Ausgabe 92
28. August 2009
Aktuelle Ereignisse
Wichtige Astronomische Ereignisse vom 28.8.—11.9.2009
30.8. 20:00:00 MESZ Goldener Henkel (Mond-Jura) zu sehen
2.9. 20:42:00 MESZ Mond bei Jupiter, Mond 1° 59' nördlich
4.9. 18:02:41 MESZ Vollmond
4.9. — Erde kreuzt Ringebene des Saturn
5.9. 21:01:47 MESZ Mond bedeckt λ Psc 4 ,m6
Zeiten bezogen auf die Mitte des deutschen Sprachraums (Nürnberg).

Spektakuläre Mondereignisse auf Jupiter dokumentiert

Der spektakuläre doppelte Schattenvorübergang auf Jupiter am 20.8. [Jan de Lignie]
Detailaufnahme des doppelten Mondschattens vom 20.8. [Karl Thurner]
Das Video zeigt die Verfinsterung von Io durch Ganymed am 16.8. [Bernd Gährken]

Wie in der letzten Ausgabe angekündigt, kam es am 20.8. zu einem seltenen doppelten Mondschattenvorübergang auf Jupiter: Zunächst begann Ganymed mit seinem Durchgang, dann folgte sein Schatten. Europa und ihr Schatten folgten erst später. Zahlreiche Leser konnten diese Ereignisse sehen, darunter auch der Autor bei einem Beobachtungsausflug in den Alpen parallel an einem 18"-Newton und 60mm-Refraktor. Das Mondscheibchen von Ganymed erschien dabei dunkel vor den Jupiterwolken und war auch im Refraktor sichtbar, während Europa auch im großen Spiegelteleskop nur schwierig zu sehen war.

Zusätzlich zu den »normalen« Ereignissen der Jupitermonde lassen sich gegenwärtig auch gegenseitige Ereignisse der Galileischen Monde beobachten, also Bedeckungen untereinander oder Schattenwürfe von einem auf die Oberfläche eines anderen. Lichtkurven solcher Ereignisse gibt es schon eine Menge, Bilder und gar Filme, die die Monde als klare Scheibchen aufgelöst zeigen, sind hingegen rar. Am 16. August jedoch sind gleich zwei bemerkenswerte Sequenzen entstanden: Bernd Gährken filmte mit dem 80cm-Spiegel der VSW München eine partielle Ganymedfinsternis durch Io — und 17 Stunden später verfolgte Christopher Go auf den Philippinen eine zentralere Wiederholung des Schauspiels, diesmal gefolgt von einem partiellen Io-Transit vor Ganymed. Sogar ein paar Details auf den Oberflächen der beiden Monde sind zu erkennen.

Ronald Stoyan und Daniel Fischer

Gährkens Film: www.astrode.de/jumeall.htm
Gos Film: www.skyandtelescope.com/community/skyblog/observingblog/53682157.html
Alle gegenseitigen Ereignisse: www.imcce.fr/fr/presentation/equipes/GAP/travaux/phemu09/index_en.html

Opposition von (433) Eros am 1. September

Am 13.Aug.1898 entdeckte Gustav Witt in Berlin den ersten Kleinplaneten, dessen Bahn zumindest teilweise innerhalb der Marsbahn verläuft und der daher der Erde relativ nahe kommen kann: (433) Eros wird heute zu den »Amor-Asteroiden« gezählt. Er umrundet die Sonne in 1,76 Jahren auf einer elliptischen Bahn mit einer Sonnennähe von 1,13 Astronomischen Einheiten (AE) und einer Sonnenferne von 1,78 AE. Am 1. September erreicht (433) Eros wieder eine Opposition zur Sonne und ist die ganze Nacht sichtbar: Der Kleinplanet kommt uns diesmal nicht besonders nahe, 0,689 AE = 103 Millionen Kilometer trennen uns von ihm. Er erreicht eine Helligkeit von 11 ,m9 — in einem mittleren Fernrohr ist er visuell gut zu sehen und nach mehreren Minuten ist auch seine Bewegung unter den Sternen wahrnehmbar. Mit einem Teleobjektiv lässt sich Eros leicht fotografieren; auf zwei Fotos mit einem Zeitabstand von einer Viertelstunde oder mehr ist der Kleinplanet gut zu »entdecken«. Durch seine unregelmässige Gestalt — die Raumsonde NEAR/Shoemaker lieferte gute Fotos — zeigt Eros einen ausgeprägten Lichtwechsel durch seine Rotation. Vom 28.8. bis zum 11.9.2009 zieht Eros durch das Sternbild Pegasus — θ Pegasi kann gut zum Aufsuchen benutzt werden. Wolfgang Vollmann

