS hochgefahren und am Himmel getestet wurden. Ein paar der dabei entstandenen Early Release Observations hat die NASA am 9. September in großem Rahmen der Öffentlichkeit vorgestellt und das »neue« Hubble kann sich wirklich sehen lassen. Hatte der Satellit vor der 5. und letzten Servicing Mission nur drei funktionsfähige Instrumentenkanäle besessen, so sind es nun 13, und einige davon sind viel empfindlicher als Hubbles bisherige Detektoren: Damit verkürzen sich die nötigen Belichtungszeiten auf einen Bruchteil und die kommenden Jahre des Observatoriums das nun bis mindestens 2014 im Einsatz sein soll können effizient genutzt werden.

Bis auf ein 30-faches dürfte das Datenvolumen ansteigen und ein nahezu lückenloser Spektralbereich vom Ultravioletten bis (nahen) Infraroten steht Hubble nun offen. Vor allem sind diverse Verschleißteile, die sich dem Ende ihrer Lebensdauer näherten, ersetzt worden. Bei der Wartungsmission hatten die Shuttle-Astronauten zum Teil improvisierend und mitunter mit roher Gewalt bei fünf Außenbordarbeiten (Extra-Vehicular Activities) alle ihrer zahlreichen Aufgaben erfüllt: Das Weltraumteleskop bekam einen neuen Datencomputer (EVA 1), neue Gyros zur Lagebestimmung (EVA 2), neue Batterien (EVAs 2 und 5), einen neuen Fine Guidance Sensor (EVA 5), an kritischen Stellen neue Verkleidung (EVA 5) und die beiden brandneuen Instrumente (EVAs 1 und 3), während die zwei alten repariert wurden (EVAs 3 und 4). Außerdem war noch ein spezieller Andockstutzen montiert worden (EVA 1), an dem sich irgendwann nach 2020! ein Roboter festkrallen und Hubble zum gezielten Absturz in den Pazifik bringen soll, wenn seine Bahn durch die Reibung an der Restatmosphäre gefährlich tief abgesunken sein wird.

Daniel Fischer

ESA Pressemitteilung mit allen ERO-Bildern: www.spacetelescope.org/news/html/heic0910.html

»Abfallprodukt« einer Asteroidenjagd: die Catalina Real-Time Transient Survey

Sie hat in den letzten Jahren 70% aller neuen erdnahen Objekte des Sonnensystems (NEOs) entdeckt, aber der Catalina Sky Survey mit einem 680mm-Schmidt-Teleskop in Arizona gehen bei der allnächtlichen Suche auch zahlreiche schnell in der Helligkeit veränderliche Objekte am stellaren Himmel ins Netz: Allein in den vergangenen 17 Monaten waren es schon über 700 solcher »optischen Transients«, dazu 177 Supernovae. Die Datenflut auch zweier anderer Teleskope wird nun systematisch der ganzen Welt zugänglich gemacht: Nur Minuten nach der Detektion erscheint bereits ein Hinweis auf einer Webseite, und auch Terabytes an Daten vergangener Jahre sollen verfügbar werden. Noch ist diese Catalina Real-Time Transient Survey die einzige derartige »synoptische« und öffentliche permanente Himmelsdurchmusterung. Daniel Fischer

University of Arizona Mitteilung: uanews.org/node/26922

Gibt es ab 2015 überhaupt keine Sonnenflecken mehr?

Die These ist gewagt, angesichts von nur 17 Jahren ausreichend präziser Messungen, aber der Trend ist schon verblüffend: Seit 1992 nimmt die Magtnetfeldstärke in den Sonnenflecken monoton ab, von anfangs rund 3000 auf jetzt nur noch etwa 2200 Gauss. Falls sich dahinter nicht eine Periodizität von ein paar Jahrzehnten verbirgt und es mit dem kommenden Maximum bald wieder aufwärts geht, dann wird die Feldstärke Mitte des kommenden Jahrzehnts auf nur noch 1500 Gauss gefallen sein und die sind mindestens erforderlich, damit sich überhaupt Sonnenflecken ausbilden können. Die nächsten Jahre werden spannend Daniel Fischer

Science@NASA: science.nasa.gov/headlines/y2009/03sep_sunspots.htm

6,5m-Spiegel für Teleskop in Mexiko gegossen

Angesichts kommender optischer Großteleskope der 20m- bis 40m-Klasse kann man leicht übersehen, dass auch weiterhin Instrumente mit »nur« 6,5 Metern Durchmesser in Arbeit sind: So wurde am 26. August im Steward Observatory Mirror Lab in Arizona im bewährten rotierenden Ofen der Hauptspiegel für ein neues Teleskop gegossen, das bis 2017 in Mexiko auf der Baja California entstehen soll. Seine Aufgabe ist SASIR, die Synoptic All-Sky Infrared Imaging Survey, was das Teleskop zum größten speziell für die Infrarotastronomie machen soll. Allerdings ist erst ein kleiner Teil der benötigten 200 Mio. US-Dollar gefunden. Daniel Fischer

