zusammengestellt von Daniel Fischer
Ausgabe 26
23.10.2006

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24. Oktober Ende des breiten Maximums der Orioniden, die am Wochenende gut 30 Meteore/Stunde lieferten, ein fotogenes Spektakel
4. November 3. Tagung der VdS-Fachgruppe Geschichte auf der Sternwarte Babelsberg

Aktuell beobachtet: • Die Nova Cygni 2006 und RS Ophiuchi sind wieder etwas heller geworden! Die Nova (alias V2362 Cyg) fiel nach ihren Maximum am 8. April zunehmend langsamer auf 12,3mB am 21. Juli und ist seither wieder auf 11,9mB gestiegen (CBET # 671 vom 12.10.2006). Und RS Oph ist von 12,2mV Anfang September auf 11,4mV Mitte September geklettert, die er seither hält: Vielleicht akkretiert der Weisse Zwerg wieder reichlich Gas von seinem Roten-Riesen-Begleiter (IAUC # 8761 vom 16.10.2006)

Ein weiterer Begleiter von Polaris ist direkt abgebildet worden, in 0,18" Abstand, womit sich u.a. die Masse von Polaris neu berechnen lässt. Der bekannte Begleiter ist 100-mal weiter entfernt – und manche Röntgenquelle in noch grösserem Winkelabstand könnte ebenfalls zu dem Mehrfachsystem gehören. • 460 neue Planetarische Nebel in der LMC sind – zusätzlich zu den 169 schon bekannten – mit dem UK Schmidt Telescope entdeckt worden, die meisten überzeugend: Ihre H-Alpha-Emission war das Hauptindiz; die über 2000 Kandidaten wurden dann einzeln überprüft.

Jede Menge Sonnenprotuberanzen am 29.+30.9. wie auch früher hat B. Gährken mit einem umgebauten PST aufgenommen. Auch interessant für Sonnenfreunde: Am 22. September ist der japanische Sonnensatellit Solar B gestartet – und am 25. Oktober soll nach etlichen Verschiebungen die Mission STEREO der NASA folgen. • Ebenfalls mit bestechender Schärfe wurden Transits der ISS vor dem Mond (von Morana am 6. Oktober) und der ISS und der Atlantis vor der Sonne am 16. September aufgenommen; ein nicht so scharfes Transit-Filmchen stammt vom 13. September.

Eine Sternbedeckung durch den Asteroiden Aspasia konnte Gährken am 8. Oktober aufzeichnen, während zahlreiche Beobachtungen einer Bedeckung durch Dynamene am 9. Oktober bereits die Form erkennen lassen. • Zwergplanet Eris nehe der Opposition (sowie u.a. zwei Asteroiden und 5 PGC-Galaxien) zeigt ein Komposit vom 19.-22. September, erstmals wurden leichte Schwankungen der Helligkeit nachgewiesen, und einer anderer Riesen-Kuiperoid hat eine Familie. • Es gibt weitere Bilder der Plejadenbedeckung und der Mondfinsternis vom September und einen Green Flash vor San Francisco vom 17. September.

Fragwürdige Brandursache Meteoriteneinschlag: Weder wurden im konkreten Fall (Troisdorf nahe Bonn, 8. Oktober) irgendwelche kosmischen Überreste gefunden, noch sind Meteoriten in der Regel auch nur warm, wenn sie den Erdboden erreichen, und (kometares) Material von Sternschnuppenströmen verglüht vollständig – aber die Siegburger Polizei hat sich nach vergeblicher Suche nach einer »normalen« Ursache überzeugen lassen, dass es ein »kosmischer Hitze-Partikel« war ... • Real ist dagegen ein neuer Meteoritenfund in Kansas: Diesmal wiegt der ausgebuddelte Brocken 70 kg; die Hoffnung auf ein noch viel grösseres Exemplar erfüllte sich leider nicht.

Komet SWAN mit 6. Größe viel heller als erwartet

Eigentlich hatte der im Sommer entdeckte Komet C/2006 M4 Mitte Oktober eine Maximalhelligkeit von gerade einmal 8m erreichen sollen, doch seit Ende September eilt er den Prognosen weit voraus: SWAN hat mindestens eine 6 vor dem Komma (auch wenn es allmählich abwärts geht) und ist selbst unter miserablen Bedingungen mit einfachen Feldstechern leicht auszumachen. Die intensiv grüne Farbe seiner Koma, die ihm bereits den Spitznamen »Smaragd-Komet« eingebracht hat, und Details des langen und und strukturreichen Gasschweifs enthüllen freilich nur Fotos, wobei mit die besten mal wieder von Rhemann & Jäger stammen; andere Sammlungen haben bereits Brinkmann, Gährken und Elsässer angelegt. Die Entwicklung SWANs dokumentieren z.B. Bilder verschiedener Fotografen vom 22., 17. (dito, dito, Detail), 16. (dito, Strichspur), 15. (dito), 13., 11. (dito und mit kleinerer Optik), 10. (dito und mit hoher Auflösung), 9., 8., 7. und 6. Oktober und 30. (dito), 28. und 24. September. Wie man sieht, konnte sich SWAN sogar gegen den Oktober-Vollmond durchsetzen, und noch steht er am mondlosen Abendhimmel, nach Dämmerungsende rund 40° hoch; der Mond beginnt erst wieder am Monatsende zu stören, um nach dem 9. November erneut zu verschwinden. C/2006 M4 zieht durch den Bootes und die Nördliche Krone in den Herkules (grösste Annäherung am M 13 am 29.10.): Aufsuchkarten gibt es z.B. beim Kometarium, oder in grösserem Detail (und für jeweils alle aktuellen Kometen) von Winnie und in den Niederlanden.