Ephemeride: www.cfa.harvard.edu/iau/MPEph/MPEph.html
Meldungen aus der Forschung

Stürme auf dem Saturnmond Titan

Ein plötzlich im April 2008 in der Nähe des Äquators Titans ausgebrochener Sturm — beobachtet von Teleskopen auf der Erde als gewaltige helle Wolken — wirft ein neues Licht auf das Klimageschehen des Saturnmondes: Nach Jahren der Ruhe können binnen eines Tages gewaltige Methanwolken in seiner Troposphäre erscheinen, die auch in größerer Entfernung weitere Wolkenbildung auslösen. Und bevor sie nach Wochen wieder verschwinden, regnet es aus ihnen: Das wiederum dürfte die Erklärung für die Auswaschungen sein, die die ESA-Sonde Huygens 2005 in den normalerweise trockenen Tropen Titans vorfand. Zweimal schon waren von der Erde aus plötzliche Wolkenbildungen auf Titan beobachtet worden, 1995 und 2004, und in Erwartung weiteren Wettergeschehens hatten Astronomen am Caltech eine tägliche Überwachung Titans eingerichtet: zuerst mit einem Celestron 14, dann mit dem NASA-IR-Teleskop IRTF auf Hawaii, das zwar keine besonders scharfen Bilder liefert, aber allemal in der Lage ist, das plötzliche Auftreten von Wolken zu erkennen. Jahrelang geschah nichts mehr — aber ausgerechnet an dem Tag, als eine Doktorandin ihre Dissertation abgab, in der sie eben diese Ruhe auf Titan erklären konnte, begann der bisher größte beobachtete Sturmausbruch, den dank Absprachen das nördliche Gemini-Teleskop mit Adaptiver Optik bestens verfolgen konnte (vgl. Abb.). Bald nach dem Erscheinen der ersten großen Wolke — über deren Auslöser nur spekuliert werden kann: eine lokale Methanfreisetzung auf der Titanoberfläche vielleicht — tauchten auch an anderen Stellen Wolken auf, wohl ausgelöst durch einen globalen Welleneffekt, der »atmosphärische Telekonnektion« genannt wird. Als der Cassini-Orbiter das nächste Mal am Titan vorbeiflog, war die Show schon wieder vorbei, das Wissen um erstaunliche Wetterphänomene im Sonnensystem aber wieder größer.

Daniel Fischer

Caltech Pressemitteilung: media.caltech.edu/press_releases/13282
Gemini Pressemitteilung: www.gemini.edu/node/11305
Hintergründe: www.mikebrownsplanets.com/2009/08/long-road-to-titan-storm.html

Planet im Rückwärtsgang

Bei 15 Exoplaneten ist es bisher gelungen, die räumliche Lage ihrer Umlaufbahnen relativ zur Drehrichtung ihrer Sterne zu bestimmen oder zumindest abzuschätzen — und in nicht weniger als fünf Fällen gibt es erhebliche Abweichungen, d.h. die Rotationsachse des Sterns steht nicht senkrecht auf der Bahnebene.

So verrät sich der »Rückwärtsgang« des Planeten WASP-17b: als charakteristische Zacke in (nach Phase aufgetragenen) Radialgeschwindigkeitsmessungen seines Sterns, während der Planet vor dessen Scheibchen vorbeizieht. Ein ausgeprägter Rossiter-McLaughlin-Effekt ist zu sehen, der bei einer Bahnneigung des Planeten von knapp 150° gegen die Rotationsrichtung des Sterns die beste Übereinstimmung liefert (dicke Kurve). Eine polare Umlaufbahn oder eine in Rotationsrichtung würden sich bei solchen Messungen völlig anders bemerkbar machen (strichpunktierte bzw. gestrichelte Kurven). [Anderson et al.]

