AKTUELLE AUSGABE
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Merkur in Unterer Konjunktion
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Mond bei Venus, Mond 1° 3' südlich
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Mond Erstes Viertel
19.09. 03:06 MESZ
Jupiter bei Uranus, Jupiter 49' südöstlich
19.09. 19:34 MESZ
Merkur in größter westlicher Elongation

Ereignisse

Perseiden-Maximum am 13. August

In diesem Jahr bietet sich die Chance, das Maximum der Perseiden in unseren Breiten ohne störendes Mondlicht zu erleben. Auch die äußeren Bedingungen für eine erfolgreiche Beobachtung sind sehr komfortabel – die Nachttemperaturen liegen Mitte August noch im angenehmen Bereich. In der Vorhersage der International Meteor Organization wird das Maximum der Perseiden am Morgen des 13.8. zwischen 1:30 MESZ und 4:00 MESZ erwartet, also bei perfekten Bedingungen, da der Mond diesmal keine Rolle spielt (Neumond am 10. August) und die Dämmerung erst gegen Ende des Zeitfensters merkbar wird. Der Radiant hat zu Beginn des Maximumszeitraumes bereits eine Höhe von rund 50° über dem Nordost-Horizont erreicht und steigt weiter. 2010 wird mit einem normalen Maximum mit einer stündlichen Rate von 100 Meteoren gerechnet, trotzdem ist es möglich, dass kurzzeitige Aktivitätsspitzen auftreten können.

Der Aktivitätszeitraum der Perseiden beginnt bereits Mitte Juli mit geringen stündlichen Raten von fünf Meteoren. Anfang August kann ein merkbarer Anstieg verzeichnet werden, der sich auf ein Niveau von stündlich 15 Meteoren einspielt, das so genannte »Plateau«. Erst in den Tagen unmittelbar vor dem Maximum steigt die Aktivität weiter an. Nach dem Maximum fällt diese dann ziemlich abrupt ab.

André Knöfel

 

Mars, Saturn und Venus zusammen am Abendhimmel

Bereits Ende Juli konnte man am Abendhimmel die Annäherung von Mars (1 ,m5) an Saturn (1 ,m1) beobachten (vgl. interstellarum 70). Anfang August nähert sich sehr schnell Venus (–4 ,m2) von Westen, so dass sich in den ersten zwei Augustwochen diese drei Planeten in einem Bereich von ca. 7° am Himmel aufhalten. Dieses Trio wird am 13.8. vom Mond besucht. Allerdings kann man diese Konstellation am Südwesthimmel nur unmittelbar nach Sonnenuntergang mit sehr guter Südwest-Horizontsicht beobachten, da zum Ende der bürgerlichen Dämmerung der Mond bereits untergeht.

Die Sichtbarkeitsbedingungen der Venus, die am 20. August ihre größte östliche Elongation mit 45° 58' erreicht und ihre Helligkeit auf –4 ,m3 steigert, verschlechtern sich zunehmend, da sich ihr Untergang immer weiter in die Dämmerung verlagert. Wegen ihrer großen Helligkeit sollte sie aber selbst mit kleineren Instrumenten am Taghimmel aufzufinden sein. Am 17.8. sieht man das Venusscheibchen im Teleskop als »Halbvenus«, das in den folgenden Wochen zunehmend größer wird und sich zu einer Sichel formt. Am 11.9. wird Venus von der schmalen zunehmenden Mondsichel besucht, der kleinste Abstand tritt mit ca. 1° gegen Mittag ein. Die Helligkeit der Venus nimmt im September weiter zu, und erreicht am 27.9. mit –4 ,m6 den größten Glanz. Dabei ist sie aber nur am Taghimmel zu sehen, da sie fast zeitgleich mit der Sonne untergeht. Erst am 29.10. wird sie jedoch mit der Sonne in Konjunktion stehen.

André Knöfel

Merkur am Morgenhimmel

Kann Merkur Anfang August unter guten Bedingungen in der Dämmerung noch am Abendhimmel knapp über dem westlichen Horizont beobachtet werden, so verschwindet er bald am Taghimmel und wird erst ab Mitte September wieder am Morgenhimmel sichtbar. Dabei erreicht Merkur am 19. September seine größte westliche Elongation und geht damit rund 1h 45min vor der Sonne auf. Seine Helligkeit beträgt dabei –0 ,m3. Zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung steht Merkur an diesem Tag in rund 10° Höhe genau im Osten. In den darauf folgenden Tagen wird Merkur immer heller und erstrahlt Ende September mit –1 ,m1, wobei sich seine Aufgangszeit zunehmend in die Dämmerung verlagert.

André Knöfel

Jupiter und Uranus in Opposition am 21. September

Der Planet Jupiter dominiert in diesem Jahr den spätsommerlichen Nachthimmel. Er bewegt sich im südlichen Teil des Sternbildes Fische in westliche Richtung. Seine Aufgangszeit verlagert sich von 22:45 MESZ Anfang August in die frühen Abendstunden im September; der Riesenplanet erscheint bereits bei Sonnenuntergang am Osthorizont. Seine Helligkeit steigt von –2 ,m7 Anfang August auf –2 ,m9 zur Opposition am 21. September. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Planet Uranus wenig nördlich von Jupiter und begegnet ihm zum zweiten Mal in dieser Oppositionsperiode (vgl. interstellarum 70). Der kleinste Abstand tritt am Morgen des 19.9. mit ca. 49' ein. Uranus ist am 21. zur Opposition mit nur 5 ,m7 etwa so hell wie Kallisto, dem schwächsten der vier Galileischen Monde.

Jupiters Entfernung zur Erde beträgt zur Opposition 3,95AE, was einer der kleinsten überhaupt möglichen Oppositionsdistanzen entspricht. Der Winkeldurchmesser des Jupiterscheibchens erscheint dann im Fernrohr mit 49,9" am Jupiteräquator. Auch der Kleinplanet (6) Hebe kommt am 21. September in Oppositionsstellung und wird dann mit einer Helligkeit von 7 ,m7 rund 4,7° westlich des Sternes Deneb Kaitos (β Cet) im Walfisch stehen.

André Knöfel