Berkeley Pressemitteilung: www.berkeley.edu/news/media/releases/2009/08/26_sasir.shtml
Updates vom Spiegel: sasircasting.blogspot.com/
Das Steward Observatory Mirror Lab: mirrorlab.as.arizona.edu
Nachrichten aus der Astro-Szene
Terminkalender vom 11.9.—25.9.2009
12.9. 3. Schweizer Astronomietag, Kantonsschule Zug www.astronomietag.ch
13.18.9. European Planetary Science Congress 2009, OA2 Contribution from Amateur Astronomers to Planetary Exploration, Kongresshotel Potsdam am Templiner See meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2009/session/1758
17.19.9. 8. Teleskoptreffen »Mirasteilas«, Falera José De Queiroz, 0041/81/9212555, teleskoptreffen@mirasteilas.net, www.mirasteilas.net
17.20.9. 10. Herzberger Teleskoptreffen (HTT), Sportlerheim Jeßnigk bei Herzberg (Elster) AstroTeam Elbe-Elster Ralf Hofner, Walther-Rathenau-Str. 4b, D-04895 Falkenberg, 0176/22837911, anfrage@herzberger-teleskoptreffen.de, www.herzberger-teleskoptreffen.de/aktuell.php
17.20.9. 12. Bayrisches Teleskoptreffen (BTM), Osterberg bei Pfünz Uli Zehndbauer, ullomat@web.de, www.beobachterforum.de
17.20.9. 25. Internationales Teleskoptreffen (ITT), Emberger Alm Gerhard Riedl, 0043-4712-796, riedl.gerhard@chello.at, www.embergeralm.info/stella/
18.9. 8. Hofer Teleskoptreffen, Sternwarte Hof Sebastian Wolfrum, Sternwarte Hof, Egerländer Weg 25, D-95032 Hof, 09281/95278, info@sternwarte-hof.de, www.sternwarte-hof.de
18.20.9. 3. Ravensburger Teleskoptreffen (RATT), Horgenzell bei Ravensburg Carsten Przygoda, Finkenweg 25, D-88339 Bad Waldsee, carsten@ratt-rv.de, www.ratt-rv.de
18.20.9. 9. Almberg-Teleskoptreffen (ATM), Mitterfirmiansreuth www.almberg-treffen.de
18.20.9. 9. Internationales Heide Teleskoptreffen (IHT), Reinsehlen, Lüneburger Heide Nils Kloth, 0173/5178429, IHT@astrogarten.de, www.astrogarten.de
25.27.9. 17. Österreichischer CCD-Workshop, Mariazell/St. Sebastian astroteam.mariazell@gmx.net, ccdeder.freewebspace.com

4. Astronomie-Messe AME am 26. September

Die größte astronomische Messe Süddeutschlands wirft ihre Schatten voraus. 82 Aussteller haben sich angemeldet, darunter auch immer mehr aus dem Ausland.

Den Veranstaltern ist es erneut gelungen ein interessantes Rahmenprogramm zu organisieren. Traditionsgemäß eröffnet Stefan Seip die Vortragsreihe mit dem Thema: »Himmelsfotografie mit der digitalen Spiegelreflexkamera Die schönsten Motive bei Tag und Nacht« Anschließend referiert Siegfried Haberer: »Auf Meteoritensuche in den Wüsten der Welt«. Prof. Dr. H.-U. Keller feiert 100 Jahre Himmelsjahr. Sein Vortrag steht unter dem Motto: »1910 2010: Hundert Jahre Himmelsjahr hundert Jahre Astronomie« Anschließend erstellt Dr. Geffert ein erstes Fazit vom Jahr der Astronomie: »Das Internationale Jahr der Astronomie 2009 Hintergründe Veranstaltungen Chancen.« Die abschließende Multivisions-Show von Gernot Meiser ist dem TWAN-Projekt gewidmet: »The World At Night.«

Rund um die AME finden am Freitag und Samstag weitere Veranstaltungen statt. Jeweils ab 18 Uhr findet in Deisslingen im Hotel Hirt ein Sonnenfinsternis-Treffen statt. An der Sternwarte Zollern-Alb können sich Sternfreunde ab 20 Uhr zu einem Sternfreunde-Treffen einfinden. Es werden Führungen angeboten (80cm Cassegrain), zudem besteht die Möglichkeit, eigene Instrumente vor der Sternwarte aufzubauen.