Lagen die Winkel zwischen Achse und Bahnsenkrechter bei den ersten Fällen noch bei 30° bis 60°, so sind nun fast gleichzeitig zwei Exoplaneten bekannt geworden, bei denen dieser Winkel 90° erreicht oder übertrifft, d.h. sie laufen gegen die Drehrichtung des Sterns. Erstaunlich genug ist eigentlich schon, dass man überhaupt zu solchen Aussagen kommen kann: Dies gelingt nur bei Exoplaneten, die von der Erde aus gesehen vor ihren Sternen herziehen. Dabei bedecken sie zu Beginn und Ende solch eines Durchgangs andere Teile des Sternscheibchens. Die Rotation des Sterns selbst führt dazu, dass Licht von der Seite, die sich auf uns zu bewegt, ein kleines bisschen blauverschoben ist und auf der anderen Seite rotverschoben, so dass es in der Radialgeschwindigkeitskurve des Sterns während des Planetendurchgangs zu charakteristischen Zacken kommt, dem Rossiter-McLaughlin- oder RM-Effekt. Das Muster hängt empfindlich davon ab, in welchem Winkel der Planet relativ zur Rotationsrichtung unterwegs ist. Und obwohl es bei dem Exoplaneten WASP-17b bisher überhaupt nur drei Radialgeschwindigkeitsmessungen während seiner Transits gibt (Grafik), scheint die Interpretation doch schon jetzt eindeutig zu sein: Nur eine Bahnneigung von 147° bis 149° kann dieses Muster erklären!

WASP-17b ist ein klassischer »heißer Jupiter« mit 3,7 Tagen Umlaufszeit: Alle derartigen Planeten sind nach heutiger Meinung in viel größerem Sternabstand entstanden und später durch Drehimpulsaustausch mit Resten der zirkumstellaren Scheibe nahe an den Stern herangewandert. Dabei bleibt aber die Bahnneigung unverändert, so dass andere Prozesse eine Rolle spielen müssen: Die wahrscheinlichste Erklärung sind relativ heftige gravitative Wechselwirkungen mit einem anderen Planeten. Hinweise auf einen zweiten Planeten gibt es bei WASP-17 nicht, was aber nicht gegen die Erklärung spricht: In Computersimulation solcher Begnungen wird häufig (mindestens) einer der Planeten aus dem System gekickt. Eine gewalttätige Vergangenheit könnte auch eine andere Eigenart von WASP-17b erklären: Bei nur 1,6 Saturnmassen hat er nämlich den 1,5- bis 2-fachen Jupiterdurchmesser und damit nur 6% bis 14% von Jupiters Dichte! Das ist wahrscheinlich ein neuer Rekord für einen »aufgeplusterten« Exoplaneten, dem etwas eine Menge innere Extrahitze zugeführt haben muss. Und die Gezeitenkräfte, die während der Zirkularisierung eines anfangs exzentrischen Orbits — Folge der dramatischen Bahnveränderung — auftreten, wären dafür eine gute Erklärung. Auch der Exoplanet HAT-P-7, gerade noch durch Beobachtungen des Kepler-Satelliten in den Schlagzeilen, scheint eine große Bahnneigung zu besitzen, wobei hier die Interpretation der Messungen durch zwei unabhängige Gruppen noch widersprüchlich ist (eine kommt auf mindestens 86°, die andere auf 130° Neigung). Eine Messreihe deutet dabei interessanterweise auch auf einen zweiten Planeten im System hin, der beim Kippen der Bahn des ersten vielleicht eine Rolle spielte. Und der Anteil gekippter Bahnen unter allen gemessen von etwa einem Drittel könnte bedeuten, dass so etwas schon fast die Regel ist.