David Levy hat endlich wieder einen Kometen entdeckt, zwölf Jahre nach seinem letzten Fund und diesmal visuell mit einem 16-Zöller am 2. Oktober: Damit hat er insgesamt 22 Kometen gefunden, 9 visuell und 13 fotografisch. P/2006 T1 (Levy) hat sich bald als periodisch mit 5,2 Jahren Umlaufszeit um die Sonne erwiesen: Das Perihel war allerdings schon am 7. Oktober in 1,0 AU Sonnenabstand, und heller als etwa 11. Größe wurde er nie. Das Rätsel Echeclus bleibt: Hat der kuriose Komet dicht neben dem Centauren etwa gar nichts direkt mit ihm zu tun? Eine eindeutige Bahnbewegung des Objekts mit Koma und den völlig inaktiven Centauren (dem die Kometennummer 174 wohl zu Unrecht zuerkannt wurde) lässt sich nach wie vor nicht beschreiben, aber andererseits wäre es extrem unwahrscheinlich, dass zwei unabhängige Objekte auf derselben Sichtlinie stehen.

Die 68 Fragmente von Komet Schwassmann-Wachmann 3 hatten alle dieselbe chemische Zusammensetzung, hat umfangreiche Spektroskopie während ihrer Erscheinung im Frühjahr gezeigt: Das bedeutet, dass der zerbrochene Kern ziemlich homogen aufgebaut gewesen sein muss, ohne nennenswerte Schichtenbildung. Warum es ihn allerdings zerriss, ist immer noch unklar, doch man kann – so Z. Sekanina auf der IAU-Tagung in Prag am 16.8.2006 – aus der räumlichen Verteilung der Bruchstücke auf eine kaskadierende Fragmentation schliessen. Wobei die 2000/1 beobachteten Fragmente E und F die Quelle vieler der Kleinstkerne Anno 2006 gewesen sein könnten. C, B und G haben nun bereits zwei Sonnenumläufe gut überstanden, und von einem kompletten Zerfall ist SW3 noch weit entfernt. C und B konnten, so L. Benner auf derselben Tagung am 15.8., erfolgreich mit dem Arecibo-Radar räumlich aufgelöst werden, mit 1 bis 2 km bzw. ein paar hundert Metern Durchmesser; vorher war die Radarauflösung des Kerns erst bei einem anderen Kometen geglückt.

Ringförmige SoFi am Nordrand Südamerikas perfekt zu sehen

Die umständliche Anreise hat sich gelohnt: Die Ringförmige Sonnenfinsternis vom Morgen des 22. September, die ausschliesslich am Nordostrand Südamerikas ein wenig Land berührte, war in Surinam und Französisch-Guyana bei perfekt klarem Himmel zu bewundern, trotz nur maximal 8° Höhe über dem Horizont mit einer Brillianz und Detailfülle, wie man sie sonst nur von Sonnenfinsternissen hoch am Himmel gewohnt ist. Leider hatten sich diesmal nur relativ wenige »Finsternisjäger« auf den Weg gemacht, überwiegend aus Europa und den USA, doch sie wurden inmitten der lokalen Trockenperiode von gutem Wetter (und ausnehmend faszinierenden Ländern) begrüsst: Schon die ganze Woche lang wäre die Finsternis gegen 6:50 Uhr Ortszeit jeden Morgen irgendwo in »den drei Guyanas« zu sehen gewesen. So perfekt wie schliesslich am 22. war es aber nie gewesen: Der gesamte Küstenstreifen war klar, bis auf ein paar tiefe Wölkchen am fernen Horizont, die den Aufgang der bereits teilverfinsterten Sonne zu einem Schauspiel werden liessen, das es mit der Ringphase eine halbe Stunde später an Drama locker aufnehmen konnte.