Ronald Stoyan

Astronomiemesse AME: www.astro-messe.de
Zollern-Alb-Sternwarte: www.sternwarte-zollern-alb.de/

Jubiläums-Teleskoptreffen im Osten ruft

Es ist die größte regelmäßige amateurastronomische Veranstaltung Ostdeutschlands: Das Herzberger Teleskoptreffen (HTT) findet vom 17. bis 20. September bereits zum zehnten Mal statt. Der Standort liegt im südbrandenburgischen Nirgendwo zwischen Berlin, Dresden und Leipzig und ist abgelegen genug und dennoch gut erreichbar auch für von weiter her anreisende Sternfreunde. Diese finden regelmäßig den Weg auf das HTT nicht nur aus Westdeutschland, sondern auch den östlichen Nachbarländern Polen und Tschechien.

Zum 10. Jubiläum haben sich die Organisatoren der Sternfreunde Elbe-Elster um Ralf Hofner einiges einfallen lassen: Am Freitag Abend um 18 Uhr hält der Potsdamer Fachastronom Prof. Steinmetz einen Vortrag zum Thema »Das Fernrohr eine kosmische Zeitmaschine«. Am Samstag gibt es einen musikalischen Frühschoppen, nachmittags bieten bekannte Sternfreunde wie Uwe Pilz, Thomas Heising und Martin Fiedler Workshops zu verschiedenen Themen an. Um 19 Uhr gibt es schließlich eine Festveranstaltung zum 10-jährigen Jubiläum.

Neben der astronomischen Beobachtung selbst u.a. wieder möglich am größten Dobson-Teleskop Deutschlands mit 1,07m Öffnung wird es zum ersten Mal auch eine Prämierung von Selbstbauten geben. Auch das schönste Astrofoto und die schönste Astrozeichnung, die auf dem HTT entstanden sind, sollen prämiert werden.

Ronald Stoyan

 
 
10. Herzberger Teleskoptreffen: www.herzberger-teleskoptreffen.de

Baader Herschelprisma

Zur astronomischen Beobachtung der Sonne muss deren enorme Lichtfülle und Energieeinstrahlung auf ein für das Auge gefahrloses Maß reduziert werden. Neben dem Einsatz von bedampften Objektivfiltern aus Glas oder Folie kann bei Verwendung von Refraktoren ein Großteil der Energie auch okularseitig aus dem Strahlengang gelenkt werden. Dazu eignet sich ein Herschelprisma, dessen Konstruktion das Reflexionsgesetz und die Brechung des Lichtes nutzt. Durch die 45°-Stellung der ersten Glas/Luft-Fläche werden ca. 4% des Sonnenlichtes zum Okular reflektiert. Die restlichen ca. 96% werden durch Brechung in den Glaskeil gelenkt (der Winkel und damit die Keilform des Prismas hängen vom Brechungsindex des verwendeten Glases ab), treten rückseitig wieder aus und bilden außerhalb einen Brennpunkt in der Luft. Selbst weit hinter diesem Brennpunkt ist die Lichtkonzentration noch so hell, dass entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden müssen, damit kein unerfahrener Beobachter versehentlich in den Lichtstrahl blickt. Gerade bei öffentlichen Beobachtungen auf Vereinssternwarten oder in Schulen kommt diesem Sicherheitsaspekt eine besondere Bedeutung zu.

An diesem Punkt setzt die Neuentwicklung von Baader-Planetarium an. Das Sicherheits-Herschelprisma verwendet als Abschluss der Lichtfalle eine Spezialkeramik, die die Strahlungswärme aufnimmt, ohne die Umgebung stark zu erhitzen. Gleichzeitig wirkt diese Keramikplatte als Sichtschirm für das Sonnenlichtbündel, so dass das Prisma auch als Sonnensucher wirkt und das Positionieren des Sonnenbildes in die Gesichtsfeldmitte des Teleskops besonders einfach von statten gehen soll. Okularseitig ist das Prisma mit dem bekannten ClickLock-System ausgestattet, das eine schnelle und sichere Okularklemmung garantiert. Vor die Okularklemmung ist ein Gewindering zur Aufnahme von 2"-Filtern integriert. In der visuellen Ausführung des Herschelprismas ist ein Graufilter (D=3) vormontiert, das eine Dämpfung des noch zu hellen Sonnenbildes bewirkt. Im Lieferumfang ist auch ein Baader Solar-Continuum Filter enthalten, das nur einen eng begrenzten Spektralbereich um 540nm passieren lässt und laut Hersteller eine besonders kontrastreiche Sonnenbeobachtung ermöglicht. In der photographischen Version sind dem Herschelprisma vier Graufilter der Dichte 0,6/0,9/1,8/3,0 sowie das Solar-Continuum Filter beigelegt. Zur stufenlosen Einstellung der Bildhelligkeit wird vom Hersteller ein optional erhältliches Polarisationsfilter empfohlen. Das Prisma ist zum Preis von 375€ (visuell) bzw. 425€ (photographisch) erhältlich. Bis zum 31.10.2009 gilt ein Einführungspreis von 335€ bzw. 385€.