Daniel Fischer

Forschungsarbeit zu WASP-17b: arxiv.org/abs/0908.1553
Zu HAT-P-7: oklo.org/2009/08/18/retrograde
Zum RM-Effekt: exoplanetology.blogspot.com/2009/08/how-to-know-exoplanets-direction-of.html

»Super-Planetarische Nebel« in den Magellanschen Wolken

Überraschend starke Radiostrahlung von 15 ansonsten unverdächtigen und scheinbar typischen Planetarischen Nebeln in den Magellanschen Wolken — 11 in der LMC, 4 in der SMC — hat nun zum dem Schluss geführt, dass es sich um eine besondere (Unter-)Klasse dieser Nebel um untergegangene Sterne handeln dürfte.

Die genaue Physik hinter der starken Radioemission ist noch unklar, aber ein Zusammenhang mit besonders großem Massenverlust der Vorgängersterne liegt nahe — und damit könnten die »Super-Planetarische Nebel« getauften Überreste eine Lücke im Inventar der Sternhinterlassenschaften im Kosmos schließen. Die Massen der in gewöhnlichen Planetarischen Nebeln zurückgebliebenen Weißen Zwerge liegen nämlich bei nur 0,3 bis 0,6 Sonnenmassen, während noch Sterne bis 8 Sonnenmassen ein solches Ende finden sollten; erst bei noch größerer Masse sollte es zu einer Supernova-Explosion kommen. Dabei bleibt dann ein Neutronenstern zurück, umgeben von einem Supernovarest — und die Eigenschaften der radiohellen Planetarischen Nebel in den Magellanschen Wolken nähern sich bereits denen kleiner Supernovareste.

In diesen Nebeln stecken offenbar mehrere Sonnenmassen Gas, was ebenfalls klar auf deutlich massereichere Vorgängersterne als bei gewöhnlichen Planetarischen Nebeln hinweist. Optisch beeindrucken können die Super-Planetarischen Nebel trotz ihres Namens nicht, mit Durchmessern zwischen 0,3" und 4", aber für große Radiointerferometer auf der Südhalbkugel, namentlich den australischen ATCA, sind sie ideale Beobachtungsobjekte — und erst recht für das Rieseninterferometer Square Kilometer Array, das in Autralien und Neuseeland oder dem südlichen Afrika stehen wird.

Daniel Fischer

Original-Veröffentlichung: arxiv.org/abs/0906.4588
RAS-Pressemitteilung: www.ras.org.uk/index.php?option=com_content&task=view&id=1651&Itemid=2

Sonne und Erde: Nicht die erste Wahl für Leben

Bei der systematischen Untersuchung von Sternen, die der Sonne in unterschiedlichen Entwicklungsstadien ähneln, zeichnet sich ab, dass ein K- statt eines G-Sterns dank längerer Lebenserwartung von 20 bis 40 Mrd. Jahren eigentlich lebensfreundlichere Bedingungen bieten sollte. Dutzende von Jahrmilliarden bleiben ihre bewohnbaren Zonen im selben Sternabstand, und zehnmal häufiger als die Sonne sind solche orangen Zwerge auch noch. Auch an der Erde haben die Forscher des »Sun in Time«-Programms etwas auszusetzen: Mit einer 2- bis 3-mal höheren Masse könnte sie ihre Atmosphäre besser halten und hätte auch ein stärkeres Magnetfeld. Nun hat es aber trotz nicht optimaler Bedingungen mit der Entstehung und Ausbreitung des Lebens geklappt: Vielleicht steckt darin die Erkenntnis, dass der Kosmos insgesamt recht lebensfreundlich ist? Daniel Fischer

IAU-Pressemitteilung: www.iau.org/public_press/news/detail/iau0916
Nachrichten aus der Astro-Szene
Terminkalender vom 28.8.—11.9.2009
27.8.—30.8. Teleskoptreffen am Selenter See, Pülsen Raffael Benner, www.teleskoptreffen.info
29.8. NAA-Starparty, Segelflugplatz Lillinghof www.naa.net/starparty/
4.9.—6.9. The Fifth International Congress for Radio Astronomy, Fachhochschule Heidelberg European Radio Astronomy Club und The SETI League, Peter Wright, Ziethenstr. 97, 68259 Mannheim, 0621/794597, erachq@aol.com, www.eracnet.org/congress

Televue: Ethos 21mm angekündigt

Ethos die Sechste! Die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte stammt zwar nicht aus Hollywood, sondern aus Chester im Bundesstaat New York, dennoch können Sternfreunde dabei ins Träumen geraten, versprechen die Ethos-Okulare bisher unerreichten Weitwinkelgenuss beim Beobachten.