Besonders viele Beobachter hatten sich auf dem Felsenkap Les Roches in Kourou, Französisch-Guyana, schon lange vor Sonnenaufgang eingefunden – neben einigen Dutzend Finsternisreisenden und vielen Einheimischen auch ein paar EU-Parlamentarier mit Schlips und Kragen, die zuvor in Kourou auf einer Weltraumtagung gewesen waren (bei der die SoFi sogar zum offiziellen Rahmenprogramm gehörte). Von diesem erhöhten Standort aus, den auch noch pittoresk ein paar Palmen schmückten, reichte der Blick weit über den äquatorialen Atlantik: Große; Vogelschwärme zogen dicht über dem Wasser ihre Bahn, während sich die intensiven Himmelsfarben ständig veränderten. Dann urplötzlich ein bereits gleissend heller orangefarbener Lichtpunkt auf der Wasserlinie: Das südliche »Sonnenhorn« ging auf. Rasch folgte das nördliche, dann stand die Sonnensichel frei auf Null Grad Höhe – allein für diesen Anblick und die magische Morgenstimmung, so würden manche später sagen, hatte sich die Reise schon gelohnt. Minuten später hatte sich die Sonne bereits aus dem Wolkenstreifen am Horizont befreit, und schon jetzt waren Extinktion und Verfärbung erstaunlich gering.

Wie im Fluge verlief der Rest der ersten Partialität, während die schmaler werdende Sonnensichel praktisch senkrecht nach oben stieg, bald war sie schon länger als 180°, und die Hörnerspitzen begannen immer schneller aufeinander zuzulaufen. Bevor sie sich jedoch berührten, tauchten zwischen ihnen in Sekundenbruchteilen zahllose Lichtperlen auf, Baily's Beads, wo Sonnenlicht bereits durch Mondtäler bricht. Leider befand sich Kourou fast auf der Zentrallinie, wodurch dieses unglaublich dynamische Phänomen – fraglos der faszinierendste Aspekt ringförmiger SoFis – mit atemberaubender Geschwindigkeit ablief: Geht man an den Rand der Annularitätszone, dehnt sich die Zeit um ein Vielfaches, doch logistische Erwägungen (sprich: der dichte Dschungel Südamerikas) hatten diesmal kaum eine Wahl gelassen. Auch das Aufbrechen des Rings einige Minuten später wurde wieder von einem rasanten Feuerwerk der Lichtperlen begleitet, abermals am besten auf hochauflösendem Video in Zeitlupe zu geniessen. Kourous erstaunlichster Sonnenaufgang war Geschichte.

Erstmals dunkle Wolke auf dem Uranus gesichtet

Sie misst 3000 x 1700 km, liegt auf 27° nördlicher Breite und ist die erste ihrer Art, die auf diesem Planeten eindeutig beobachtet wurde: eine dunkle Wolke auf dem Uranus, die das Hubble Space Telescope am 23. und erneut am 24. August dieses Jahres sichtete. Bei zahlreichen früheren HST-Beobachtungen des Planeten von 1994 bis Anfang 2006 war nie ein solches Phänomen beobachtet worden: Die Wolke ist wohl erst vor kurzem entstanden, vermutlich im Zusammenhang mit dem Frühling auf der Nordhemisphäre. Im Dezember 2007 steht nämlich die Tag-und-Nacht-Gleiche bevor, wenn die Sonne senkrecht auf den Uranus-Äquator scheint (der seinerseits fast senkrecht auf der Ekliptik steht), und die atmosphärische Aktivität hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der ganze Planet beginnt zunehmend dem Neptun zu ähneln, bei dem immer viel mehr in der Atmosphäre los war, häufige dunkle Wolken inklusive. Der Planet wird allmählich zu einem populären Ziel für Amateurastronomen: eine Bedeckung durch den Mond wurde am 8. September beobachtet, und ein 8-Zöller zeigt auch schon was.

Windgeschwindigkeit in Jupiters »kleinem Rotem« gestiegen: Nach neuen Messungen weht es dort inzwischen im Oval BA mit 650 m/s so schnell wie im Große;n Roten Fleck, dem sich der kleinere Wirbel vor rund einem Jahr auch farblich anglich. Der stärkere Wind hat wohl ähnliche Substanzen aus der Tiefe nach oben befördert, doch welche chemischen Effekte hinter der schwankenden Röte beider Flecken stecken, ist immer noch ein Rätsel. Amateurstudien der Jupiterwolken erscheinen in führender Fachzeitschrift Icarus – bei den Arbeiten von John Rogers (BAA), Hans-Jörg Mettig (JUPOS-Programm) u.a. geht es um Renewed acceleration of the 24°N jet und Merging circulations on Jupiter: observed differences between cyclonic and anticyclonic mergers.