Frank Gasparini

Produktseite bei Baader Planetarium: www.baader-planetarium.de/sektion/s37/s37.htm

Zwei kalifornische Sternwarten überstehen den schweren Waldbrand

Erst war die berühmte historische und auch heute noch genutzte Sternwarte auf dem Mount Wilson in höchster Gefahr, dann schien es um die benachbarte Amateursternwarte Stony Ridge Observatory geschehen zu sein: Der nach wie vor in der Nähe von Los Angeles tobende Waldbrand »Station Fire« hält auch die Astronomen Südkaliforniens in Atem. Energische Maßnahmen der Feuerwehr Bekämpfung aus der Luft, brandhemmende Chemie und Gegenfeuer konnten das Mt. Wilson Observatory retten, während Stony Ridge zwar von den Flammen erreicht wurde, diese aber vermutlich nur eine Außentoilette zerstören konnten. Daniel Fischer

Updates vom Mount Wilson: www.mtwilson.edu/fire.php
Updates von Stony Ridge: stony-ridge.org/StationFire.html
Eine Webcam auf dem Mt. Wilson: www.astro.ucla.edu/~obs/towercam.htm

Meilensteine für Entdecker: Boles' 125. Supernova und McNaughts 50. Komet

Kurz nacheinander haben ein britischer Amateur- und ein schottisch-australischer Profiastronom (und früherer Amateur) Meilensteine bei ihren kosmischen Entdeckungen erreicht. Der Brite Tom Boles hat jetzt 125 Supernovae entdeckt, bei einer ganz von ihm allein und erst seit 1996 betriebenen CCD-Suche im eigenen Garten: Damit liegt er als Einzelentdecker bereits an der Spitze; selbst der Profiastronom Fritz Zwicky kam (mit klassischer Fotografie) »nur« auf 121. Unterdessen hat Rob McNaught den 50. Kometen entdeckt, der seinen Namen trägt, 38 davon sind Solo-Funde. Die meisten Entdeckungen machte er im Rahmen professioneller Suchprogramme, die erste 1987 allerdings noch als Amateurastronom. Daniel Fischer

Boles' 125 Supernovae: news.skymania.com/2009/09/champagne-supernova-toms-new-record.html
McNaughts 50 Kometen: www.skyandtelescope.com/news/home/57664027.html
Artikel zu Boles' 100. SN: www.oculum.de/newsletter/astro/000/10/4/14.98ghk.htm#5

Gleich fünf Amateure für Kometenentdeckungen ausgezeichnet

Zum elften Mal in Folge sind jetzt Edgar Wilson Awards Amateurastronomen zuerkannt worden, die in den vergangenen 12 Monaten mit eigenen Mitteln (also nicht den SOHO- und STEREO-Satelliten) Kometen entdeckten: Diesmal gibt es gleich fünf Geehrte, aus 5 verschiedenen Ländern, womit die Gesamtzahl der Preise 43 erreicht. Trotz mehrerer intensiver automatischer Himmelsdurchmusterungen bleiben also Amateure als Kometenjäger wichtig, wobei sich die Methoden allerdings einander nähern: Erstmals gingen sämtliche Preise an CCD-Entdeckungen, während in den ersten Jahren visuelle Entdeckungen noch bei weitem dominiert hatten. Daniel Fischer