Zum Dezember 2009 hat die Optikschmiede nun das nächste Ethos-Okular mit 21mm Brennweite bei 100° Eigengesichtsfeld angekündigt. Es stammt von Televue-Optikdesigner Paul Dellechiaie, der auch schon für die Entwicklung der Vorgängerokulare verantwortlich zeichnete. Das Okular weist eine 2"-Steckhülse auf und stößt mit seinen optischen Eigenschaften an die Grenze dieser Gehäusegröße: Der Feldblendendurchmesser beträgt 36,2mm (zum Vergleich: 35mm-Panoptic 38,7mm, 31mm-Nagler 42mm), trotz des großen Gesichtsfeldes soll laut Televue auch bei dieser Brennweite keine signifikante Vignettierung am Gesichtsfeldrand auftreten. Das Okular ist homofokal mit dem 31mm-Nagler Typ5 und benötigt daher ca. 12mm intrafokalen Fokusweg.

Nach Herstellerangaben sind dank moderner Vergütungstechniken und aufwendiger interner Blendenanordnungen die Kontrast- und Transmissionsleistungen maximiert. Der Augenabstand beträgt 15mm, das Okular ist kompatibel zu den Dioptrx-Korrekturlinsen. Das Gewicht wird mit 1020g angegeben, ein Verkaufspreis wird aktuell noch nicht genannt.

Frank Gasparini

Ethos 21mm: www.televue.com/engine/page.asp?ID=311#E21

Füssener Astrostuhl magnum

Nachdem die Firma Intercon Spacetec (ICS) bereits zur Astronomiemesse ATT 2009 den Füssener Astrostuhl präsentiert hat, wurde kürzlich nun die Magnum-Version dieser Beobachtungshilfe vorgestellt.

Gegenüber der normalen Version weist dieser neue Stuhl noch drei höhere Steckplätze für die Sitzfläche auf. Zudem ist die Fußstütze genauso groß wie die Sitzfläche (30cm × 25 cm) und kann deshalb auch bequem als Trittstufe benutzt werden, um die oberen Sitzpositionen zu erreichen. In der höchsten Position (ca. 113cm Sitzhöhe) lässt sich laut Hersteller eine Einblickhöhe von ca. 190cm erzielen, was auch für die meisten größeren Dobsons reicht. Identisch zum ersten Modell sind die weit ausklappbaren, hinteren Standfüße, die erhebliche Bodenunebenheiten ausgleichen können und einen stabilen und kippsicheren Stand garantieren, eine Standsicherung verhindert das versehentliche Einklappen der Füße. Das Gewicht beträgt 10kg, die Transportmaße sind 124cm × 68cm × 5cm, als Preis werden 219€ genannt.

Frank Gasparini

Füssener Astrostuhl: www.intercon-spacetec.de/produkte/produkthersteller/produktkategorie/fuessener_sternfreunde/
produkt/astro_stuhl_magnum/

Blitzschlag legt Sternwartenpräsenz lahm

Wer im Internet Anfang August die Seite des österreichischen Observatoriums Kanzelhöhe für Sonnen- und Umweltforschung aufrief, sah sich enttäuscht: Die Sternwarte, die vor allem wegen ihrer umfänglichen täglichen Datensammlungen und Zeichnungen zur Sonnenaktivität in verschiedenen Wellenlängenbereichen auch in Amateurkreisen einen sehr guten Ruf besitzt, war per Internet nicht erreichbar. Was war passiert?