Jede Menge Meilensteine der Exoplaneten-Forschung

In den vergangenen Wochen waren die Fortschritte bei der Erforschung von Planeten fremder Sterne besonders rasant, sowohl was Beobachtungen wie theoretische Einsichten betrifft. Zu letzteren zählen ein Modell zur Entstehung von »Super-Erden« in den Scheiben um kühle M-Sterne durch regelrechte Schneestürme oder Rechnungen zur Möglichkeit von Ozeanen in Eisgiganten (bei unserem eigenen Neptun: Fehlanzeige). Die grössten Durchbrüche aber gelangen den Beobachtern:

  • Planeten mit ultrakurzen Umlaufszeiten von weniger als einem Tag(!) wurden – höchstwahrscheinlich – von Hubble mit der Transitmethode entdeckt, als wiederholt 180 000 ferne Sterne photometriert wurden. In 16 Fällen gab es dabei regelmässig Helligkeitseinbrüche durch vorbeiziehende Begleiter, in 5 davon häufiger als einmal pro Tag (wobei die kürzeste Periode 10,2 Stunden beträgt). Leider konnte erst in zwei der 16 Fälle – deren Zahl übrigens gut den Erwartungen entspricht – durch Messungen der Radialgeschwindigkeit sichergestellt werden, dass wirklich Körper planetarer Masse dahinterstecken. Und dies ging insbesondere bei keinem der fünf Kandidaten für Ultra-Short-Period Planets (USSPs), deren Sterne alle unter 0,88 Sonnenmassen haben und deswegen auch eher lichtschwach sind, doch lässt sich durch Berücksichtigung aller Alternativen recht gut abschätzen, dass mindestens 45% der Hubble-Kandidaten (und damit auch einige USSP-Kandidaten) echte Planeten sein sollten. (Aber Vorsicht: die meisten Funde des TrES-Programms waren Nieten!) Die Zahl der per Transitmethode entdeckten Planeten steigt jedenfalls nun auf etwa 15, zumal es auch die ersten 2 Funde des Programms SuperWASP gibt, deren Planetennatur bereits spektroskopisch bestätigt wurde. Einer der WASP-Planeten gehört zu den Aufgeplusterten, die offenbar häufiger als gedacht sind.

  • Die erste »Karte« der Temperaturverteilung auf einem Exoplaneten konnte dank Messungen des Spitzer Space Telescope für den Begleiter von Ypsilon Andromedae erstellt werden: Er wandert auf seiner engen Bahn so stark gegen unsere Sichtlinie geneigt um den Stern, dass das IR-Teleskop ständig seine Strahlung messen kann, natürlich nur als kleinen Zusatzeffekt zu IR-Emission von Yps And. Während eines 4,6-Tages-Orbits schwankt der Emissionsbeitrag des Planeten aber deutlich: Aufgrund seines geringen Abstands rotiert er sicherlich gebunden und zeigt dem Stern immer dieselbe Seite – und diese wird von einem ausgeprägten »Hotspot« geziert. Die sternabgewandte Seite ist dagegen 1400°C kühler: Entgegen machen Modellvorstellungen, die einen raschen Wärmetransport innerhalb der Planetenatmosphäre und einen globalen Temperaturausgleich wie bei unserem Jupiter erwarten liessen, strahlt die Atmosphäre die empfangene Hitze offenbar sofort wieder in den Raum ab. Eine bedeutende Erkenntnis auch für die Atmosphärenkunde insgesamt: Als das Spitzer Space Telescope gestartet wurde, hat man ihm so manche Pioniertat zugetraut – aber die Wärmekarte eines Exoplaneten gehörte absolut nicht dazu.

  • Der Planet von Epsilon Eridani steht jetzt ausser Frage, nachdem es mit dem Hubble Space Telescope gelungen ist, winzige Bewegungen des Sterns in der Himmelsebene nachzuweisen, die die Schwerkraft des Begleiters auslöst. Bereits vor fast 20 Jahren waren bei Eps Eri periodische Schwankungen der Radialgeschwindigkeit gemessen worden, die auf einen Planeten hindeuteten (Skyweek 3 [28/1987] 2), später aber wieder verworfen wurden, auch weil der Stern einen ausgeprägten Aktivitätszyklus aufweist. Erst die hochpräzisen astrometrischen Messungen mit den Fine Guidance Sensors des HST (Benedict et al., Astron. J. 132 [Nov. 2006] 2206-18), nach denen Eps Eri als Bahnreflex am Himmel eine winzige Ellipse mit einer großen Halbachse von 0,0019" beschreibt, haben nun alle Zweifel ausgeräumt. Und sie machen zugleich Eps Eri b (1,55±0,24 Jupitermassen, 6,9 Jahre Periode) zu einem der vielversprechendsten Kandidaten für das erste direkte Bild eines eindeutigen Exoplaneten! Denn seine Bahn ist elliptisch, und aus den gesammelten astrometrischen und Radialgeschwindigkeitsdaten folgt, dass der Winkelabstand von Planet und Stern Ende 2007 mit 0,3" besonders gering (der Planet dann aber im reflektierten Licht besonders hell), Ende 2010 aber mit 1,8±0,4" besonders groß sein wird. Noch etwas ist erfreulich an der Bestätigung des Planeten von Epsilon Eridani: Er umkreist den Stern in derselben Ebene, in der auch seine Staubscheibe liegt. Indirekt wird so bewiesen, dass Planeten aus solchen Scheiben entstehen.