CfA Pressemitteilung: www.cfa.harvard.edu/news/2009/pr200919.html
TV-Hinweise (von Manfred Holl)
12.9. 8:05, DiscovCh Ein großer Schritt für die Menschheit: Die großen Missionen der NASA (50 min.)
13.9. 20:00, BR-alpha Alpha Centauri: Gibt es Schnaps im Universum? (15 min.)
22:05, N 24 Fünf Jahre auf dem Mars (55 min.), Wdh.: 14.9.: 1:00, 16:05
15.9. 10:00, HR 3 Gute Frage nächste Frage (19): u.a.: Mondfinsternis (5 min.)
15:00, HistoryCh Geheimnisse des Universums: Asteroide und Kometen (60 min.), Wdh.: 16.9.: 3:00, 9:00
16.9. 22:45, BR-alpha Alpha Centauri: Haben wir den Planeten Merkur vergessen? (15 min.), Wdh.: 17.9.: 1:45, 8:15, 20.9.: 20:00
18.9. 0:45, Phoenix Katastrophen der Raumfahrt (45 min.)
1:30, Phoenix Wilde Gesellen im Sonnensystem (45 min.)
2:15, Phoenix Odyssee ins All (1/3): Der Ursprung des Lebens (45 min.)
3:00, Phoenix Odyssee ins All (2/3): Oasen im Universum (45 min.)
3:45, Phoenix Odyssee ins All (3/3): Marsmenschen (45 min.)
4:30, Phoenix Helden im All: Der steinige Weg zu den Sternen (45 min.)
5:15, Phoenix Mission 2018 Odyssee zum Mars (45 min.)
6:00, Phoenix Auf zur Kometenjagd (45 min.)
6:45, Phoenix Die ersten Raumfahrer (45 min.)
22:05, N 24 Am Rande des Universums (55 min.), Wdh.: 19.9.: 18:05
19.9. 6:30, SWR 3 Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Planet aus Sternenstaub De Laplace und die Entstehung der Erde (15 min.), Wdh.: 21.9.: 9:45
20.9. 6:00, SWR 3 Great Moments Science and Technology: Nicolaus Copernicus and Heliocentricity (15 min.)
6:15, SWR 3 Great Moments Science and Technology: Tycho Brahe, Johannes Kepler and Planetary Motion (15 min.)
13:05, N 24 Der Mond (55 min.), Wdh.: 21.9.: 4:30
21.9. 4:20, Phoenix Entscheidung Längengrad (40 min.)
22.9. 0:30, ZDF info Zukunft im All: Von der Raumstation zum Mars (45 min.)
9:45, HR 3 Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Die Kraft die keine ist Gaspard de Coriolis und die Ablenkung der Massen (15 min.)
21:00, HistoryCh Geheimnisse des Universums: Kosmische Strahlung (60 min.), Wdh.: 23.9.: 3:00, 9:00, 15:00
23.9. 9:45, HR 3 Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Die Entstehung der Kontinente Alfred Wegener und die Plattentektonik (15 min.)
21:00, HistoryCh Der Urknall - Entstehung des Universums (90 min.), Wdh.: 24.9.: 3:00, 9:00, 15:00
22:45, BR-alpha Alpha Centauri: Was ist ein Nordlicht? (15 min.), Wdh.: 1:45, 8:15
24.9. 8:10, arte x:enius: Astronomie Was lebt noch in diesem Universum? (30 min.), Wdh.: 16:45
9:45, HR 3 Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Die Erde bebt Emil Wiechert und der Seismograph (15 min.)
15:00, WDR Planet Wissen: Geschichte der Astronomie Von Planetenbahnen, Sternennebeln und Dunkler Energie (60 min.), Wdh.: SWR: 14:15, RBB: 15:00, Eins Plus: 17:45, BR-alpha: 21:45, 25.9.: SWR: 5:00, WDR: 8:20, BR: 12:30
25.9. 9:45, HR 3 Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik: Von Pol zu Pol (15 min.)
Mitteilungen der Redaktion

NEU: Fern-Seher

Darauf haben nicht nur viele Sternfreunde jahrelang gewartet: Endlich gibt es einen kompetenten Ratgeber zur Technik, Auswahl und Anwendung eines Fernglases. »Fern-Seher« widmet sich auf 192 Seiten ausführlich der Optik und Mechanik von Feldstechern, erklärt Fachbegriffe und gibt Tipps zur Justage, Reparatur und Pflege. Viel Platz wird Zubehör wie Montierungen und Stativen eingeräumt. Checklisten zeigen, auf was man beim Kauf achten sollte.

Hobby-Astronomen werden vor allem den Beobachtungsteil interessiert aufnehmen, der Beobachtungshinweise zu zahlreichen Deep-Sky-Objekten gibt inklusive realitätsnaher Abbildungen, die die Objekte so zeigen, wie sie in einem Fernglas erscheinen. Dieses Buch ist ein Muss für alle astronomischen und nicht-astronomischen Fernglas-Freunde!

 
 
Fern-Seher: www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=40
Inhaltsverzeichnis: http://www.oculum.de/oculum/download/fernseher-inhalt.pdf
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