Am 30. Juli hatte es — wie so oft in dieser Jahreszeit — über dem Berg Gerlitzen in den österreichischen Alpen, auf dessen halber Höhe die Sternwarte etwa 10km nordöstlich von Villach entfernt liegt, ein schweres Gewitter gegeben. Um 17:24 Uhr schlug ein Blitz in die Telefonanlage ein und beschädigte das Modem mit dem Router. Außerdem wurden ein Teil der Wetterstation mit Instrumenten zur Windmessung und die Messkarte für das UV-B-Messnetz außer Kraft gesetzt. Dadurch kam es zu Ausfällen bei den Messungen der Windgeschwindigkeit und der UV-Einstrahlung, die in Zusammenarbeit mit der UV-Forschungsgruppe der Medizinischen Universität Innsbruck auf der Kanzelhöhe durchgeführt werden. Nachdem Telefon und Modem relativ schnell ausgetauscht werden konnten, hatte es mit dem Router ein wenig länger gedauert: Sowohl der Netzwerktechniker, als auch der Ersatzteillieferant der Universität Graz waren gerade im Urlaub, als der Blitz einschlug. Aber nach gut 10 Tagen waren alle Schäden behoben und die Kanzelhöhe wieder online.

Die Aufzeichnungen zur Sonnenaktivität waren allerdings von dem Ereignis zu keinem Zeitpunkt betroffen und wurden fortgeführt. Sie sind dem Onlinearchiv hinzugefügt worden, das übrigens bei den Zeichnungen (mit ein paar Lücken) bis ins Jahr 1944 zurückreicht und so zumindest von diesem Zeitpunkt an für längerfristige Untersuchungen zur Verfügung steht.

Manfred Holl

Observatorium Kanzelhöhe: www.kso.ac.at/
UV-Forschungsgruppe Uni Innsbruck: www.uv-index.at/

Was passiert nach dem Astronomiejahr?

Auf der Vollversammlung der Internationalen Astronomischen Union in Rio di Janeiro ist dieses Jahr kein weiterer Planet »degradiert« worden (womit das Medienecho nahe Null tendierte) — stattdessen wurden eine Reihe allgemeiner Resolutionen angenommen, etwa zur Förderung von Frauen in der Astronomie und wider die Lichtverschmutzung. Und es wird, gewissermassen als Nachfolger des Internationalen Astronomiejahrs, einen »Strategic Plan: Astronomy for the Developing World« geben, der die Jahre 2010 bis 2020 umfasst. Der »Impuls des IYA und sein immenses Netzwerk von 145 Ländern« soll für die intensive Förderung der Astronomie in Entwicklungsländern genutzt werden, die die IAU für »lebenswichtig« erachtet. Woher das Geld kommen soll, ist allerdings noch unklar. Daniel Fischer

Pressemitteilung der IAU: www.iau.org/public_press/news/detail/iau0917

NAA-Starparty

Die Nürnberger Astronomische Arbeitsgemeinschaft (NAA) veranstaltet am Samstag 29.8. ab 20:00 Uhr die diesjährige NAA-Starparty. Veranstaltungsort ist, wie schon in den vergangenen Jahren, der Segelflugplatz Lillinghof. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Bei klarem Wetter werden von erfahrenen Beobachtern Sternbildkurse und Teleskopbeobachtung angeboten. Bei bedecktem Himmel kann das umfangreiche Programm mit der Vorstellung von Einsteigerteleskopen, Tipps und Tricks zum Teleskopkauf, Fachvorträgen, Filmvorführung, Bücherverkauf, Kinderprogramm und einem Infostand der NAA dennoch für Kurzweil sorgen.
Frank Gasparini