  • Der erste Planet eines M-Zwerges mit langer Periode bzw. mehr als 0,21 AU Abstand vom Stern ist bei GJ 849 entdeckt worden: Er hat eine Minimalmasse von 0,8 Jupiters und eine Periode von 5,2 Jahren. Der Planet – mit einem Winkelabstand von 0,27" ebenfalls ein guter Kandidat für die direkte Abbildung mit künftigen Spezialteleskopen im Weltraum – kann sich auch rühmen, der zweite bekannte von Jupitermasse bei einem Stern von weniger als einer halben Sonnenmasse zu sein, und er bringt die Zahl der M-Sterne mit bekannten Planeten auf 4. Es lässt sich nun sagen, dass Riesenplaneten innerhalb von 2,5 AU Sternabstand bei M-Zwergen zwar existieren aber rund 3-mal seltener als bei G- und K-Sternen sind.

  • Der erste Braune Zwerg im Orbit um einen Stern mit Planet ist vom Spitzer Space Telescope bei HD 3651 abgebildet worden (sowie ein weiterer Brauner Zwerg im Orbit um HN Peg, der eine Staubscheibe besitzt) – aber eine Überraschung ist das nicht. Denn der per Radialgeschwindigkeit entdeckte Planet (weniger als Saturnmasse, 0,3 AU Abstand) von HD 3651 hat eine stark exzentrische Bahn, und ein massereicherer zweiter Sternbegleiter auf einer weiteren Umlaufbahn galt schon lange als naheliegende Ursache für ihre Verzerrung. Der nun von Spitzer entdeckte Braune Zwerg der Spektralklasse T ist der erste direkt aufgelöste substellare Begleiter eines Sterns mit bekanntem Planeten. Für eventuelle erdähnliche Planeten in der habitablen Zone des Sterns ist der Braune Zwerg mit seinen 30±10 Jupitermassen allerdings keine gute Nachricht ...
Zuletzt sei noch auf eine Suche nach simulierten Planeten für alle verwiesen, bei der – im Stile von SETI@home – zahlreiche PCs künstliche Datensätze durchforsten sollen, in denen Astronomen Radialgeschwindigkeitssignale von Planeten versteckt haben. Dabei werden aber auch mit großer; Akribie all die Störeffekte einbezogen, denen echte astronomische Messungen unterliegen, insbesondere ungleichmässige Messfolgen: Man will herausfinden, welche Arten von Planeten mit langen Umlaufszeiten sich möglicherweise in echten Serien von Spektren verbergen könnten, die aus systematischen Gründen konsequent übersehen werden und so das Gesamtbild der Exoplaneten verzerren.

PanSTARRS vor dem Start – Revolution in der Asteroidenjagd?

Bald geht sie los, die beispiellos rasante wie tiefe Dauerdurchmusterung des Himmels mit dem Teleskop PanSTARRS-1, für das jüngst auch über 30 internationale Astronomen ins Boot geholt wurden, um den erwarteten Datenstrom ab 2007 optimal zu nutzen. Während eine Fülle von astrophysikalischen Entdeckungen anfallen dürfte, ist die erklärte Hauptaufgabe von PS-1 doch das Abgrasen des Himmels über Hawaii nach Kleinkörpern des Sonnensystems. Und das soll PanSTARRS mit solcher Effizienz gelingen, dass sich der Charakter der Asteroidenjagd wie auch der Datenbank aller Kleinplaneten des Minor Planet Center (MPC) dramatisch verändern dürfte, wie Tim Spahr auf der IAU-Tagung in Prag am 16.8.2006 darlegte. Derzeit sind am MPC 3,9 Millionen Positionsmessungen von 350 000 Asteroiden erfasst – viele davon fehlerhaft, was aber nur in manchen Fällen erkannt werden kann, so dass auch abgeleitete Orbits problematisch sein können.

Wenn nun aber mit PanSTARRS & Co. Teleskope der 1- bis 5-m-Klasse ständig den gesamten Himmel abscannen und automatisch konsistent zuverlässige Positionsdaten für lokalisierte bewegliche Objekte liefern (und im Idealfall auch gleich selbst noch die Identifikationen mitliefern, wenn es sich um bekannte Himmelskörper handelt), dann wird sich die Qualität der Daten, die das MPC erreichen, um Größenordnungen verbessern. Schlechte Astrometrie wird praktisch verschwinden, der mittlere Fehler einer Position von derzeit 0,5" auf 0,1" bis 0,05" sinken und, so Spahr, »der relative Beitrag der Amateurastronomen nahezu auf Null fallen« (die sich allerdings durchaus noch mit gezielten Follow-Up-Beobachtungen kritischer Objekte nützlich machen können). Nicht alle am MPC oder auch unter den heutigen Asteroidenjägern sehen die Zukunft so radikal und rosig zugleich, wie interstellarum in Prag erfahren konnte, aber der von Spahr beschworene »Paradigmenwechsel« in der Asteroidenjagd und -astrometrie wird irgendwann kommen.

Schon 200 Asteroiden sind per Radar untersucht worden, darunter 20 doppelte und so mancher Exot, berichtete L. Benner am 15.8.2006 auf der Tagung, wobei die Daten – und rekonstruierten 3D-Bilder – das Werk der Teleskope von Arecibo und Goldstone sind. Das 3D-Radarmodell für Itokawa hat dabei die japanische Sonde Hayabusa aus der Nähe bestens bestätigt, und oft hilft auch die optische Rotationslichtkurve bei der Rekonstruktion der Asteroidengestalt aus den Radarechos: In mehreren Fällen haben sich dabei Amateurastronomen verdient gemacht, wie Benner explizit hervorhob! Zu besonderen Erfolgen der letzten Zeit gehört der 2-km-Asteroid 1992 UY4, auf dessen Oberfläche Arecibo im August 2005 radarhelle Flecken nachwies: Sind das Felsbrocken wie auf Eros? (1580) Betulia hat eine dreieckige Gestalt und einen seltsamen Rotationszustand, und 2002 CE26 besteht möglicherweise aus drei Teilen (aber ein Hurrican im Herbst 2004 ruinierte leider entscheidende Arecibo-Beobachtungen).

2004 XP14 wiederum war diesen Juli mit 1,1 Monddistanzen der erdnächste Asteroid, der je per Radar untersucht wurde: Es gab ein superstarkes Echo, die Länge konnte zu 130 m bestimmt werden und die Rotationsperiode zu rund 500 Stunden (3 Wochen)! Ein erstaunlicher Rekord, der allerdings wegen der geringen Bewegung des Asteroidenkörpers das Erstellen guter Radarkarten via Dopplereffekt erschwerte (s.a. Nature vom 24.8.2006 S. 855). Der höchst irreguläre und eckige 2005 WC1 dagegen rotiert einmal in 2½ Stunden, und (66 391) 1999 KW4 ist der am besten untersuchte Doppelasteroid, der im Mai 2001 der Erde nahekam. Das grössere Objekt rotiert nach der jetzt vorliegenden Auswertung so schnell, dass es zu einer Art Pfannkuchen wurde – und der äquatoriale Wulst kurz vor dem Abheben steht. Geteilt hat sich der Körper entweder durch Gezeitenkräfte bei einer früheren nahen Erdpassage (die nächsten 1000 Jahre sind Impakte übrigens ausgeschlossen; Radarastrometrie ist besonders präzise) oder infolge immer schnellerer Rotation, hervorgerufen durch die Sonneneinstrahlung.

Die erste detaillierte Infrarotkarte des Zwergplaneten Ceres ist mittels Adaptiver Optik am Keck-II-Teleskop auf Hawaii erstellt worden, mit 30 km Auflösung während der Opposition 2002. Die Karte, die 80% der Oberfläche erfasst, zeigt eine Vielzahl von 40 bis 160 km großen geologischen (oder heisst das »cereologischen«?) Strukturen, bei denen das Reflexionsvermögen um bis zu 12% schwankt und die mehreren Hubble-Bildern im sichtbaren Licht durchweg entsprechen. Das könnten topographische Gebilde sein, Zonen mit anderer chemischer Zusammensetzung oder Gebiete, wo die Oberfläche des Zwergplaneten unterschiedlich stark »verwittert« ist (zur Weltraumverwitterung tragen der Sonnenwind, Impakte von Mikrometeoriten usw. bei). Bei der Kartierung wurde auch die Gestalt von Ceres neu vermessen: Es handelt sich um ein abgeplattetes Sphäroid mit Durchmessern von 962 und 894 km (jeweils ±28 km), passend ebenfalls zu den Bildern des Hubble Space Telescope. Im November 2007 sollen mit dem VLT noch bessere IR-Karten entstehen.

Klarer Fall: eine superhelle Supernova des Typs Ia, bei der ein dicker Stern explodierte

Nicht hinter allen Supernovae des Typs Ia stecken Weisse Zwerge, die genau dann explodieren, wenn sie durch Materiezufluss eines Partners auf die »Chandrasekhar-Masse« von 1,4 Sonnenmassen angeschwollen sind: Die Supernova 2003fg alias SNLS-03D3bb beweist eindrücklich das Gegenteil und sorgt für gewisse Unruhe unter den »Nutzern« dieses Supernovatyps. Die im Rahmen der kosmologisch motivierten Supernova Legacy Survey bei einer Rotverschiebung von 0,244 entdeckte Sternexplosion war einen Faktor 2,2 oder 0,87m heller als eine typische Supernova des Typs Ia, gehörte ihrem Spektrum nach aber eindeutig in diese Klasse (Howell et al., Nature 443 [21.9.2006] 308-11). Da Ia-Supernovae ihre Energie ausschliesslich aus dem radioaktiven Zerfall des Isotops Nickel-56 beziehen und für eine "normale" bereits 0,6 Sonnenmassen davon benötigt werden, müssen in SN 2003fg mithin 1,3 Sonnenmassen 56Ni stecken – aber selbst im Extremfall würden bei der Detonation von 1,4 Sonnenmassen höchstens 0,92 Sonnenmassen Nickel-56 (und dazu weitere schwere Elemente) entstehen.