NAA-Starparty: www.naa.net/starparty/
TV-Hinweise (von Manfred Holl)
29.8. 11:00, ZDF doku Max Planck — Die körnige Welt (30 min.), Wdh.: 15:30, 20:30, 23:00, 30.8.: 4:45, 11:45, 17:30, 31.8.: 0:30, 7:45, 14:45, 1.9.: 0:30, 2:00, 9:15, 13:45, 19:30, 23:45, 2.9.: 3:45, 8:15, 17:15, 3.9.: 6:45, 12:30, 16:15, 21:45, 4.9.: 1:00, 10:15
13:15, Phoenix Der Mann auf Salut 6: Sigmund Jähn — Deutschlands erster Raumfahrer (60 min.)
30.8. 20:00, BR-alpha Alpha Centauri: Was ist Dunkle Materie? (15 min.)
31.8. 4:35, n-tv Das Weltall im Visier (40 min.), Wdh.: 10.: 1:05
20:15, NatGeogr Naked Science: Stephen Hawkings Universum (55 min.), Wdh.: 1.9.: 2:50, 12:20, 2.9.: 23:50, 5.9.: 15:00, 6.9.: 22:05, 8.9.: 22:05
22:03, n-tv Das Rätsel der Toten: Einstein (42 min.)
1.9. 19:45, ARD Wissen vor 8: Warum dreht sich unsere Erde? (3 min.)
21:00, HistoryCh Geheimnisse des Universums: Galaktische Nebel (60 min.), Wdh.: 2.9.: 3:00, 9:00, 15:00
2.9. 22:45, BR-alpha Alpha Centauri: Kann man zu den Sternen reisen? (15 min.), Wdh.: 3.9.: 1:45, 8:15, 6.9.: 20:00
3.9. 19:45, ARD Wissen vor 8: Was ist eine Sternschnuppe? (3 min.)
5.9. 0:30, Phoenix Armageddon — Der Einschlag (1) (45 min.)
1:15, Phoenix Armageddon — Der Einschlag (2) (45 min.)
8.9. 21:00, DiscovCh Geheimnisse des Universums: Gesetze der Physik (60 min.), Wdh.: 9.: 3:00, 15:00
21:00, HistoryCh Geheimnisse des Universums: Lichtgeschwindigkeit (60 min.), Wdh.: 9.9.: 3:00, 9:00, 15:00
9.9. 22:45 Uhr, BR-alpha Alpha Centauri: Gibt es Schnaps im Universum? (15 min.), Wdh.: 10.9.: 1:46, 8:15
Mitteilungen der Redaktion

Nur noch bis zum 1.9.: Leser-Abstimmung Astro-Neuheit 2009!

Die interstellarum-Leser sind wieder gefragt: Welche Produktneuheit der letzten 12 Monate halten Sie für am wichtigsten? Stimmen Sie ab, welches Produkt den Titel »Astro-Neuheit des Jahres« erhalten soll. 14 verschiedene Neuheiten stehen zur Auswahl. Die Ergebnisse werden im Themenheft 2/2009 veröffentlicht.

Verknüpft haben wir die Wahl mit einer Umfrage zu den neuen interstellarum-Themenheften — wir möchten gern wissen, wie die beiden bisher erschienenen Ausgaben bei Ihnen angekommen sind und was wir für die Zukunft verbessern können.

Die Umfrage wird selbstverständlich anonym erhoben.

Direkt zur Umfrage: www.umfrageprofi.de/vote/v_index.php?fbid=czo2OiIxMDAzNjAiOw==

NEU: Fern-Seher

Darauf haben nicht nur viele Sternfreunde jahrelang gewartet: Endlich gibt es einen kompetenten Ratgeber zur Technik, Auswahl und Anwendung eines Fernglases. »Fern-Seher« widmet sich auf 192 Seiten ausführlich der Optik und Mechanik von Feldstechern, erklärt Fachbegriffe und gibt Tipps zur Justage, Reparatur und Pflege. Viel Platz wird Zubehör wie Montierungen und Stativen eingeräumt. Checklisten zeigen, auf was man beim Kauf achten sollte.

Hobby-Astronomen werden vor allem den Beobachtungsteil interessiert aufnehmen, der Beobachtungshinweise zu zahlreichen Deep-Sky-Objekten gibt — inklusive realitätsnaher Abbildungen, die die Objekte so zeigen, wie sie in einem Fernglas erscheinen. Dieses Buch ist ein Muss für alle astronomischen und nicht-astronomischen Fernglas-Freunde!

 
 
Fern-Seher: www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=40
Inhaltsverzeichnis: http://www.oculum.de/oculum/download/fernseher-inhalt.pdf
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