Um also die SN 2003fg erklären zu können, muss man von der Explosion eines Weissen Zwergs von rund 2,1 Sonnenmassen ausgehen: Zwei mögliche Szenarien, um eine Detonation erst bei solch einer Super-Chandrasekhar-Masse zu erhalten, wären eine schnelle Rotation des akkretierenden Weissen Zwergs oder die Verschmelzung zweier Weisser Zwerge. In jedem Fall müssen sich Kosmologen, die die Expansionsgeschichte des Kosmos anhand ferner Ia-Supernovae ergründen wollen, um das Aussortieren solcher Exoten bemühen. Die SN 2003fg fiel derart aus dem Rahmen, dass sie die Supernova Legacy Survey gleich aus der Statistik warf – aber es mag subtilere Abweichungen von der »normalen« Ia-Supernova geben, die nicht so leicht zu erwischen sind (Branch, ibid. 283-4). Die Annahme (nach Standardkorrekturen) identischer absoluter Helligkeiten aller Ia-Supernovae ist jedenfalls passé, trotzdem ist das in den letzten neun Jahren entstandene Standardmodell der Kosmologie in keiner Weise bedroht: Zwar wurde die Existenz der Dunklen Energie 1998 erstmals anhand von Supernovae etabliert, seither aber durch zig andere Methoden weiter untermauert.

Das möglicherweise dritte Lichtecho einer Ia-Supernova hat das HST am Ort der SN 1995E in NGC 2441 entdeckt: Demnach gibt es 200 parsec vor dem Ort der Supernova einen Staubschirm. Die anderen beiden Ia-SN-Lichtechos wurden bei SN 1991T und 1998bu gefunden: Das Phänomen und damit staubige Schalen um Ia-Supernovae scheinen nicht selten zu sein. Was wiederum Aussagen über das erlauben könnte, was da eigentlich explodierte. Ia-Supernova-Explosionen sind nicht-sphärisch, legen Details von Spektrallinien nahe – ein Hinweis auf die Physik der Explosionen selbst. Rotverschiebungen von Ia-Supernovae lassen sich allein aus ihrer Helligkeit in 4 Farben bestimmen (also photometrisch und nicht durch die mühsame Aufnahme von Spektren): Das haben Experimente mit 40 Supernovae der o.g. Supernova Legacy Survey ergeben. Diese Erkenntis sollte derartige Programme erheblich beschleunigen, weil gezielt Supernovae mit hoher Rotverschiebung für nähere Untersuchungen herausgefischt werden können.

Das neue Jahrbuch ist da: Das astronomische Jahr 2008

Wie lange dauert es, alle relevanten Informationen für einen Beobachtungsabend zusammenzustellen?

Das Astronomische Jahr ist ein Jahrbuch der neuen Generation, das Astronomie-Interessierten hilft, sich in der Flut der heute vorhandenen Daten zurechtzufinden, indem es die wesentlichen Informationen herausfiltert und gleichzeitig praxisorientiert aufbereitet:

  • Alle Himmelsdaten einer Kalenderwoche sind übersichtlich auf zwei gegenüberliegenden Seiten dargestellt.
  • Blättern und zeitintensives Zusammensuchen von Informationen für einen Beobachtungsabend entfallen.
  • Wichtige Ereignisse sind thematisch gruppiert und auf einen Blick zu erkennen.
  • Alle Informationen sind in leicht verständlichen Grafiken umgesetzt.
  • Auf Wunsch können auch alle Daten ganz genau in der umfassenden Tabelle nachgeschlagen werden.
  • Die dort aufgelisteten Ephemeriden können Dank Farbcodierung besonders schnell erfasst werden.

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dem Beobachter alle notwendigen astronomischen Größen an die Hand zu geben, die für die eigene Beobachtung entscheidend sind. Mehr noch: Im Astronomischen Jahr sind erstmals bisher nur schwer verfügbare Daten zu finden, wie beispielsweise die grafische Darstellung der Uranus-, Neptun und Marsmonde. Darüber hinaus soll eine Auswahl ungewöhnlicher Himmelsereignisse neue Anregungen für eigene Beobachtungen geben, so wie es aus der Zeitschrift interstellarum bereits bekannt ist.

In der Ausgabe für 2008 wurden gegenüber dem Vorjahr verbessert:

  • größere Schrift, einfacher lesbare Tabellen
  • ausführliche Beschreibung eines Wochenereignisses in Wort und Bild
  • Jahresübersicht der wichtigsten Ereignisse
  • optimiert für die Lesbarkeit mit roten Taschenlampen

Friedrich, Susanne, Friedrich, Peter, Schurig, Stephan: Das Astronomische Jahr 2008 – Woche für Woche Daten und Grafiken zur eigenen Beobachtung der Gestirne. Oculum-Verlag, Erlangen, September 2008. 128 Seiten, 13 Karten, wasserabweisende Oberfläche, kartoniert 30cm×21cm, durchgehend farbig. ISBN 978-3-938469-19-4, 9,90 EUR + Porto/Versand

Inhaltsverzeichnis und Beispielkarten unter http://www.oculum.de/oculum/titel.asp?Nr=33

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Sonnenflares können GPS-Empfänger lahmlegen – Gefahr beim nächsten Maximum?

Experimente am Radioteleskop von Arecibo haben durch Zufall die Erkenntnis gebracht, dass die mit Sonnenflares einhergehende Radioemission der Sonne Empfänger des Global Positioning Systems stören kann: Die Frequenzen der Sonne und der Satelliten liegen bedenklich nahe beieinander. Nach einem Flare am 7.9.2005 zeigten plötzlich mehrere GPS-Empfänger verschiedener Hersteller denselben Qualitätsverlust, weil die Sonnenemission das Navigationssignal überlagerte. Da GPS-Empfänger in immer mehr – auch sicherheitsrelevante – Systeme integriert werden, könnten beim nächsten Sonnenmaximum ca. 2011-12 ungeahnte Probleme auf uns zu kommen, etwa in der Luftfahrt. Die Flares sind dann erheblich stärker, und auf der sonnenbeschienenen Seite der Erde könnten in der Folge alle GPS-Empfänger bis zu mehreren Stunden lang weitgehend ausfallen. Da eine Erhöhung der Sendeleistung der GPS-Satelliten oder grundsätzlich neue Algorithmen in den Empfängern kurzfristig nicht in Betracht kommen, bleibt als vorerst einziger Ratschlag, immer im Hinterkopf zu behalten, dass ein GPS-System manchmal ohne Vorwarnung versagen kann.

Auch das noch: • Das ultimative Bild der inneren Sonnenkorona vom 29. März hat nach Monaten der Bildverarbeitung M. Druckmüller vorgelegt – soviel Detail (dank mathematisch stringenter Algorithmen alles zuverlässig) war noch nie! Und noch ein bemerkenswertes Ergebnis: die äussere Korona aus Aufnahmen von Druckmüllers Tochter – entstanden mit einer simplen »kleinen Russentonne«. • Der Mond mit Terminatoren rundherum, so dass überall Schattenwurf herrscht: eine ungewöhnliche Montage von Ivan Goncalves. Und wie der Schattenwurf sich binnen weniger Stunden ändert, hat Gährken animiert.

Das grösste astronomische Bild aller Zeiten – ein 46 x 6 Meter großer; Ausschnitt aus einer Himmelsdurchmusterung – schmückt im Griffith Observatory in Los Angeles eine Wand: Die meistbesuchte Volksternwarte der Welt wird am 3. November nach jahrelangem internem Umbau wiedereröffnet. Vorher darf das Bild keiner sehen, danach aber auch hier. • Ein Preis für das beste radioastronomische Bild wurde derweil von der NRAO vergeben, die nur wenige Einsendungen erhielt – und der Schwerpunkt des Meteorologischen Kalenders 2007 ist atmosphärische Optik, wie sie auch viele Amateurastronomen interessiert.

Der 200 000-ste Meteor in der Videodatenbank der International Meteor Organization wurde am 22. Juli registriert (Meteoros 9 [Sep. 2006] 169-70) – und was man aus dem Datenfundus alles herausholen kann, lässt sich jetzt auch in umfangreichen Vortragsfolien nachlesen: Die neue Meteorstromtabelle aufgrund visueller Beobachtungen wird durchweg bestätigt.

Die vollständigste 3D-Karte des nahen Kosmos bis z=0,02 oder knapp 400 Mio. Lichtjahre produziert derzeit die Two Mass Redshift Survey (2MRS) aufgrund einer Infrarotdurchmusterung und Rotverschiebungen: Daraus lässt sich auch einiges über Dichte und Bewegungsmuster der Galaxien lernen. • Intergalaktischer Staub ist reichlich vorhanden und lässt z.B. ferne Galaxien in der Nähe der Sichtlinie zu M 81/82 röter erscheinen.

Mindestens 16 neue Fälle von »Giant Arcs« in Galaxienhaufen sind bei einer Suche mit dem WIYN-Teleskop entdeckt worden, darunter auch einige dramatische Fälle, die zur weiteren Beobachtung dieser durch Gravitationslinsenwirkung stark deformierten Bilder von Hintergrundgalaxien einladen. • Bei kosmologischen Umrechungen Rotverschiebung <-> Entfernung(en) hilft online der Cosmology Calculator, der jetzt auch mit beliebigen Kosmologien klarkommt. Und dann war da noch »Wer wird Millionär?« auf Französisch mit der Frage, was denn wohl um die Erde kreist, der Mond oder die Sonne oder ...



Clear skies wünscht
Ihr Daniel Fischer
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